sind indianerfilme gleichzeitig western?

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sind indianerfilme gleichzeitig western?

Beitragvon frared » 18. Sep 2008 11:32

armes kleines forum ohne themen....


ich habe neulich 'zwei glorreiche halunken' (the good the bad and the ugly) gesehen und war ganz von leone begeistert und seinem sinn fuer stil. ich hab dann gedacht, ist ja ein western und funktioniert ganz eindeutig als solcher, aber kommen keine indianer drin vor.

wie geht denn das?

dieses jahr sind eine ganze reihe von western rausgekommen, die ohne indianer auskommen (the assassination of jesse james, there will be blood, no country for old men) - ist der indianerfilm tot? als thema jedenfalls? was ist denn der letzte, an den ich mich erinnere? erzaehlt mal.
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Beitragvon Demona » 18. Sep 2008 12:00

armes kleines forum ohne themen....


Das liegt eindeutig daran, dass ich noch keine Zeit hatte, hier meine Lieblingsindianerbücher vorzustellen. :'(

Also der letzte gute Western war m.E. "Open Range", leider aber auch ohne Indianer. Ansonsten würde ich in den letzten Jahren folgende gute Western mit Indianern als solche nennen:

"Der mit dem Wolf tanzt" und "Hidalgo", obwohl letzterer ja eher um ein Wüstenrennen ging, aber es spielte auch die Selbstfindung eines Halbblutes zu seinen Wurzeln und die Verarbeitung dessen, dass er sich für Ermordung seines Volkes am Wounded Knee verantwortlich fühlte, da er den Schießbefehl überbrachte.

Als bester Western, vor allem da er die Indianer nicht als die Bösen hinstellte, wird ja "Cheyenne" vom Regisseur John Ford aus dem Jahre 1964 bezeichnet. Obwohl böse Zungen ja sagen, dass der Film seine Entschuldigung an die amerikanischen Ureinwohner ist.
Info zu Cheyenne

Ansonsten fällt mir spontan keiner weiter ein...
Die Karl-Mey-Verfilmungen fallen bei mir nur unter Unterhaltungsfilm.
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Beitragvon frared » 18. Sep 2008 15:13

das ist es, was mir halt auffiel, dass es sehr gute western gab, aber kaum indianer!

todeszug nach yuma ist mir noch eingefallen, der war auch wunderbar.

hidalgo hab ich auch gesehen und gemocht. der war sehr altmodisch, aber western sind nunmal so.

karl may bin ich auch gespaltener meinung... aber was macht deiner meinung nach denn einen guten oder authentischen western aus?
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Beitragvon Demona » 18. Sep 2008 15:47

Meines Erachtens sollte sich ein Film schon an die Fakten halten.

Nicht alle Indianer sind mit Kriegsgeschrei über weiße Trecks hergefallen und habe alle nieder gemeuchelt.
Es gab auch Ackerbauern und Viehzüchter unter ihnen, Indianer lebten im Einklang mit der Natur, sie nahmen nur das, was sie auch zum Leben brauchten.
Ein indianischer Freund von mir brachte es mal auf den Punkt: "Unser größter Fehler war, als wir euch Weiße begrüßt haben, euch Essen und Trinken und Land gaben, dass ihr auch, wie wir, mit dem zufrieden wart was ihr hattet und wir so weiter leben konnten, wie vorher.
Leben und leben lassen. Wir haben uns auf tödliche Weise geirrt."

Ich bin auch kein großer Fan von John Wayne Filmen, noch dazu, wenn man weiß, dass Wayne ein ziemlicher Rassist war.
Das Problem ist, dass heute noch viele Amerikaner der Meinung sind "Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer." und das Indianer primitiv und dumm sind.

Eine gute Balance zwischen Wahrheit, Geschichte und ein bisschen Fiktion finde ich richtig. Es müssen ja auch nicht in jedem Western Indianer auftauchen, denn seien wir mal ehrlich, um sich gegenseitig das Leben schwer zu machen, brauchten die "Weißen" auch nicht unbedingt die Indianer. Das bekamen sie auch ganz gut alleine hin. :mrgreen:
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Beitragvon Kola » 18. Sep 2008 21:12

Demona hat geschrieben:Ich bin auch kein großer Fan von John Wayne Filmen, noch dazu, wenn man weiß, dass Wayne ein ziemlicher Rassist war.

Obwohl ich eigentlich ganz gerne Western mit John Wayne sehe, aber die haben oft die typische Schwarz-Weiß-Malerei, leider. 'El Dorado' kommt z. B. ganz gut ohne Indianer aus, aber der Böse hat *natürlich* Indianerblut in den Adern.

Ein weiterer Western, der allerdings recht nahe an der Realität liegt, ist 'Ulzana's Raid'. Ein Trupp Apachen bricht aus dem Reservat aus, greift die umliegenden Siedler an und wird letztlich von Soldaten aufgerieben. Klingt brutal (und ist auch so dargestellt), aber im Laufe des Films wird klar, warum die Indianer so handeln und man fängt an, ihr (Fehl)Verhalten nachzuvollziehen, ebenso das der Soldaten. Vor allem verdeutlicht er, wie grausam die Indianerkriege gewesen sein müssen. Ein guter Film, aber man braucht starke Nerven *lach*

'Hidalgo' hätte ich jetzt spontan auch genannt, auch wenn es nur ein 'halber' Western ist. Aber er ist intelligent gemacht, vor allem das Ende, wenn Frank Hopkins als Indianer das Rennen gewinnt und nicht als US-Amerikaner, sichtbar an seiner Medizinrad-Flagge. Das fand ich nett, vor allem für einen amerikanischen Spielfilm.

Karl-May-Filme sind aus meiner Sicht gar nicht mal so schlecht, zumindest was die Verteilung von Gut und Böse angeht. Aber die Bücher sind da besser (trotz der NS-Überarbeitung).

Ansonsten hat Demona schon das Wichtigste für einen guten Western genannt: Fakten, etwas Selbstkritik der Amerikaner (auch wenn man darauf manchmal lange warten muss), eine intelligente Geschichte und viele, viele Pferde *lach*
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Beitragvon Demona » 18. Sep 2008 21:49

Ich erinnere mich da an einen noch gut gemachten DEFA Indianerfilm, nein kein Film mit Gojko in der Hauptrolle. :mrgreen:

Ist sogar nach einem Buch verfilmt. Der Film heißt "Blaufeder" und handelt von einem weißen Jungen, der von Irokesen entführt wurde und von einer Familie an Sohnes statt angenommen wurde (sie verloren ihren Sohn kurz vorher).
Später wurde der Junge "befreit". Allerdings kam er mit seiner alten "neuen" Familie überhaupt nicht mehr klar.
Infos hier

Noch ein guter Indianerwestern, schon was älter, aber mit einem fantastischen Dustin Hofman "Little Big Man".
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Beitragvon seirex » 19. Sep 2008 06:54

Seit ich als kleines Kind Flaming Star mit Elvis gesehen habe (also er war nicht dabei, sondern hat im Film mitgespielt),
kann ich keine Western/Indianerfilme (wie auch immer) sehen.
Die sind meistens so haarsträubend politisch unkorrekt oder schmalzig oder traurig,
dass es einfach nicht mehr geht.

LG

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Beitragvon Demona » 21. Sep 2008 16:07

mm, ich verdrehe jetzt mal den Spruch leicht, aber...

Soll man von einem Film nicht auf andere schließen?


Wenn ich danach handeln würde, dann dürfte mein Fernsehprogramm sehr mager ausfallen. Und mal ehrlich, mag Elvis auch ein toller Sänger gewesen sein, aber als Schauspieler war er grottenschlecht. :mrgreen:
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