Lesezirkel "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimme

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Lesezirkel "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimme

Beitragvon nevermore » 1. Feb 2009 17:16

Die Nebel von Avalon


Dann will ich mal den Lesezirkel einleiten; wie vorgeschlagen werde ich immer dann weitermachen, wenn zu einem Kapitel keine neuen Beiträge mehr kommen. Ich fange an mit dem Prolog. Der ist zwar kurz, aber es sind einige interessante Gedanken drin, die vielleicht der Diskussion wert sind.

Im Prolog erzählt Morgaine in einer nach Artus Tod geschriebenen Retrospektive über das Verhältnis zwischen Christentum und ihrem eigenen Glauben. Sie betrachtet nicht Christus als Feind, wohl aber die christlichen Priester, die lehren, dass die Göttin ein böser Geist sei und ihre Macht vom Teufel komme. Im Unterschied zu ihrem eigenen Glauben, nach dem die Menschen durch ihre Gedanken und Taten die Welt selber erschaffen, geht das Christentum von einer von Gott unveränderlich geschaffenen Welt aus. Die Idee, dass Menschen Einfluss auf die Schöpfung haben könnten, empfinden christliche Priester als Bedrohung. Morgaine fürchtet, dass die Christen in der Auseinandersetzung als Sieger hervorgehen werden. Die Folge ist, dass die Welt der Feen immer ferner rückt und schließlich die Feenwelt und die heilige Insel Avalon nur noch Eingeweihten zugänglich sein wird. Bevor die Christen kamen, konnte jeder Avalon erreichen, heute landet ein Reisender dagegen auf der christlichen "Insel der Mönche", während ihm Avalon verborgen bleibt.

Morgaine geht außerdem auf Artus ein, ihren Bruder, Geliebten und König. Artus ist zum Zeitpunkt ihrer Erzählung tot, bzw. er ruht auf der Insel Avalon. Während sie ihn besonders zu Ende seiner Herrschaft als Gegner ihres Glaubens ansah, betrachtete sie ihn, als er starb, als Bruder, der Hilfe braucht - und wurde umgekehrt von ihr selbst als Priesterin angesehen.

Schließlich beschreibt Morgaine noch einige weitere Unterschiede zwischen ihrem und dem christlichen Glauben. Ihre Gabe des zweiten Gesichts, die vom Christentum als Teufelswerk betrachtet wird, und die Einsicht, dass die Wahheit viele Gesichter hat, und es von den Menschen selber abhängt, welchen Weg sie einschlagen. Und dass alle Götter ein Gott, und alle Göttinnen eine Göttin sind.

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Wie ich meine - und was ich denke, das man im Hinterkopf behalten solle - beschreibt Morgaine in diesem Prolog den entscheidenden Unterschied zwischen dem Christentum und dem Göttinnen-Glauben (ich weiß nicht, ob man ihren Glauben als "Wicca" bezeichnen sollte, denn es gibt noch andere Versionen des Göttinnen-Glaubens und ich bin auch nicht sicher, dass alle mit Zimmer-Bradleys Darstellung glücklich oder auch nur einig wären) vor allem durch zwei Dinge. Erstens darin, dass in ihrem Glauben die Anderswelt eine legitime Existenz ist, die nicht als "böse" bewertet wird, und dass der Durchgang zwischen "normaler" Welt und Anderswelt grundsätzlich offen ist. Im Christentum dagegen wird die Anderswelt als die Domäne des Bösen betrachtet und man versucht, die Tore zu dieser Welt zu verschließen. Zweitens darin, dass in ihrem Glauben Menschen durch ihre Gedanken und ihren Willen die Welt ständig neu erschaffen, und ihren Lebensweg selbst bestimmen, und dass es die eine richtige Wahrheit und den einen wahren Gott nicht gibt. Im Christentum hingegen hat nur ein Gott, der christliche, eine Existenzberechtigung, und die Welt wurde von ihm unveränderlich erschaffen. Sie geht nicht darauf ein, wie das Christentum die Frage nach der Wahl des Lebenswegs sieht.

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Darstellung des Christentums so ganz zutreffend ist. Christliche Riten sprechen oft auch transzendente Sphären an, die eine Art von "Anderswelt" sind. Es ist zwar nicht die Welt der Feen, aber die Welt der Engel. Insofern ist auch im Christentum die transzendente Sphäre den Menschen nicht verschlossen. Auch was den zweiten Punkt betrifft, die Frage, ob Menschen die Welt neu erschaffen, oder ihren Lauf beeinflussen können, glaube ich nicht, dass alle Christen zustimmen würden, dass der Lauf der Dinge gottgegeben ist. Das scheint mir nur auf bestimmte Formen des Christentums zuzutreffen, gegen die sie sich hier richtet.

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Beitragvon Alsionna » 2. Feb 2009 13:04

Eigentlich ergeben sich die Antworten auf deine Fragen aus der Erzählperspektive des Prologs. Morgaine spricht selbst, das ist ihre subjektive Meinung aus der Sicht einer heidnischen Priesterin, die das Christentum nie studiert hat. Ihre Ansichten über das Christentum entstammen oberflächlichem Religionsunterricht in der Kindheit und den Beobachtungen einer Außenstehenden, meist sogar Gegnerin. Sie beschreibt die Christen, wie sie sie erlebt hat, Mißverständnisse, Animositäten, Vorurteile und eine völlig andere Weltsicht inklusive. Als nun weise Frau bemüht sich Morgaine sogar um ein gewisses Maß an Fairness,
Christus ist nicht mein Feind, aber seine Priester, die die Göttin einen bösen Geist nennen.
kann aber letztendlich nicht über ihren eigenen Schatten springen.
Zimmer-Bradley schafft damit etwas, was einer anderen Autorin so grandios mißungen ist, sie stellt die Sicht ihrer Heldin nicht als innerbuchliche Tatsache, sondern als persönliche Meinung dar. Der Leser, wohl eher die Leserin ;) - Avalon ist ein femistisches Kultbuch, empfindet Sympathie, ohne gezwungen zu sein, Morgaine immer 100% zuzustimmen. Im Laufe der Geschichte bekommen wir solche subjektiven Kommentare auch noch von anderen Charakteren.

Die Anderweltvorstellungen der keltischen Heiden sind unwahrscheinlich kompliziert und oft auf den ersten Blick widersprüchlich. Ein Unterschied zur christlichen Vorstellung und auf diesen scheint Morgaine anzuspielen, ist die Anderswelt(en) ist nicht das Totenreich und nicht übernatürlich, sie ist ein anderer Teil der realen Welt. So wie Morgaine die Christen verstanden hat, gibt es für diese die reale von ihrem einen Gott geschaffene Welt der sterblichen Menschen und die der übernatürlichen Wesen, und Toten. Alles, was nicht irdisch ist, muß also für den Christen entweder Himmel oder Hölle sein. Das Avalon der Priesterinnen und die noch weiter hinter den Nebeln liegende Insel der Feen ist eindeutig nicht mit dem christlichen Himmel gleichzusetzen, also muß es für einen Christen zu den höllischen Gefilden gehören. Die Bewohner der Anderswelt sind nicht tot, also müssen sie dämonische Käfte haben. Eine sehr schlichte Vorstellung, aber Morgaine hat es, wie wir noch sehen werden, auch kaum mit der geistigen Elite des Christentums zu tun.
In der christlichen Vorstellung gibt es einen von Gott geschaffenen ?Richtig?-Zustand der Welt. Veränderungen durch menschliche Taten und Gedanken sind entweder durch Teufel und Dämonen inspirierte Zerstörung oder durch Gott inspirierte Erhaltungs- und Wiederherherstellungsversuche. In der heidnische Vorstellung, wie sie im Buch beschrieben wird, ist die zyklische Veränderung natürlich und richtig, Wachsen, Gedeihen, Verblühen, neues Wachstum.
Eine Toten-Anderswelt gibt es in der Avalonreligion nicht, nur eine Zwischenstationen, zwischen den Leben.

Du hast übrigens Recht, das Buch beschreibt nicht die Vorstellungen der halb-offiziellen Wicca (Gardner). Ich würde vorschlagen, wir benutzen die Begriffe heidnisch und christlich im allgemeinsten Sinne und fügen nur bei Bedarf keltisch/britisch oder sächsisch dazu.
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Beitragvon Demona » 2. Feb 2009 21:15

Für mich ist Morgaine - entgegen manch anderer Erzählungen über sie - eine sehr faire und auf gewisse Weise tolerante Frau.

Ich habe den Prolog noch einmal gelesen und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Menschen mit den Einzug des Christusglaubens ihre Fantasie verloren haben und deshalb die Feeninsel Avalon nicht mehr finden konnten.
Die Prister setzten die Vorgaben des Christenglaubens starr um und ließen keinen Freiraum für Interpretationen bzw. den Glauben an etwas anderes außer dem einem Gott.
Wie Morgaine sagte: "Die Menschen schaffen die Welt, die uns ergibt, durch das, was sie denken, jeden Tag neu."
Wenn ich mich recht erinnere sagte Galadriel im HdR: Und aus Geschichten wurden Märchen und aus Märchen wurden Legenden. (zumindest so ähnlich)

Jedoch war es zu dieser Zeit nicht verwunderlich, dass Menschen, die anders waren und an etwas anderes glaubten was Böses angehangen wurde. Außerdem war die Angst vor dem Unbekannten und Unerklärlichem um einiges größer wie heute und Menschen mit der Fähigkeit einer Morgan le Fay wurdens chon aus dem Grund gemieden.
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Beitragvon nevermore » 4. Feb 2009 19:22

Machen wir mal weiter mit Buch 1 (Die Hohepriesterin), Seiten 13 bis 39 in der Fischer-Taschenbuch-Ausgabe. Das erste dieser beiden Kapitel erzählt von Igraines Leben auf Tintagel, einem Kloster in Cornwall, wo sie mit ihrem Gemahl Gorlois, ihrer kleinen Tochter Morgaine und ihrer Schwester Morgause lebt. Igraine stammt von der Heiligen Insel Avalon und hat auf Befehl der Herrin von Avalon, Viviane, Gorlois geheiratet, als sie 14 oder 15 Jahre alt war. Außerdem lebt auf der Burg noch Pater Columba, ein christlicher Priester, der wie alle christlichen Priester Avalon für suspekt und seherische Gaben für Teufelswerk hält. Insgesamt fühlt sich Igraine von Gorlois gut behandelt, besser, als es für gewöhnlich zu erwarten wäre. Igraine bekommt in diesem Kapitel Besuch von Viviane und dem Merlin von Britannien, Taliesien. Beide berichten ihr von ihren Plänen, das zerfallende Reich unter einem neuen Großkönig, den sowohl der christliche als auch der heidnische Teil Britanniens akzeptiert, zu vereinen. Igraine soll die Mutter dieses künftigen Großkönigs werden, indem sie vom designierten Nachfolger des gegenwärtigen Kaisers Ambrosius, Uther, ein Kind bekommt.

Das zweite Kapitel berichtet von Igraines Reaktion auf diese neuerlichen Anweisungen von Viviane. Sie ist entsetzt, da sie zunächst glaubt, von ihr würde Ehebruch erwartet. Als sie protestiert, erklärt man ihr, dass sie Gorlois keinen Sohn gebären wird und Gorlois sterben würde. Es sei für das Schicksal von Avalon und das Überleben des Göttinnen-Glaubens nötig, dass sie die ihr zugewiesene Rolle spiele. Igraine ist alles andere als begeistert. Man weist sie an, sie solle dafür sorgen, dass sie Gorlois auf seiner anstehenden Reise nach Londinium begleitet, wo sie Uther treffen wird.

Die Kapitel enthalten außerdem noch einen Haufen Exposition über den christlichen und heidnischen Glauben, und über die Charaktere Igraine, Morgause und Viviane.

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Der heidnische Glauben von Avalon und vor allem Viviane haben bei mir in diesem Kapitel keinen besonders sympathischen Eindruck hinterlassen. Die Art und Weise, wie Igraine da bereits als Mädchen als Schachfigur gebraucht wurde und auch hier wieder wird, weil das übergeordnete Wohl (über das natürlich Viviane und der Merlin allein im Bilde sind) es erfordert, und die manipulativen Taktiken (Drohungen mit dem Untergang der ganzen Feenwelt und Schmeicheleien), derer sich Viviane bedient, stellen selbst Dumbledore noch in den Schatten. Igraine muss sich hier sehr in die Enge getrieben gefühlt haben und es ist verständlich, dass sie sich vor dieser Übermacht beugt. Von dem, was oft in feministischen Kreisen betont wird, nämlich die Bedeutung der Selbstbestimmung, merkt man hier nicht viel.
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Beitragvon Alsionna » 6. Feb 2009 16:07

Viviane ist nicht die nette Feen-Patin aus Aschenputtel in diesem Kapitel, im Gegensatz zu Dumbledore tut sie auch nicht so. Sie pocht Igraine gegenüber auf ihrem ehrfache Authorität, Familienoberhaupt als älteste Schwester, Lehnsherrin als Herrin von Avalon und religiöses Oberhaupt als Hohe Priesterin. Dazu kommt natürlich auch noch, daß ihre und die Zukunftsvisionen von Taliesin innnerhalb der Geschichte, wo Magie existiert, Tatsache sind. Igraine wird Gorlois keinen Sohn gebären, warum auch immer, Gorlois wird sterben, sie wird stattdessen von Uther schwanger, das ist einfach so.
!3 bis 15 als heiratsfähiges Alter für Mädchen ist zeit- und genrebedingt, genauso arrangierte Ehen. Der freie Wille ist so eine Sache, Igraine ist unglücklich, aber sie begehrt nicht auf. Da stellt sich die Frage, ob Viviane ihre Schwester auch mit Gewalt nach Tintagel verschickt hätte. Vermutlich nicht, aber wer kann das wissen? Im Übrigen hätte das auch nur den Weg zu den vorhergesehenen Ereignissen geändert, nicht ihr Eintreten verhindert.
Viviane handelt machtpolitisch logisch. Frauen an der Macht sind doch nicht plötzlich bessere Menschen. Übrigens sind wir noch ganz am Anfang der Geschichte, Zimmer-Bradleys Figuren reflektieren ihre Handlungen und entwickeln sich.
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Beitragvon Demona » 8. Feb 2009 17:04

Ehrlich gesagt, gefällt mir Vivianne da auch nicht besonders.

Für mich besteht da auch kein Unterschied zwischen einen machtbesessenen Mann oder Frau an der Spitze.
Auch der Grund rechtfertigt da für mich nicht die Mittel. In der Vergangenheit hat sich ja des öfteren gezeigt, das so etwas nach hinten los gehen kann.

Igraine hat sich mit ihrer Ehe arrangiert und es zeigt sich ja auch, dass sie nicht unbedingt unglücklich ist. Sie hat ihre Tochter, die sie sehr liebt und ihr Gatte hat ihrem Wunsch - sich ganz ihrer Tochter zu widmen - entsprochen, auch wenn dies heißt, dass der erwünschte Thronerbe später geboren wird.

Das es nun nicht mehr dazu kommt, da Vivianne und Merlin in der Zukunft den Tod des Königs sahen ist eine andere Geschichte. Aber jetzt noch von der Schwester Ehebruch zu verlangen, nur damit Artur geboren werden kann, das geht auch für mich ein bisschen zu weit.
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Beitragvon nevermore » 8. Feb 2009 20:14

Ich sollte vielleicht anmerken, dass ich inzwischen lese-technisch auf S. 450 anbgelangt bin und daher was meinen Eindruck Viviannes Handlungen betrifft davon schon etwas beeinflusst bin.

Alsionna hat geschrieben:Viviane ist nicht die nette Feen-Patin aus Aschenputtel in diesem Kapitel, im Gegensatz zu Dumbledore tut sie auch nicht so.


Ich finde Viviannes Art und Weise, Igraine zu schmeicheln und ihre Wichtigkeit zu betonen, schon sehr manipulativ. Ich habe mich gefragt, wie ehrlich ihre Gefühle für Igraine wirklich sind.

Dazu kommt natürlich auch noch, daß ihre und die Zukunftsvisionen von Taliesin innnerhalb der Geschichte, wo Magie existiert, Tatsache sind. Igraine wird Gorlois keinen Sohn gebären, warum auch immer, Gorlois wird sterben, sie wird stattdessen von Uther schwanger, das ist einfach so.


Dem liegt ein sehr deterministisches Weltbild zugrunde, dass die Zukunft eh unveränderlich ist. Nicht in jeder Geschichte, in der es Formen von Magie gibt, ist das so.

Der freie Wille ist so eine Sache, Igraine ist unglücklich, aber sie begehrt nicht auf. Da stellt sich die Frage, ob Viviane ihre Schwester auch mit Gewalt nach Tintagel verschickt hätte. Vermutlich nicht, aber wer kann das wissen? Im Übrigen hätte das auch nur den Weg zu den vorhergesehenen Ereignissen geändert, nicht ihr Eintreten verhindert.


Wenn die Ereignisse ohnedies eingetreten wären, hätte man Igraine auch nicht gegen ihren Willen dazu bringen müssen, ein Kind mit Uther zu bekommen. Für mich widerspricht sich das etwas: Entweder die Visionen sind Tatsache, dann kann Igraine tun und lassen was sie will, die Göttin wird es schon richten. Warum dann überhaupt die Diskussionen? Oder die Zukunft ist, um mit Yoda zu sprechen, "immer in Bewegung", dann machen Igraines Entscheidungen sehr wohl einen Unterschied und Viviannes Versuche, sie zu beeinflussen, sind jedenfalls aus ihrer Sicht sinnvoll. Dass Igraine nicht aufbegehrt, wundert mich wie gesagt nicht, denn wenn einem angedroht wird, die eigene Entscheidung sei ausschlaggebend dafür, ob die Feenwelt weiterexistieren kann, dann ist das besonders für eine junge Frau ein Argument, dem man sich kaum verschließen kann. Wenn die Zukunft nicht unveränderlich ist, woher nimmt Vivianne dann die Sicherheit, dass ihre Visionen den einzig richtigen Weg zeigen?

Was die Frage "Frauen oder Männer an der Macht" betrifft, hatte ich das Verständnis, dass es jedenfalls in einigen Formen des Feminismus (ich denke hier zum Beispiel an Starhawks Bücher) nicht in erster Linie darum geht, ob an der Spitze Männlein oder Weiblein steht, sondern mehr um die Art und Weise, wie die Machtstrukturen aussehen. Eben dass nicht von oben nach unten einfach befohlen wird, und die auf den unteren Schichten haben sich zu fügen, weil man es "oben" besser weiß. Beim Verhältnis Vivianne zu Igraine sehe ich aber genau das, und es scheint mir ähnlich wie in der etablierten Kirche strukturiert.
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Beitragvon Alsionna » 9. Feb 2009 14:55

Ich komme mir so ein bißchen albern vor, falls der Eindruck entstanden ist, daß ich Vivianes Verhalten voll und ganz gut heiße. Ich bin auch froh, daß ich's im realen Leben nicht mit ihr zu tun habe. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, daß das Buch mir kritiklose Bewunderung diktiert.
Ja, sie manipuliert ihre Umgebung wie Dumbledore, aber sie beruft sich dabei größtenteils auf Pflichterfüllung, der sie selbst auch ihre eigenen Gefühle unterordnet. Dumbledore spielt mit zwischenmenschlichen Gefühle. Persönliche kann ich eher damit leben, wenn jemand etwas verlangt, weil er es für notwendig hält und sich selbst auch diesen Sachzwängen unterordnet, als wenn er mir suggeriert, daß das er aus reiner Liebe nur mein Bestes will. Da kommt bei mir immer der alte Spruch aus meiner Jugend raus :"Kriegste aber nicht."

Der Determinismus der Visionen ist m.E. in "Avalon" sehr weit gefaßt. Es passiert nichts, was dem Plan der Göttin zuwiderläuft, aber der Weg dorthin und wie das Endergebnis im Detail aussieht, hängt klar von den handelnden Personen ab. Viviane und Taliesin interpretieren ihre Visonen so, daß die Macht der alten Religion wieder aufgebaut werden muß und planen entsprechend. Die Göttin scheint da toleranter zu sein, ihr reicht offensichtlich auch ein gesichertes Britannien unter christlicher Herrschaft.
Viviane verlangt doch gar keinen Ehebruch von Igraine, sie ist davon überzeugt, daß Gorlois rechtzeitig das zeitliche segnet. Wobei Ehebruch in ihrer Vorstellung sowieso nicht vorkommt, eine Frau hat ihrer Ansicht nach, das Recht zu schlafen mit wem sie will, eheliche Treue ist christlich-patriarchalisches Besitzdenken.
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Beitragvon nevermore » 9. Feb 2009 22:58

Alsionna hat geschrieben: Ich habe allerdings nicht den Eindruck, daß das Buch mir kritiklose Bewunderung diktiert.


Das zu beurteilen muss ich abwarten, bis ich es zu Ende gelesen habe ;) Da es anscheinend als so eine Art Pionierarbeit im Zusammenhang mit einer feministischen Religion betrachtet wurde, ist bei mir der Eindruck entstanden, dass diese Darstellung insgesamt als positives Gegenbeispiel zur etablierten Kirche betrachtet wurde. Vielleicht habe ich das aber auch falsch verstanden.

Ja, sie manipuliert ihre Umgebung wie Dumbledore, aber sie beruft sich dabei größtenteils auf Pflichterfüllung, der sie selbst auch ihre eigenen Gefühle unterordnet. Dumbledore spielt mit zwischenmenschlichen Gefühle. Persönliche kann ich eher damit leben, wenn jemand etwas verlangt, weil er es für notwendig hält und sich selbst auch diesen Sachzwängen unterordnet, als wenn er mir suggeriert, daß das er aus reiner Liebe nur mein Bestes will. Da kommt bei mir immer der alte Spruch aus meiner Jugend raus :"Kriegste aber nicht."


Das ist sicher individuell verschieden. Ich habe größere Probleme mit diesem Schuldgefühle-wecken und Druck aufbauen - nach dem Motto: "An dir hängt das Schicksal des ganzen Feenreichs, du bist die Auserwählte, die im Interesse des übergeordneten Wohls so handeln musst, wie ich es sage". Hinzu kommt, dass ich aus meinem persönlichen Weltbild heraus diese Sachzwänge nicht abkaufe. Ich glaube nicht, dass die Zukunft unveränderlich vorbestimmt ist.

Viviane verlangt doch gar keinen Ehebruch von Igraine, sie ist davon überzeugt, daß Gorlois rechtzeitig das zeitliche segnet. Wobei Ehebruch in ihrer Vorstellung sowieso nicht vorkommt, eine Frau hat ihrer Ansicht nach, das Recht zu schlafen mit wem sie will, eheliche Treue ist christlich-patriarchalisches Besitzdenken.


Was Viviane verlangt, ist aber in Igraines Augen Ehebruch. Auch hier wieder, Viviane verlangt von Igraine, dass sie mit Artur ein Kind bekommt, und dass Gorlois vorher stirbt, ist lediglich eine Behauptung von ihr, an die man glauben kann oder auch nicht, je nachdem, ob man glaubt, dass die Zukunft vorherbestimmt ist. Genau genommen war Igraine auch noch mit Gorlois verheiratet, als Artus gezeugt wurde. Jedenfalls wusste sie von seinem Tod noch nichts definitives. Also war es Ehebruch. Und da Igraine diejenige ist, von der diese Handlung verlangt wird, ist meiner Meinung nach ihr Glauben hier zu respektieren, egal ob Viviane das für patriarchalisches Besitzdenken hält oder nicht.
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Beitragvon Alsionna » 9. Feb 2009 23:22

Was Viviane verlangt, ist aber in Igraines Augen Ehebruch. Auch hier wieder, Viviane verlangt von Igraine, dass sie mit Artur ein Kind bekommt, und dass Gorlois vorher stirbt, ist lediglich eine Behauptung von ihr, an die man glauben kann oder auch nicht, je nachdem, ob man glaubt, dass die Zukunft vorherbestimmt ist. Genau genommen war Igraine auch noch mit Gorlois verheiratet, als Artus gezeugt wurde. Jedenfalls wusste sie von seinem Tod noch nichts definitives. Also war es Ehebruch. Und da Igraine diejenige ist, von der diese Handlung verlangt wird, ist meiner Meinung nach ihr Glauben hier zu respektieren, egal ob Viviane das für patriarchalisches Besitzdenken hält oder nicht.

Igraine ist in dem selben Glauben wie Viviane erzogen worden und hat ihn zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht innerlich abgelegt. Sie ist keine Christin. Viviane kommt garnicht auf die Idee, daß Igraine das mit dem Ehebruch so eng sieht.
Über den Akt des Ehebruch und Igraine Gewissensbisse sollten wir beim entsprechenden Kapitel weiterreden.
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Beitragvon nevermore » 9. Feb 2009 23:35

Alsionna hat geschrieben:Igraine ist in dem selben Glauben wie Viviane erzogen worden und hat ihn zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht innerlich abgelegt. Sie ist keine Christin. Viviane kommt garnicht auf die Idee, daß Igraine das mit dem Ehebruch so eng sieht.


Wenn Igraine denselben Glauben teilt, warum regt sie sich dann so auf? Es ist doch offensichtlich, dass sie damit ein Problem hat. Sie hat den Glauben noch nicht völlig abgelegt, aber ihr Glauben unterscheidet sich auch von dem Vivianes, denn sonst müsste sie sich nicht aufregen. Ob sie zu 100 Prozent in die Christen-Schublade passt oder nicht, ist doch zweitrangig. Eine Glaubenshaltung ist doch nicht nur dann ernstzunehmen, wenn man ihr einen klaren Stempel aufdrücken kann. Entscheidend ist, sie hat hier mit dem Ehebruch ein Problem, und sie bringt das klar und deutlich zum Ausdruck, aber Vivaine und Merlin respektieren es nicht.

Über den Akt des Ehebruch und Igraine Gewissensbisse sollten wir beim entsprechenden Kapitel weiterreden.


Mir ist schon klar, dass sich bis dahin Igraines Haltung geändert hat. Das ist aber für das gegenwärtige Kapitel und wie sich Igraine jetzt fühlt nicht relevant. Mir geht es um ihre Gewissensbisse im gegenwärtigen Kapitel, nicht um die, die sie später hat oder nicht hat. Entweder kann Viviane die Zukunft vorhersehen, dann weiß sie auch, dass zum Zeitpunkt von Arturs Zeugung Igraine formell noch mit Gorlois verheiratet war. Dann hätte sie Igraine getäuscht mit der Aussage, es gehe nicht um Ehebruch. Oder sie sieht nur vage, dass Gorlois irgendwann stirbt, dann kann sie nicht mit Bestimmtheit behaupten, es gehe nicht um Ehebruch. Oder aber sie kann die Zukunft überhaupt nicht vorhersehen, dann ist ihre ganze Argumentation Makulatur, denn dann kann sie auch nicht wissen, dass Igraine die "Auserwählte" ist.
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Beitragvon Alsionna » 10. Feb 2009 00:13

Igraine hat weniger ein religiöses Problem mit dem Ehebruch, sondern ein menschliches, weil Gorlois ein anständiger Kerl ist.
Wenn die Visionen detailliert genug waren, daß Viviane weiß, daß Gorlois zum Zeitpunkt des Ehebruch noch nicht offiziell für tot erklärt ist, kann sie auch wissen, daß es Igraine dann nicht mehr stört.
Igraine überhaupt über die Visionen in Kenntnis zu setzen, ist eigentlich aus Vivianes Sicht gut gemeint. Obwohl sie fest an den vorherbestimmten Ablauf glaubt, gibt sie ihr Wissen weiter und Igraine damit die Chance, sich darauf einzustellen und zumindest das Wie mitzubestimmen. Sie sagt, was sie selbst und ihrer Ansicht nach auch die Göttin erwarten und läßt Igraine eben nicht wie Dumbledore es macht blind in ihr Schicksal laufen.
Die Geschichte baut insgesamt darauf auf, daß die magischen Sichtungen korrekt sind, aber nicht immer vollständig und korrekt verstanden werden. Was du siehst ist eine Sache, welche Schlüsse du daraus ziehst, eine andere. Da kommt ganz klar eine Menge Freier Wille zur Anwendung, zum Besseren und zum Schlechteren.
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Beitragvon nevermore » 10. Feb 2009 00:25

Selbst wenn Igraines Problem nicht religiöser Art ist, ist meiner Meinung nach zu respektieren, dass sie ein Problem hat. Ich verstehe unter "Glauben" hier nicht nur Glauben in religiösem Sinn, sondern auch weltliche Überzeugungen. Wie die, dass man den anständigen Gorlois nicht betrügt. Wenn Vivaine weiß, dass sich Igraine später nicht mehr daran stören wird, dann kann sie ihr das auch sagen. Ich bezweifle aber, dass sie das weiß.

Ja, sie sagt ihr, was sie selbst und die Göttin von ihr erwarten, sie setzt sie aber mit der Drohung, andernfalls gehe das Feenreich unter, dermaßen unter Druck, dass Igraine eigentlich keine Wahl mehr bleibt.

Morgaine schrieb im Prolog, dass es nicht nur eine Wahrheit gäbe, sondern dass die Wahrheit viele Gesichter habe. Und dass die Menschen ihren Lebensweg frei wählen können. Viviane respektiert hier aber Igraines gegenwärtige Wahrheit nicht, sondern sie präsentiert ihr eine "richtigere" Wahrheit, die sie zu kennen glaubt, und setzt sie unter Druck, einen bestimmten Lebensweg einzuschlagen, anstatt Igraine frei entscheiden zu lassen. Und das ist der Punkt, wo sie nach meinem Dafürhalten das, was Morgaine schreibt, nicht lebt.
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Beitragvon nevermore » 11. Feb 2009 19:37

In Kapitel 3 und 4 reitet Igraine nun mit Gorlois tatsächlich nach Londinium, um Uther zu treffen. Wider Erwarten hat Gorlois selber darauf gedrängt, dass sie ihn begleitet. Vor der Abreise hatte sie eine Vision von einem sterbenden Gorlois. Auf der Hinreise versteht sie sich mit ihrem Mann gut und entwickelt Verständnis und freundliche Gefühle für ihn. Sie lernt Lot und Uther kennen, und empfindet Lot gegenüber gleich Abneigung. Gorlois reagiert Uther, der einen Ruf als Frauenheld hat, gegenüber eifersüchtig, aber Uther ist klar Kaiser Ambrosius' erste Wahl, was seine Nachfolge betrifft. Obwohl Igraine Uther zunächst als grobschlächtig empfindet, kommen sie sich nach Ambrosius Tod näher, woraufhin Gorlois noch eifersüchtiger reagiert, und Igraine selbst angreift. Nachts träumt Igraine von Uther. Es scheint ihr, als seien sie in einem früheren Leben Seelenpartner gewesen. Gorlois ist nun nur noch eine Zwischenstation für sie, und sie hat Mitleid mit ihm.

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Tja, ich weiß nicht, was ich zu diesen beiden Kapitel schreiben soll. Mir hat gut gefallen, dass Igraine hier etwas mehr Verständnis für Gorlois entwickelte. Sie ist hier recht misstrauisch, was Vivianes und Merlins mögliche Machenschaften im Hinblick auf ihr vergebliches Warten auf eine Schwangerschaft betrifft. Gleichzeitig ist sie wegen ihren Visionen über Uther sehr hin und hergerissen. Uther kommt im Unterschied zu den Werken von Bradshaw und White hier sehr viel besser weg.

Den Satz "er gehörte zu den Einmalgeborenen" verstehe ich nicht. Ich dachte, dass nach dem heidnischen Glauben jeder wiedergeboren wird?
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Beitragvon Alsionna » 11. Feb 2009 20:34

Den Satz "er gehörte zu den Einmalgeborenen" verstehe ich nicht. Ich dachte, dass nach dem heidnischen Glauben jeder wiedergeboren wird?

Ich versuche erstmal, nur das zu erklären, morgen mehr. In den meisten keltisch-heidnischen Vorstellungen kann jeder wiedergeboren werden, muß aber nicht. Wiedergeburt ist auch keine Strafe, sondern eine freiwillige Entscheidung. Manche, sagen wir mal Seelen, raffen sich nur höchst selten dazu auf, manche erst nach langer Auszeit und andere recht regelmäßig und schon seit Jahrhunderten immer wieder. Das führt natürlich zu einer mitunter sehr unterschiedlichen Menge an Lebenserfahrung.
'Einmalgeborener' ist unter Heiden keine freundliche Bezeichnung. Es wird oft in Verbindung mit "hab Mitleid, mehr Geduld, sei toleranter ...." gebraucht, also ziemlich herablassend. "der ist noch zu jung und weiß es nicht besser" Präziser wäre die Bezeichnung 'Seltengeborerner', wobei durchaus mitschwingt, daß derjenige nicht stark oder mutig genug ist, es öfter zu probieren.
Im vorliegenden Buch wird von Christen eher angenommen, daß sie das erste Mal dabei sind, da jemand mit der Erfahrung mehrerer Leben nicht mehr glaubt, daß die vom Christentum versprochene Abkürzung 'einmal durch Jammertal des irdischen Lebens und dann ab ins Paradies' funktioniert.
Keiner hat behauptet, daß nicht auch Heiden fiese Vorurteile haben können. :mrgreen:
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Beitragvon nevermore » 11. Feb 2009 20:40

Heißt das, dass manche Seelen früher und andere später erstmalig entstanden sind? Kommen dann im Lauf der Zeit immer weitere neue Seelen hinzu? Vergehen manche auch endgültig, und wenn, was passiert dann mit ihnen? Oder gibt es von "Anfang" (wann auch immer das ist) an eine endliche Zahl Seelen, die unterschiedlich oft wiedergeboren werden?
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Beitragvon Demona » 11. Feb 2009 23:22

Ich entschuldige mich erst einmal vorweg für meine Abwesenheit, aber ich hatte mal wieder Migräne.

Ich fand diese Kapitel auch sehr merkwürdig. M.E. ging das bei Igraine sehr schnell, erst fühlte sie Verständnis für ihren Mann und eine gewissen Vertrautheit und mochte Uther überhaupt nicht.
Und dann legte sie so ein Verhalten an den Tag, dass ihr Mann eifersüchtig wurde und gegen sie handgreiflich?
Und dann die Träume von Uther. Kann es sein, dass die von Vivianne oder Merlin kamen, um sie schneller weich zu klopfen?
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Beitragvon nevermore » 13. Feb 2009 21:46

@Alsionna, oder wer sich sonst auskennt, könnt ihr mich noch darüber aufklären, wie das im Heidentum (Avalon-Variante) mit der Wiedergeburt gesehen wird - siehe meine zugegeben lange Fragenliste oben? :blush: :bat:
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Beitragvon Demona » 13. Feb 2009 21:53

@ nevermore

Da kann ich dir leider nicht weiter helfen. Ich habe da nicht so die Ahnung drin, leider.

Aber interessieren würde es mich auch.
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Beitragvon Alsionna » 13. Feb 2009 22:22

Ich erkläre es noch, habe im Moment aber Wasser im Keller und den ganzen Tag Eimer geschleppt.
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Beitragvon nevermore » 13. Feb 2009 22:27

Ohje, du Arme! :scare2: :ohn: ist ja grässlich! Bei uns war nur die letzten Tage Dauerschnee - Kehrwoche hatte ausnahmsweise mal nicht ich. :superstition:
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Beitragvon Alsionna » 14. Feb 2009 19:13

Leider taut der Schnee zwischendurch immer wieder und wenn die Drainagepumpe dann nicht anspringt, wie z.B. vorgestern beim Stromausfall, habe ich halt Wasser im Keller. Ist alles wieder ziemlich trocken, ich habe ja ein paar Jahre Übung mit diesem Unglücksbau. :lol:

Zu den Fragen:
- Ich denke, die Anzahl der Seelen ist so unendlich wie das Universum.
- Da Alles Teil des Lebens und damit beseelt ist, sind auch unendliche Möglichkeiten vorhanden, wo Seelen sich befinden können.
- Die Schöpfung wurde nicht geschaffen, sondern aus der Göttin geboren und dieser Prozess hält weiter an, also werden auch noch Seelen geboren.
- Da jede Seele einen eigenen Willen und einen eigenen Weg hat, mag es welche geben, die sich sehr spät, sehr selten oder garnicht für die Geburt als menschliches Wesen entscheiden. Da aber die Form der Existenz keine Wertung bedeutet, macht das nichts.
- Wie und wann sie wiedergeboren wird entscheidet eine Seele in einem Zustand wahrer Selbsterkenntnis, daher ist auch Vivianes Bemerkung über in einem späteren Leben Verantwortung für Entscheidungen im jetzigen zu übernehmen, nicht im Sinne von Strafe gemeint, sondern als selbstbestimmte Übernahme von Verantwortung für die eigenen Handlungen und Anerkenntnis eines vorhandenen Lern- oder Erfahrungsbedarfs.
- Da es eigentlich eine Menge Möglichkeiten gibt, sich für unbestimmte Zeit quasi auszuklinken, indem man eine nahezu unveränderliche Existenzform wählt, kann ich mir persönlich kein endgültiges Vergehen einer Seele vorstellen. Aber ich bin hier und lebe, weil mich das Leben an sich fasziniert. Nicht mehr zu wollen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

Ich bin mir nicht ganz sicher, daß ich mich verständlich ausgedrückt habe. Wie beschreibt man 'Glauben, Liebe und Vertrauen in und an das Leben'?
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Beitragvon nevermore » 15. Feb 2009 13:40

hm, das bedeutet, dann dass es immer mehr Seelen werden, wenn ständig neue hinzugeboren werden, aber keine Seelen vergehen. Gibts im Heidentum eine Vorstellung vom Ende des Universums, oder glaubt man, dass es immer weiter existieren wird?
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Beitragvon Alsionna » 15. Feb 2009 15:07

Nein, das bedeutet nur, daß es 'das Heidentum' nicht gibt. Ich habe versucht, meine Vorstellung zu erklären und zwar ohne dem im Buch gesagten zu widersprechen. Allgemeine verbindliche Auskünfte bekommst du wahrscheinlich nicht mal von organisierten Wiccas. Steck drei heidnische Priesterinnen zusammen in einen Raum und du kannst froh sein, wenn sie sich nach einer Stunde noch enig sind, daß sie die selbe Göttin anbeten. Was sich meiner Vorstellungskraft entzieht und auch der einiger mir bekannter Heiden, kann trotzdem für andere wahr sein.
Es gibt Heiden, die glauben, daß alles Leben irgendwann in einen Nirvana-ähnlichen Zustand zur Göttin zurückkehrt. Wobei dieses Irgendwann so weit weg ist vom jetzigen Leben, daß es das aktuelle Handeln nicht betrifft und auch nicht betreffen darf. Sonst würde es zu diesem Eindruck von Fatalismus führen, den manche asiatische Religionen in westlich-christlichen Augen vertreten.
Heidnische Vorstellungen sind mythologisch nicht philosophisch, die Zeit vergeht zyklisch oder entlang einer konzentrischen Spirale nicht linear. Wichtig ist weniger das Woher und Wohin als das Was-und-Wie im Hier-und-Jetzt. Die Vergangenheit beeinflußt die Gegenwart und die Zukunft, aber nicht im Sinne einer kontinuierlichen und linearen Verbesserung. Viele Leben machen nicht zwangsläufig weise.

Ich tue mich mit den Antworten schwer, weil deine Fragen vernünftig, philosophisch, wissenschaftlich sind, sich mir aber so nicht stellen. :(
Ich versuchs mal mit einem Beispiel. Wenn du einem modernen, gebildeten, gläubigen Katholiken erklärst, daß Maria nach Jesu Geburt rein medizinisch keine Jungfrau mehr sein kann, weiß dieser natürlich, daß du rein medizinisch gesehen, Recht hast. Es ist nur irrelevant für seinen Glauben, da die Frage der Jungfräulichkeit Marias garnichts mit Medizin zu tun hat. Physiker tun sich auch schwer mit der Erklärung eines sich nach dem Urknall unendlich ausdehnenden Universums, daß irgendwann wieder kollabieren wird, um nach einem neuen Urknall wieder zu expandieren. Diese Abfolge von Knall und Zusammenbruch ist dann nämlich auch wieder unendlich.
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Beitragvon nevermore » 15. Feb 2009 19:53

Alsionna hat geschrieben:Nein, das bedeutet nur, daß es 'das Heidentum' nicht gibt. Ich habe versucht, meine Vorstellung zu erklären und zwar ohne dem im Buch gesagten zu widersprechen.


Ach so ... ich hatte die Buch-Variante im Kopf. Da habe ich dich falsch verstanden.

Allgemeine verbindliche Auskünfte bekommst du wahrscheinlich nicht mal von organisierten Wiccas. Steck drei heidnische Priesterinnen zusammen in einen Raum und du kannst froh sein, wenn sie sich nach einer Stunde noch enig sind, daß sie die selbe Göttin anbeten. Was sich meiner Vorstellungskraft entzieht und auch der einiger mir bekannter Heiden, kann trotzdem für andere wahr sein.


Schon klar, das ist in anderen Religionen ja auch nicht anders.

Heidnische Vorstellungen sind mythologisch nicht philosophisch, die Zeit vergeht zyklisch oder entlang einer konzentrischen Spirale nicht linear. Wichtig ist weniger das Woher und Wohin als das Was-und-Wie im Hier-und-Jetzt. Die Vergangenheit beeinflußt die Gegenwart und die Zukunft, aber nicht im Sinne einer kontinuierlichen und linearen Verbesserung. Viele Leben machen nicht zwangsläufig weise.

Ich tue mich mit den Antworten schwer, weil deine Fragen vernünftig, philosophisch, wissenschaftlich sind, sich mir aber so nicht stellen. :(
Ich versuchs mal mit einem Beispiel. Wenn du einem modernen, gebildeten, gläubigen Katholiken erklärst, daß Maria nach Jesu Geburt rein medizinisch keine Jungfrau mehr sein kann, weiß dieser natürlich, daß du rein medizinisch gesehen, Recht hast. Es ist nur irrelevant für seinen Glauben, da die Frage der Jungfräulichkeit Marias garnichts mit Medizin zu tun hat. Physiker tun sich auch schwer mit der Erklärung eines sich nach dem Urknall unendlich ausdehnenden Universums, daß irgendwann wieder kollabieren wird, um nach einem neuen Urknall wieder zu expandieren. Diese Abfolge von Knall und Zusammenbruch ist dann nämlich auch wieder unendlich.


Du hast das doch sehr gut beantwortet, wenn du sagst, das Universum ist zyklisch, ist das nicht weniger vernünftig oder philosophisch, als wenn es was anderes wäre. :)

Ich werd versuchen, heut noch die nächsten Kapitel hier anzustoßen ... kanns aber nicht versprechen, ob es nicht morgen wird.
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Beitragvon Demona » 15. Feb 2009 20:15

Ist o.k. für mich, da ich noch einen Haufen Englisch nachzuholen habe und wir nächste Woche auf unseren Lieblingslehrer verzichten müssen.
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Beitragvon Alsionna » 15. Feb 2009 20:40

Ach so ... ich hatte die Buch-Variante im Kopf. Da habe ich dich falsch verstanden.

Wie gesagt, ich glaube nicht, dem Buch widersprochen zu haben, jedenfalls Viviane nicht. Viviane spricht überwiegend mit untergeordneten Priesterinnen oder nicht-iniziierten, sie drückt sich manchmal sehr vage aus oder zieht sich auf Mysterien zurück. Dabei verfolgt sie auch noch weltliche Ziele. Also Buch-Variante, so wie ich sie verstanden habe plus Zusatzwissen aus der Praxis des real-existierenden Heidentums. Morgaine und der jeweilige Merlin sehen ein paar Dinge anders.

Und lass dir Zeit, wir sind hier zum Spaß nicht in der Schule.
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Beitragvon nevermore » 15. Feb 2009 23:17

In Kapitel 5 und 6 wird Uther zum Großkönig gekrönt. Igraine hat immer noch Differenzen mit Gorlois, wegen Glaubensfragen. Sie hängt immer noch dem Druidenglauben an und Gorlois hält das für Ketzerei. Im Anschluss an die Zeremonie eröffnet Uther Igraine, dass auch er Visionen bzw. Träume hatte, in denen er mit Igraine zusammen war. Als Gorlois die beiden zusammen antrifft, eskaliert seine Eifersucht und es gibt einen heftigen Streit. Gorlois kündigt Uther die Gefolgschaft auf und entscheidet, nach Tintagel zurückzukehren, auch wenn das bedeutet, dass das Bündnis gegen die Sachsen zerbricht.

In Cornwall angekommen wird Igraine von Gorlois unter Hausarrest gestellt. Gorlois reitet wieder weg, um Cornwall gegen Räuber und wenn nötig auch gegen Uther zu verteidigen. Igraine hat weiter Visionen von Uther und wartet sehnsüchtig, aber vergeblich auf Nachrichten aus Avalon. Sie zerstreitet sich mit Pater Columba und versucht, bewusst ihre seherische Gabe einzusetzen, um Viviane anzurufen. Auf diesem Weg erfährt sie, dass Viviane selbst schwanger ist und befürchtet nun, dass sie bei der Geburt sterben wird. In einer zweiten Vision kündigt Uther seine Ankunft für die Wintersonnenwende an.

------------------------

Igraine ist jetzt wirklich unglücklich und kann einem wirklich leid tun, wie sie da völlig mit ihrem Mann zerstritten und auf Tintagel eingesperrt ist. Ihre einzige Hoffnung scheinen ihre Visionen von Uther zu sein, da sie von Avalon oder Merlin nichts hört.

Es ist schon erstaunlich, wie anders Uther hier wegkommt, im Unterschied zu allen anderen Darstellungen, die ich bisher kannte - wobei das ja nur ein paar wenige sind.

Morgause ist hier zwar nicht die böse Hexe wie bei White und Bradshaw, aber ein etwas hinterlistiges und skrupelloses Persönchen ist sie auch bei Zimmer-Bradley. Insgesamt kommt es mir so vor, als sei die Charakterisierung der Frauen zwischen den verschiedenen Autoren etwas konsistenter als die der Männer, wo man z.T. kaum den Eindruck hat, dass vom selben Charakter die Rede ist.
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Beitragvon Demona » 22. Feb 2009 17:42

Da stimme ich dir zu. Allerdings kommt Uther auch bei Fetjaine besser weg.

Allerdings ist da die Mutter von Morgaine auch die Mutter der Elben und die sieht in ihren Visionen wie sie Uther an Igraine verliert. Dort ist Gorlois auch ein böser alter Mann.

Jedoch ist mir neu - kann mich nicht erinnern, dass das in den anderen Erzählungen auch so war - das auch Vivianne auf einmal ein Kind erwartet. Oder habe ich das missverstanden und es ist nur eine Deutung von Igraine.
Irgendwie ist dieses Buch für mich etwas verwirrend und ich blicke da noch nicht wirklich durch. Auch verstehe ich, ehrlich gesagt, den Hype um das Buch nicht. Bis jetzt werde ich mit ihm nicht warm. Liegt vllt. auch daran, dass ich die Verfilmung selbigen vor Augen habe.

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Beitragvon nevermore » 24. Feb 2009 18:56

Tja, ich tue mich auch etwas schwer damit, wider Erwarten... die Verfilmung habe ich nicht gesehen, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Komisch, normalerweise klagen die Leute immer, dass der Film viel schlechter sei als das jeweilige Buch...

Nichtsdestoweniger will ich jetzt mal weitermachen, nachdem der Karneval vorbei ist. In Kapitel 7 und 8, Seite 119-155 in der Taschenbuchausgabe, sind wir immer noch größtenteils bei Igraine. Gorlois ist von seiner Reise zurück und es gibt immer noch Differenzen wegen Glaubensfragen und Gorlois Entscheidung, Uther die Unterstützung gegen die Sachsen zu versagen. Dass Gorlois jetzt bei ihr impotent ist und sie dafür verantwortlicht macht, trägt auch nicht zum Ehefrieden bei. Gorlois Aufenthalt ist nur kurz, er macht sich wieder auf den Weg, und Igraine verbringt die Zeit damit, Morgaine und Morgause zu unterrichten und sich nach Uthers Ankunft zu sehnen. Von einer alten Hökerin erfährt sie, das Viviane die Geburt überlebt hat und Mutter eines Sohns namens Galahad geworden ist.
Igraine macht sich Sorgen, dass Uther in einen von Gorlois Hinterhalten gerät und nach langem Überlegen entschließt sie sich, ihre Fähigkeiten einzusetzen und sich auf eine Astralreise zu machen, um ihm eine Warnung zu überbringen. Ein gefährliches Unterfangen, das ihr aber gelingt, wenn sie es auch nur mit knapper Not überlebt.

Zur Wintersonnenwende taucht eine Truppe von Reiter unter Führung von Merlin auf Tintagel auf, und es gibt wieder einmal Differenzen, diesmal mit Pater Columba, über Glaubensfragen. Uther ist in Verkleidung von Gorlois unter ihnen - Columba erkennt den Trick nicht. Uther ist gekommen, um Igraine zu seiner Frau zu nehmen, und die beiden verhalten sich bereits wie Eheleute. Igraines anfängliche Andeutungen von Skrupel sind schnell zerstreut. In dieser Nacht wird Arthur gezeugt. Am Morgen bringt man Gorlois Leichnam, und Uthers Schwindel fliegt auf. Das Geschrei von Columba ist natürlich groß. Igraine bereitet sich darauf vor, zur Königin verheiratet zu werden.

Das Kapitel endet mit einer Beschreibung Morgaines der Hochzeit zwischen Uther und Igraine, und der Zeit danach. Uther kommt nun plötzlich nicht mehr so gut weg, auch Igraine nicht. Die beiden haben nur noch Augen füreinander, und sie fühlt sich vernachlässigt und als das fünfte Rad am Wagen. Sie beginnt, Arthur zu hassen, bis sie erkennt, dass Arthur sich ebenso verlassen fühlt wie sie. Einige Jahre später wird Morgause mit König Lot verheiratet, und Morgaine begegnet zum ersten Mal Viviane, bei der sie sich sofort zuhause fühlt. Vivaine verspricht, sie nach Avalon zu holen, damit sie eine Priesterin wird.

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Mal ehrlich, dass Columba und alle anderen so einfach auf Uther hereinfallen, ist meiner Meinung nach nicht einfach durch Umhang und Ring zu erklären. Da muss schon etwas mehr als nur ein bisschen Blendwerk Merlins dabeigewesen sein.

Interessant, wie der Perspektivwechsel von Igraine auf Morgaine die beiden Charaktere Igraine und Uther plötzlich ganz anders dastehen lässt.
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