Lesezirkel "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien

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Beitragvon Cellmorbasg » 27. Okt 2008 14:03

Es ist nicht der Reichtum und der Wohlstand an sich, sondern ihre Gier danach.
Sie lassen es zu, dass das Verlnagen die Kontrolle übernimmt - ich denke das ist es, was ihnen nich bekommt.

Und jene die davon befreit sind, müssen - wie Fili und Kili - zu früh sterben.
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Beitragvon Demona » 27. Okt 2008 16:00

@ Cellmo

Ich denke nicht, dass Balin auch von der Gier übermannt wurde, als er Moria wieder in alten Glanz erstrahlen lassen wollte.
Da kann man dann sagen, dass er wohl zur falschen Zeit am falschen Platz war. Was wäre wohl geschehen, wenn die Orks nicht Moria eingenommen hätten?
"Möge Gott sein zwischen Dir und dem Leid, an allen verlassenen Orten, die Du erreichen wirst." (ägyptischer Segensspruch "Babylon 5")

"Wichtig ist nur, was du mit der Zeit anfängst, die dir in deinem Leben gegeben ist." (Gandalf zu Frodo in Moria, HdR- Die Gefährten)
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Beitragvon Cellmorbasg » 27. Okt 2008 16:56

Nun ich denke, dass Balin im Hobbit tatsächlich nicht so befallen ist wie Thorin, dass ist wohl keiner der anderen Zwerge.
Aber gerade sein Gang nach Moria zeigt doch, dass auch er ergriffen ist von dem Verlnagen nach Reichtum und Glanz.
Gier ist sicher ein hartes Wort und man kann es auch Verlangen oder sonstwie nennen - im Kern ist es doch immer der gleiche Antrieb.

Ich nehme mal an, er ist auch deshalb nach Moria gegeangen, weil die Tour zum Erebor ja letztendlich erfolgreich war. Er hatte sicher die gleiche Hoffnung für sein Unternehmen in Moria. Aber er hat dabei vollkommen vergessen, was den Erfolg am Erebor am Ende ausmachte - nicht der Schatz und der Reichtum, sondern das Miteinander der freien Völker - die Gemeinschaft.
Nur mit Zwergen nach Moria zurückzugehen war wohl eher töricht.

Aber es bestätigt andererseit die These des heimatlosen Volkes. Die Zwerge werden nirgends richtig heimisch, sind sie an der einen Stelle fündig geworden, müssen sie weiter ziehen um noch mehr Stellen für sich zu erschließen.
Ihre Heimat sind ihre Kameraden und das Gold. Lezteres scheint sie aus meiner Sicht ein um's andere Mal um den klaren Verstand zu bringen.
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Beitragvon nevermore » 28. Okt 2008 11:35

So, die Zwerge haben also nur noch den Schatz im Kopf und schotten sich ansonsten von Allem ab. Lange wird das nicht gut gehen. Und der Ärger wegen dem Arkenjuwel deutet sich an. Soviel zum Thema „Bilbo darf sich seinen Teil der Belohnung aussuchen“.

Und Bilbo trägt sich mit dem Gedanken, die Angelegenheit selbst in die Hände zu nehmen. Kann ihm das irgendwie nicht verdenken. Immerhin zeigt er sich in der Sache mit den Städtern einsichtig und will nicht mehr haben, als sein rechtmäßiger Anteil ist. Ob seine Vorgehensweise allerdings so glücklich ist, ist eine andere Frage. Schon möglich, dass er das mit den besten Absichten angeleiert hat, aber das Arkenjuwel als Mittel zur „Verhandlung“ (oder eher Erpressung?) an Bard weiterzugeben könnte man aus Sicht der Zwerge schon als Verrat ansehen, selbst wenn er dann zu den Zwergen zurückgekehrt ist. So ganz sauber ist das nicht. Auch wenn es ihn ehrt, dass er trotz allem immer noch die Zwerge als „Freunde“ betrachtet, ich finde diese „Freundschaft“ recht einseitig. Ich glaube Gandalf gern, dass ihm eine „unerfreuliche Zeit“ bevorsteht.

Wegen der Sache mit den Zwergen: Die Zwerge scheinen irgendwie das "Erdelement " zu sein. Verbundenheit mit der Scholle und starken Hang, bis hin zur Gier, zum Materiellen.

Ich denke nicht, dass Balin auch von der Gier übermannt wurde, als er Moria wieder in alten Glanz erstrahlen lassen wollte.

Aber gerade sein Gang nach Moria zeigt doch, dass auch er ergriffen ist von dem Verlnagen nach Reichtum und Glanz. Gier ist sicher ein hartes Wort und man kann es auch Verlangen oder sonstwie nennen - im Kern ist es doch immer der gleiche Antrieb.
[...]hat dabei vollkommen vergessen, was den Erfolg am Erebor am Ende ausmachte - nicht der Schatz und der Reichtum, sondern das Miteinander der freien Völker - die Gemeinschaft.


Hört sich irgendwie ganz nach Londo Mollari an.
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Beitragvon Demona » 1. Nov 2008 17:04

Wollen wir mit dem Hobbit weiter machen? Dann würde ich das nächste Kapitel rein stellen?
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Beitragvon nevermore » 1. Nov 2008 19:24

Von mir aus gern.
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Beitragvon Demona » 3. Nov 2008 20:12

So, dann machen wir mal weiter...


17. Kapitel - Die Wolken bersten


Am nächsten Morgen erklang Trompetenklang vom Lager her und es kam ein Eilbote den Steig entlang gelaufen. Er kam nicht sehr nahe und fragte rufend nach, ob Thorin bereit für eine neue Anhörung sei, da neue Nachrichten eingetroffen seien und die Lage sich nun verändert hätte.
Thorin ging davon aus, dass die Belagerer von Dain erfahren hatten und teilte dem Boten mit, dass einige wenige kommen dürfen, jedoch ohne Waffen.
Um die Mittagszeit sah man als erstes die Banner des Wald- und Seenreiches auftauchen und dahinter eine Schar von etwa 20 Leuten. Angeführt vom Elbenkönig und Bard, stand vor ihnen ein alter Mann in Mantel und Kapuze, der ein von starken Eisenbändern umfasstes Holzkästchen.
Nachdem sie am Steig die Waffen abgelegt hatten, traten sie an die Mauer und Bard fragte Thorin, obwohl er seine Meinung geändert hätte.
Thorin antwortete, dass ein paar Sonnaenauf- und untergänge seine Meinung nicht ändern würden und fragte an, warum sie gekommen waren. Er könne nicht ersehen, dass das Elbenheer abgezogen wäre und solange es noch hier wäre, würde er nicht mit ihnen verhandeln.
Bard fragte nochmals nach. ob es nichts gäbe, für das Thorin etwas von seinem Gold abgeben würde. Thorin verneinte und Bard hakte nach, ob er es auch nicht für den Arkenjuwel tun würde.
Der alte Mann öffnete daraufhin das Kästchen und der Stein erstrahlte hell im Morgenlicht.
Der Zwerg brachte vor Staunen und Verwirrung keinen Ton heraus und kein Laut durchbrach die Stille.
Schließlich brach Thorin das Schweigen und seine Stimme bebte vor Zorn. Der Stein gehörte seinem Vater und wäre somit rechtmäßig sein Eigentum und wie käme er dazu, über sein Eigentum zu verhandeln. Dann fragte er mit Verwunderung nach, wie sie zu seinem Erbe gekommen wären, außer sie hätten es gestohlen.
Bard erwiderte, dass sie keine Diebe wären und ihm nur sein Eigentum gegen ihr Eigentum zurück geben würden. Thorin war jedoch so wütend, dass er ihnen nicht mehr richtig zuhörte und nur noch wissen wollte, woher sie es bekommen hatten.
Bilbo hatte es mittlerweile mit der Angst bekommen und konnte nur noch quietschend antworten, dass er es war, der ihnen den Stein gegeben hätte.
Thorin geriet nun außer sich vor Zorn, scnhappte sich Bilbo, hielt ihn fest und schüttelte ihn hin und her. Dabei schimpfte er auf ihn ein und nannte ihn einen zu kurz geratenen, elenden Meisterdieb und wünschte sich Gandalf herbei, damit er ihn fragen könne, warum er ausgerecht diesen Hobbit ausgewählt hatte. Der Zerg war so wütend, dass er sogar drohte, den Hobbit in die Klippen zu schleudern.
Da rief der alte Mann mit dem Kästchen zu, er solle einhalten, sein Wunsch würde ihm erfüllt werden. Es war kein geringerer als Gandalf, der den Zwerg aufforderte, den Hobbit runter zu lassen und kein Haar zu krümmen. Thorin solle lieber zuhören, was Bilbo ihm zu erzählen hätte.
Thorin warf ihnen vor, unter einer Decke zu stecken und er wolle nie wieder mit einem Zauberer und dessen Freunden zu tun haben. Er setzte jedoch Bilbo auf der Mauer nieder und forderte ihm auf, seinen Grund zu nennen.
Der arme Hobbit war immer noch am zittern und begann mit seiner Erklärung. Obwohl ihm das alles sehr peinlich war, erinnerte er Thorin daran, dass dieser ihn selber dazu aufgefordert hätte, er, Bilbo, solle sich seinen Anteil selbst auswählen. Erklärend fügte er hinzu, dass er dies vielleicht zu wörtlich genommen hätte, da die Zwerge in Wörten höflicher als in Taten wären. Bilbo war etwas in Rage geraten, ob der Wortwahl "Rattensohn" von Thorin und fuhr fort, dass Thorin ihn selbst mehrmals als sehr nützlich hin gestellt habe. Er habe halt über seinen Anteil verfügt und Thorin müsse dies nun so hinnehmen.
Finster erwiderte Thorin, dass er es so hinnehmen müsse, der Hobbit aber gleich mitgehen möge und er ihn nie wieder begegnen wolle. Thorin fühlte sich verraten, da er nicht auf den Arkenjuwel verzichten könne und um ihn wieder zu erlangen, werde er ein Vierzehntel von seinen Gold und Silber hergeben, allerdings nicht von den Juwelen. Dies solle der versprochene Anteil an einen Verräter sein und damit könne dieser entscheiden, wie er will. Thorin kündigte dem Hobbit die Freundschaft und trug ihm an, jetzt sofort zu verschwinden.
Bard bestand darauf, dass der Arkenjuwel bis zum Austausch bei ihnen bleiben würde. Gandalf entgegnete Thorin, dass dieser sich nicht als besonders grißherzig erwies, was sich jedoch schnell würde ändern können.
Thorin erwog kurz, mit Hilfe von Dain den Juwel zurück zu erobern und somit auch Bilbos Anteil einzubehalten.
Dieser wurde die Mauer herunter gelassen, mit nichts als der Rüstung, die ihm Thorin schon vorab gegeben hatte. Mehr als ein Zwerg schämte sich indessen über den Fortgang des Hobbits und betrauerte ihn sehr.
Bard gab Thorin bis zum Mittag des nächsten Tages Zeit, um zu sehen, ob die Zwerge bis dahin jenen Teil des Schatzes gebracht hätten, den Thorin für den Arkenjuwel ausgesetzt hatte. Würde dies ohne Betrug geschehen, dann würde sie abziehen und die Elben in den Wald zurück kehren.
Während der Trupp zum Lager zurück kehrte, sandte Thorin Boten an Dain und unterrichtete diesen über den Stand der Dinge und bat ihn, rasch anzurücken.

Der nächste Tag begann dunkel und trüb und der Wind drehte nach Westen um. Früh am Morgen tauchten die ersten Eilboten auf und ihr alarmierender Ruf weckte das Lager. Sie erzählten vom Herannahen des Zwergenheeres von Dain, welches in Eilschritten auf Dal zustrebte. Dain und sein Heer war die ganze Nacht durchmarschiert und erschien nun eher als erwartet. Jeder der Zwerge war in Panzerhemden aus stählernen Kettenringen beleidet und voll bewaffnet mit zweihändigen Hacken, einen breitem Kurzschwert und einem Rundschild über der Schulter. Die Sturmhauben und Stiefel waren aus Eisen und sie hatten einen äußerst grimmigen Gesichtsausdruck.
Die Trompten riefen die Menschen und Elben zu Waffen, da es nun nicht mehr lange dauern würde, bis die Zwerge das Tal heraufschritten. Zwischen dem Fluss und den Ostausläufern des Berges hielten sie an und einige davon zogen weiter und überquerten den Fluss. Als Zeichen des Friedens legten sie die Waffen nieder und kamen mit erhobenen Händen auf das Lager zu.
Bard ging ihnen mit Bilbo entgegen, um mit ihnen zu reden.
Die Zwerge stellten sich als Gesandte von Dain, dem Sohn von Nain vor und teilten mit, dass sie hierher kamen, um ihre Verwandten zu begrüßen, die hier das alte Königreich neu errichtet hatten. Damit wollten sie ausdrücken, dass die Menschen und Elben hier nichts zu suchen hatten und die Zwerge auf jeden Fall ihren Weg fortsetzen werden.
Bard war jedoch nicht dieser Meinung. Auf keinen Fall würde er vor dem Austausch des Arkenjuwels gegen Gold und Silber den Platz räumen. Er war der Meinung, dass dies nicht mehr geschehen würde, wenn er Dains Heer erst einmal die Festung verstärkt hätte. Mit den mitgebrachten Lebensmitteln von Dain würde die Belagerung sich um Monate verlängern.
Bards Überlegungen waren richtig, denn so hatten es die Zwerge bei ihren Austausch über die Raben geplant. Das Bard dies durchschaute war sehr ärgerlich für die Zwerge und die Boten kehrten, Verwünschungen zwischen ihren Zwergenbärten murmeln, zu den anderen zurück.
Zur gleichen Zeit schickte Bard Leute zum Tor aus, um zu prüfen, ob die Zwerge das Gold und Silber bereit gelegt hatten. Diese wurden jedoch mit einem Pfeilhagel empfangen und so kehrten sie eilig zum Lager zurück. Es sah so aus, als würde bald die Schlacht beginnen, da Dains Zwerge am Ostufer entlang zogen.
Während Bard die Zwerge auslachte und Bogenschützen und Speerträger zwischen den Felsen postieren woltle, mahnte der Elbenkönig zur Ruhe. Er wollte abwarten, ehe er wegen Gold einen Krieg anfinge. Seiner Meinung nach kämen Dains Zwerge nicht an ihnen vorbei und könnten somit nichts gegen sie unternehmen. Der Elbenkönige hoffte immer noch auf eine Aussöhnung und darauf, die Angelegenheit friedlich regeln zu können.
doch er hatte nicht mit den Zwergen gerechnet. Es ließ ihnen keine Ruhe, dass der Arkenjuwel in den Händen der Belagerer waren und während Bard und der Elbenkönig noch zögerte, gingen sie lautlos und plötzlich zum Angriff über. Pfeile pfiffen heran und die Schlacht schien zu beginnen.
Plötzlich jedoch nahte mit einer unheimlichen Geschwindigkeit eine Finsternis heran. Schwarze Wolken flogen über den Himmel, Donner rollte und ein wilder Wind dröhnte heran. Unter dieser Unwetterwand kam noch eine andere Finsternis heran und die kam nicht mit dem Wind. Eine riesige Vogelwolke nahte aus Norden heran, die so dicht war, dass zwischen den Schwingen das Tageslicht verschwand.
Gandalf schritt nahend heran. Er stellte sich inmitten der Zwerge auf, hob die Arme und übertönte mit seiner Stimme das Unwettergrollen und sein Stab sandte strahlende Blitze aus. Gandalf warndte alle vor einer viel schlimmeren Gefahr, die nun früher als erwartet über alle hineinbrechen würde. Orks würden über sie herfallen, angeführt von Bolg aus dem Norden. Zu Dain sagte er, dass es jener Bolg wäre, dessen Vater er in Moria erschlagen habe. Es waren Fledermäuse, die für die Dunkelheit sorgten und über Bolgs Heer wie riesige Fledermäuse schwirrten. Die Orks ritten auf den Wargen, die mit ihnen unterwegs waren.
Während Gandalfs Warnung war es noch dunkler geworden und überall war Verwirrung herein gebrochen. Dieser sprach ihnen Mut zu, wenn sie bereit für Verhandlungen seien und diese Schlacht gemeinsam bestreiten würden.

Es begann eine Schlacht, die später als die Schlacht der fünf Heere in die Geschichte einging und sie war entsetzlich. Die Orks waren so wütend über den Tod des großen Ork gewesen, dass sie all ihre Leute zusammen gerufen hatten. Während sie marschierten erfuhren sie davon, dass Smaug getötet worden war. Diese Nachricht ließ sie erfreut noch schneller laufen und so waren sie Dain und seinem Heer dicht auf den Fersen. Leider hatten die Raben von diesem Anmarsch nichts bemerkt und so kam es, dass Orks und Warge gegen die Elben, Menschen und Zwerge in die Schlacht zogen.
Wieviel Gandalf von der ganzen Sache wußte, konnte man nicht sagen, aber auch er hatte diesen Überraschungsangriff nicht erwartet.
Gandalfs Plan sah wie folgt aus: Die Orks waren die Feinde aller hier und so sollten sich die Elben, Menschen und Zwerge miteinander vereinen. Ihre geringe Hoffnung auf den Sieg bestand darin, die Orks in die Talausläufer zu locken und sie dort zu vernichten. Es blieb auch keine Zeit mehr von woanders Hilfe zu holen.
Bald darauf fielen die Feldermausschwärme über die Bergseite herein und Bard rief allen zu, dass sie zum Berg und dort Stellung beziehen sollten, bevor es zu spät sei.
Die Elben setzten sich bei den südlichen Ausläufern an den niedrigen Hängen fest und die Menschen und Zwerge an den östlichen Ausläufern.
Bard jedoch erklimmte mit einigen der flinkesten Menschen und Elben den Grat des Ostausläufers und spähte nach Norden aus. Die herannahenden Orkmassen ließen das Land in Richtung Dal schwarz erscheinen. Angeführt wurden sie von den schnellsten Wolfsreitern und ihr Geschrei und Geheul zerriss die Luft. Ein paar mutige stellten sich ihnen entgegen, hatten aber keine Chance und die Überlebenden zogen sich rasch zurück. Sie wurden von einer wütenden Orkmasse verfolgt uns so liefen diese genau in die von Gandalf geplante Falle.
Die Schlacht war das schlimmste und schrecklichste Erlebnis, was Bilbo je erlebt und Zeit seines Lebens immer hassen würde. Jedoch würde Bilbo immer sehr stolz darauf sein, an dieser Schlacht beteiligt gewesen zu sein. Gleich zu Anfang hatte sich der Hobbit seinen Zauberring übergestreift. Dieser schützte ihn zwar nicht vor Orkpfeilen und Speeren, aber er half Bilbo, dem Schlimmsten aus dem Weg zu gehen.
Die Elben waren die Ersten, die die Orks angriffen, denn sie hassten diese Gestalten sehr und so schickten sie einen Pfeilhagel in die Orks hinein. Die Felsen färbten sich schwarz vom Orkblut, die Elben hielten inne und die Orks wollten sich gerade von dem unerwarteten Angriff erholen, als die Zwerge mit Dain an der Spitze zum Angriff übergingen. Neben den Zwergen bahnten sich die Menschen von Seestadt mit ihren Langschwertern den Weg.
Unter den so angegriffenen Orks breitete sich Entsetzen aus und sie wollten fliehen. Als sie sich umwandten bemerkten sie, dass sie die Elben in ihrem Rücken hatten. Zahlreiche Orks wollten über den Fluss fliehen, um der Falle zu entgehen, aber viele ihrer eigenen Wölfe fielen über sie her. Der Sieg für die drei Verbündeten schien nahe, als von der anderen Seite des Gebirges Orkgeschrei erklang. Das Orkheer hatte sich geteilt und die Verteidiger hatten nicht die Leute, um gegen diese Schar anzugehen. Tollkühn strömten sie über dem Eingangstor die steilen Hänge herab und kümmerten sich nicht um ihre anderen Kameraden. Das Blatt schien sich nun zu wenden, da es nur die erste Flut der Orks war, die zurück geschlagen worden war.
Der Tag ging zu Ende und die Orks sammelten sich wieder im Tal. Während die Dunkelheit hereinbrach, schwirrten die Fledermäuse um die Köpfe der Menschen und Elben und setzten sich wie Vampiere auf die Geschlagenen. Bard war jetzt gezwungen, die Ostausläufer zu verteidigen. Am Rabenberg hatten sie Elben um ihren könig versammelt und leisteten Widerstand.
Plötzlich erklang Geschrei vom großen Tor, welches von Trompetengeschmetter begeleitet wurde. Es war Thorin Eichenschild, der im ganzen Schlachtgewirr völlig vergessen worden war. Thorin war aber nicht untätig gewesen und hatte Hebebäume von innen setzen lassen und so krachte ein Teil der Mauer in die schützende Wasserfläche und heraus rannte der Zwergenkönig vom Berg mit seinen Gefolgsleuten. Auch die von den Orks von oben herab geworfenen Felsbrocken konnte Thorin und seine Leute nicht aufhalten. Voller Wut stürzten sie sich in die Schlacht und riefen die anderen zu sich. Dains Zwerge rannten, die Schlachtordnung völlig missachtend ihnen zu Hilfe. Auch Bard konnte einige der Menschen nicht aufhalten, die Thorins Ruf folgten. von der anderen Seite schlossen sich ihnen viele Speerträger der Elben an. Die Warge waren schon lange in die Flucht geschlagen, aber Thorin gelang es nicht, die Leibwache von Bolg zu durchbrechen.
Hinter Thorin lagen viele Menschen und Elben zwischen erschlagenen Orks. Thorins Trupp waren einfach zu wenige und sie konnten die Orkschar bald nicht mehr aufhalten, als diese sich ihnen heulend entgegen stürzte. Die Elben und Menschen konnten ihm jedoch nicht zu Hilfe eilen, da sie selber zurück gedrängt wurden.
Bilbo, der bei den Elben auf dem Rabenberg geblieben war, blickte auf all das in tiefer Bedrübnis herab. Er hatte entschieden, dass er von hier aus eher fliehen konnte oder, und das war die Rukseite in ihm, er den Elbenkönig verteidigen konnte. Außderdem befand sich auch Gandalf hier. Der saß auf dem Felsboden und schien tief in Gedanken versunken. Bilbo hoffte, dass er einen Zauberstreich plante, bevor es zu Ende ging. Bilbo ahnte, dass es nun nicht mehr lange dauern konnte und war verzweifelt. Sollte das etwa das Ende sein, das Ende aller Strapazen, die er bei der Reise auf sich genommen hatte? Er wünschte sich tief im innern, dass Smaug auf seinen Schatz sitzen geblieben wäre und ihn dadurch nicht die wiederlichen Orks bekommen würden.
In diesem Augenblick zerriß ein Sturm die Wolken, die untergehende Sonne ließ den Himmel im Westen erglühen. Bilbo sah ein plötzliches Aufleuchten und schrie auf. Er hatte etwas erblickt, was sein Herz höher schlagen ließ: Es waren die Adler, sehr viele Adler. Der Adkerkönig schien ein Heer gesammelt zu haben aus allen Horsten des Nordens.
Bilbo konnte vor Freude und Begeisterung nicht aufhören zu schreien, zu tanzen und mit den Armen zu wedeln.
Die Elben konnten den tanzenden Hobbit zwar nicht sehen, aber überhören konnten sie ihn nicht, denn sein Ruf hallte im ganzen Tal wider.
Bilbo schrie noch einmal laut, dann wurde er von einem herabfallenden Stein am Helm getroffen. Derf Hobbit stürzte zu Boden und verlor das Bewusstsein.
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Beitragvon nevermore » 6. Nov 2008 20:44

Tja, also ehrlich gesagt tue ich mich etwas schwer, zu diesem Kapitel etwas zu schreiben ... :kopfkratz: ... über die Zwerge habe ich mich ja nun eigentlich schon genug ausgelassen, aber was Thorin hier Bilbo gegenüber bringt, setzt dem Ganzen wirklich die Krone auf. Er hat wohl völlig vergessen, wem er zu verdanken hat, dass er überhaupt an den Schatz gekommen ist? Wenigstens scheint den anderen Zwergen auch nicht ganz wohl bei der Sache zu sein.

Was die Orks betrifft, war es wohl Smaug zu verdanken, dass die nicht schon früher dort eingefallen sind?

Ich bin gespannt, ob durch die "Zwangsverbündung" gegen die Ork die ganze Sache nur aufgeschoben ist, oder Thorin jetzt etwas vernünftiger wird. Auch wüsste ich gerne, wieviel Gandalf wusste und ob er in Sachen Ork-Angriff die Finger im Spiel hatte (da Gandalf nicht Dumbledore ist, glaube ich das allerdings eher nicht).

Mit der Schlacht kann ich nicht viel anfangen (ich hab es nicht so mit Schlachten). Ich hoffe bloß, dass sie in der Verfilmung nicht gleich wieder den halben Film einnimmt.
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Beitragvon Demona » 6. Nov 2008 21:02

Auch wüsste ich gerne, wieviel Gandalf wusste und ob er in Sachen Ork-Angriff die Finger im Spiel hatte (da Gandalf nicht Dumbledore ist, glaube ich das allerdings eher nicht).


Nein das eher nicht. Wie ich in den Anhängen und Geschichten aus Mittelerde gelesen habe, war Gandalf zum Treffen der Zauberer bei Saruman. Dort liefen ja die Nachrichten wegen Sauron zusammen. Gandalf wollte Saruman und die anderen dazu bringen, etwas wegen Sauron zu unternehmen.
Aber Saruman hielt das noch für zu zeitig und wollte noch nichts unternehmen.
Soweit ich noch weiß, hatte aber Gandalf noch andere Mittel. Zu der Zeit hatte er auch schon Kontakt mit Aragorn und seinen Numenorern.
Soweit ich noch weiß, muss es auch Gandalf gewesen sein, der die Adlder um Hilfe bat.

Was die Orks betrifft, war es wohl Smaug zu verdanken, dass die nicht schon früher dort eingefallen sind?


Yepp. Smaug war einer von Saurons Gefolgsleuten. Es hatte schon einen Grund, warum Gandalf für die Reise der Zwerge war. Aber da würde ich dem HdR vorweg greifen.

Ich bin gespannt, ob durch die "Zwangsverbündung" gegen die Ork die ganze Sache nur aufgeschoben ist, oder Thorin jetzt etwas vernünftiger wird.


Zumindest ist er den anderen zu Hilfe gekommen und er hat Seite an Seite mit Elben und Menschen gekämpft. Das ist doch schon mal ein Anfang, oder?
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Beitragvon Cellmorbasg » 7. Nov 2008 16:47

Ich denke ich warte nicht bis zum Ende vom Herrn der Ringe bis ich diese Parallele erwähne.

Im Hobbit heißt es:
'The Eagles! The Eagles!' he shouted.
'The Eagles are coming!'
'The Eagles' cried Bilbo once more, but at that moment a stone hurting from above smote heavily on his helm, and he fell with a crash and knew no more.

Und in Der Herr der Ringe:
'The Eagles are coming! The Eagles are coming!'
For one moment more Pippin's thought hovered. 'Bilbo!' he said. 'But no! That came in his tale, long long ago. This is my tale, and it is ended now. Good-bye!'
And his thought fled away and his eyes saw no more.

Die Adler treten beide Male als Vorboten des Sieges auf.


Und nun die letzten Infos über "Die Verfahren der Textbildung in J.R.R. Tolkiens The Hobbit" von Hannspeter Bauer:
- Es gibt im Hobbit große Unterschiede zwischen den Elben bei Elrond und den Waldelben, dies resultiert daraus, das die Waldelben noch eher an Märchen orientiert sind, während die Elben von Bruchtal dem Elebnkonzept der Gesamtmythologie von Mittelerde entspringen
- Seestadt erinnert an Venedig: Häuser im Wasser auf Pfählen errichtet, Ort des Handel - der Doge von Venedig lenkte einst den vierten Kreuzzug gegen Konstantinopel (so wie der Bürgermeister die Wut auf die Zwerge lenkt)
- die Spinnen sind kein Motiv nordeuropäischer Märchen sondern eher in der fernöstlichen Mythologie beheimatet; Tolkien nimmt setzt die Spinnen an Stelle typischer Seeungeheuer - Wald und Meer haben grundsätzliche Ähnlichkeit, die im Hobbit betont wird ("he saw all round him a sea of dark green")
- den Schluss vom Hobbit konzipierte Tolkien viel später als den Rest des Manuskriptes, in diesen Kapiteln tönt dann auch schon der Erzählstil von HdR an

Desweiteren wird der Erzähler thematisiert (das haben wir ja auch schon gemacht) und das Tolkien diese Technik später aber selbst als untauglich befindet und sie nicht mehr in HdR anwendet.
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Beitragvon Demona » 7. Nov 2008 17:24

Die Adler treten beide Male als Vorboten des Sieges auf.


Damit könntest du Recht haben, jedoch wissen wir auch, dass das besondere Adler, also keine gewöhnlichen, sind.
Sie sind größer als die anderen Adler, zumindest die, die wir kennen und sie helfen ja auch nicht jedem. Und der König der Adler kommt ja auch aus der Ecke der Elben.

Deine Fortführung der Textbildung von Tolkien finde ich sehr interessant. Wahrscheinlich hat sich bei HdR auch Schwierigkeiten ergeben, was den Erzählerstatus betrifft. Wir wissen ja, dass die Gefährten im HdR nicht zusammen bleiben. Die große Gemeinsamkeit, die beide haben ist, dass bei beiden Erzählungen Gandalf zu Anfang geht. Allerdings kommt er auf verschiedene Art wieder...
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Beitragvon Cellmorbasg » 7. Nov 2008 19:10

Zu Gandalf fällt mir in der Hinsicht auch etwas auf - zumindest habe ich es so empfunden.
Bis er geht ist er ziemlich passiv. Wenn seine Hilfe gebraucht wird, dann greift er ein, aber ansonsten lässt er die Dinge geschehen.
Nun da er zurückgekehrt ist, greift er direkt ins Geschehen ein, indem er auf die Gefahr der Orks hinweist.

In HdR wird er ja später auch aktiv agieren und die Geschehnisse in die Hand nehmen.
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Beitragvon Demona » 7. Nov 2008 19:28

Nicht direkt. Wenn man es genau nimmt, weist er den Helden schon irgendwie die Richtung oder gibt ihnen den Schubs zur Tür hinaus.
Ich denke mal nicht, dass er Merry und Pippin mit eingeplant hatte, aber er war zumindest für alle Eventualitäten gerüstet und war nicht erstaunt darüber, dass die beiden dann auch bei Elrond in die Beratungsrunde platzten (was man ja von Elrond nicht sagen konnte).

Im Gegensatz zu manch anderen - wie Dumbledore - machte sich Gandalf jedoch Sorgen und zweifelte des öfteren an seinen Entscheidungen, die er getroffen hatte und er wusste auch nicht immer alles.
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Beitragvon Cellmorbasg » 13. Nov 2008 14:24

Ich glaube Gandalf denkt ebenso weit vorraus wie z.B. Dumbledore - aber Dumbledore versucht danach zu handeln und die Geschehnisse zu leiten.
Gandalf (so mein Eindruck) lässt den Handlungsspielraum mit bei den anderen Beteiligten - auch wenn er natürlich beratend da ist und so Einfluss nimmt.


Von mir aus können wir dann auch mit dem nächsten Kapitel starten.
Ich hab die letzten beiden vorgestern auf Englisch gelesen - war viel einfacher zu verstehen, als ich befürchtet hatte.
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Beitragvon Demona » 23. Nov 2008 18:49

Dann mal los. Der Endspurt hat somit begonnen... :wink:


18. Kapitel - Der Weg zurück



Als Bilbo wieder zu sich kam, war er allein. Er lag auf den flachen Steinen des Rabenberges und es war ein wolkenloser und sehr kalter Tag. Bilbo war es eiskalt und das einzige Feuer brannte nur in seinem Kopf.
Er wusste nicht, was alles geschehen war und das er nicht zu den gefallenen Helden zählte. Alles in allem fühlte er sich nicht sehr wohl.
Nachdem er sich stöhnend aufgesetzt und ins Tal geblickt hatte, konnte er fest stellen, dass keine lebenden Orks zu sehen waren. Als sein Kopf etwas klarer wurde, sah er Elben zwischen den Felsen unten und dachte sich, dass dann wohl das Lager nicht weit wäre. Des weiteren gab es ein Kommen und Gehen am Haupttor, aber ansonsten lag eine Totenstille über der Umgebung. Bilbo schien es, als läge eine stumme Trauer in der Luft.
All das ließ Bilbo jedoch zu der Einsicht kommen, dass sie gewonnen hätten und rieb sich seinen immer noch schmerzenden Kopf.
Zitternd rief Bilbo mehrmals um Hilfe, aber man konnte ihn nicht finden. Der Hobbit stellte fest, dass ei Unsichtbarkeit manchmal doch seine Nachteile hat. Hätte er den Ring nicht getragen, wäre er eher gefunden worden und hätte die Nacht an einem wärmenden Feuer verbringen können.
Ein Mann kam auf ihn zu und war sehr froh, den kleinen Hobbit gefunden zu haben. Er erzählte Bilbo, dass sie ihn schon länger suchten und dachen, er wäre unter den Gefallenen. Gandalf wäre es gewesen, der sie auch hier an dieser Stelle suchen ließ, da er meinte, hier Bilbo zum Letzten mal gehört zu haben.
Der Mann hob Bilbo mit einer Leichtigkeit hoch und trug ihn sicher zu einem Zelt in Dal. Dort wurde der Hobbit schon von dem Zauberer erwartet. Auch an Gandalf war der kampf nicht spurlos vorüber gegangen, er trug einen Arm in der Schlinge.
Der Zauberer war hocherfreut den Hobbit zu sehen, dachte er doch fast, dass das vielgerühmte Glück den Hobbit verlassen hätte. Er erklärte Bilbo, dass er schon von jemanden erwartet wurde und brachte ihn zu Thorin.
Thorin Eichenschild lag im Zelt an vielen Wunden blutend und mit zerfetzter Rüstung. Es schien, als hätte der Zwerg nur noch auf Bilbo gewartet, um sich von ihn in Frieden und Freundschaft zu verabschieden. Im Angesicht des Todes hatte Thorin fest gestellt, dass ihm all das Gold und Silber da, wo er nun hinging, nichts nutzen würde und so wollte er die Worte, die er Bilbo am großen Tor gesagt hatte, zurück nehmen.
Traurig setzte sich der Hobbit zu dem Zwergenkönig vom Berge. Es war für ihn zu einem bitteren Abenteuer geworden, da es nun so endete. Bilbo war jedoch froh, an dem Abenteuer teilgenommen zu haben und kein Berg voll Gold könne dies aufwiegen. Es war mehr, als ein Beutlin je verdient hätte.
Thorin widersprach ihm und sagte zu Bilbo, dass in ihm mehr Mut und Weisheit stecke, als er ahne.Wenn mehr von den Zwergen Heiterkeit, gutes Essen und klingende Lieder höher schätzen würden, als angehortetes Gold, dann wäre es eine fröhlichere Welt. Dann verabschiedete sich Thorin und starb.
Bilbo drehte sich um, ging in eine Ecke und schlug eine Decke um sich. Er trauerte weinend um Thorin und es dauerte sehr lange, bis er es übers Herz brachte, wieder einen Scherz vorzubringen. Er wünschte sich, eher aufgewacht zu sein, war aber froh, noch in Freundschaft von Thorin Abschied nehmen zu können. Gleichzeit schalt er sich auch einen Narren, denn trotz seiner Bemühungen mit dem Arkenstein war es zu einer Schlacht gekommen.

Einige Zeit später erfuhr Bilbo dann, was geschehen war und das ganze machte ihm noch mehr Kummer als Freude. Bilbo war der Abenteuer leid und wollte nur noch eins - nach Hause.
Bis das geschehen konnte, musste er aber erst einmal verarbeiten, was während seiner Ohnmacht geschehen war.
Die Adler hatten natürlich mit bekommen, wie die Orks sich zum Heereszug versammelten und hatten Verdacht geschöpft. Der Große Adler hatte seine Leute am Nebelgebirge ebenfalls zu großen Scharen zusammen gerufen und waren, als sie den Kampf gerochen hatten in Scharen angekommen. Sie hatten dann die Orks von den Berghängen herunter gefegt, wo diese schreiend in die Abgründe stürzten oder dem Feind in die Arme getroeben worden.
So hatte es nicht lange gedauert, bis der Einsame Berg von Orks befreit war und Menschen und Elben ihren Freunden im Tal zu Hilfe eilen konnten.
Jedoch selbst mit den Adlern waren sie den Orks noch unterlegen und so verdankten sie es am Ende Beorn, der in Bärengestalt auftauchte und in seiner Wut einem riesigen Untier glich. Keiner wusste, wie er davon erfahren hatte und woher er gekommen war, aber die Orks flogen durch seine Prankenhiebe wie Strohhalme und Federn durch Luft.
Als er diese Orktruppe aus dem Weg geräumt hatte, machte sich Beorn über die Nachhut her, die die Zwerge eingeschlossen hatten. Diese hatten sich auf einer Hügelkuppe um ihren König gescharrt. Beorn hielt nur kurz inne und hob Thorin, der von mehreren Speeren getroffen war, hoch und trug ihn in Sicherheit.
Danach kehrte er zurück und mit verdoppelten Zorn schlug er auf seine Feinde ein. Die Leibwache hatte keine Chance. Beorn zerschlug sie, ergriff sie Bolg und zermalmte ihn. Daraufhin ergriff die Orks maßloses Entsetzen und sie flohen in alle Himmelsrichtungen davon. Sie wurden von ihren neu erstarkten Feinden verfolgt und diese ließen nur sehr wenige entkommen. Später erzählten die Lieder, dass dreiviertel der Orks an diesem Tage umkamen und es lange Jahre Frieden in den Bergen gab.
Bevor die Nacht hereinbrach war die Schlacht zu Ende, die Verfolgung der Orks dauerte jedoch noch an, als Bilbo ins Lager zurück kehrte.

Am Abend fragte Bilbo Gandalf, wo denn die Adler hin sind. Gandalf erwiderte, dass die meisten an der Verfolgung teilnehmen und der Rest zu ihren Horsten zurück gekehrt waren. Dain hatte den Anführer mit Gold gekrönt und die Freundschaft mit den Adlern wurde erneuert.
Bilbo war darüber sehr traurig, denn er hätte sie gerne noch einmal gesehen. Aber vielleicht würde er sie auf seinem Heimweg noch einmal zu Gesicht bekommen. Schon recht schläfrig fragte er bei Gandalf nach, ob er denn jetzt bald nach Hause könne.
Der Zauberer antwortete, dass er los könne, sobald er es möchte.
Es dauerte dann doch noch ein paar Tage bis Bilbo seine Heimreise antreten konnte. Thorin wurde tief unter seinem Berg begraben. Bard legte ihm den Arkenjuwel auf die Brust und bemerkte dabei. dass er dort liegen möge bis der Berg einstürzt und Thorins Volk Glück bringen solle.
Der Elbenkönig legte das Schwert Orkrist auf das Grab, welches er ihm bei Thorins Gefangennahme abgenommen hatte. Die Lieder erzählten, dass es immer dann im Dunkeln erglühte, wenn sich Feinde dem Berg nahten und so konnte die Zwergenfestung nie durch einen Überraschungsangriff eingenommen werden.
Thorins Nachfolger wurde Dain, der Sohn von Nain und mit der Zeit sammelten sich zahlreiche andere Zwerge in den alten Hallen um seinen Thron. Von Thorins zwölf Gefährten waren 10 am Ende übrig geblieben. Kili und Fili waren gefallen, als sie ihrem Onkel mit ihren Schilden und Körpern verteidigten. Die anderen entschlossen sich bei Dain zu bleiben.
Dain jedoch teilte den Schatz sehr weise auf, auch wenn nicht jeder seinen versprochenen Anteil mehr erhalten konnte, da mittlerweile sehr vielen ein Anteil daran zustand. Bard jedoch erhielt sein versprochenes Vierzehntel, da Thorin seinen Arkenjuwel zurück erhalten hatte.
Bards Anteil war sehr groß, ein um vieles größerer Reichtum als ihm manch sterblicher König sein Eigen nennen konnte. doch Bard verteilte ihn gerecht, indem er dem Meister von Seestadt einen großen Teil sandte und großzügig seine Freunde und Männer belohnte, die mit ihm gezogen waren und gekämpft hatten. Der Elbenkönig erhielt von ihm die Smaragde Girions und Juwelen wie sie Thandruil besonders liebte.
Auch Bilbo wurde von Dain bedacht, auch wenn die alten Vereinbarungen nicht ganz eingehalten werden konnten. Aber Dain wollte, da Thorin seine Worte, die vor Schlachtbeginn gefallen waren, bereute, doch dessen Versprechen erfüllen.
Bilbo entgegnete Dain, dass er es sehr freundlich von ihm finde, er jedoch eine große Erleichterung verspürte, da er nicht wüsste, wie er einen so großen Schatzanteil sicher nach Hause bekommen solle. Auch wisse er nicht, was er mit so einem Riesenschatz anfangen solle. Seiner Meinung nach, wäre der Schatz bei den Zwergen besser aufgehoben.
Am Ende stimmte Bilbo jedoch zu, dass er zwei kleine Kisten, eine mit Gold und die andere mit Silber gefüllt, anzunehmen, da diese von einem kleinen Pony durchaus getragen werden könne.
Danach verabschiedete sich von den Zwergen, die sich vor dem Tor tief vor Bilbo verbeugten und ihn einluden wieder herzukommen, wenn die Hallen im alten Glanze erstrahlen.
Der Hobbit antwortete darauf, dass die zwerge jederzeit bei ihm willkommen wären. Sie bräuchten auch nicht auf eine Einladung zu warten, Tee würde bei ihm immer um vier Uhr gereicht.

Gleichzeitig mit dem Hobbit brach auch das Elbenheer auf. Gandalf und Bilbo ritten direkt hinter dem Elbenkönig und neben ihnen schritt Beorn in menschlicher Gestalt einher. Am Saum des Nachtwaldes, dort wo der Nachtfluss herauskam hielten sie an und obwohl der Elbenkönig sie zu sich einlud, entschieden sich Gandalf und Bilbo dazu, die Einöde zu durchqueren. Diese war jetzt, nach der Vernichtung der Orks sehr viel sicherer und außerdem würde auch Beorn diesen Weg einschlagen.
Sie verabschiedeten sich vom Elbenkönig und Bilbo, der mit einmal sehr verlegen war, brachte stotternd hervor, dass er dem elbenkönig noch etwas überreichen möchte. Dabei holte er ein silbernes Diamantenhalsband hervor, welches ihm Dain beim Abschied noch gegeben hatte.
Auf des Königs Frage, womit er diese Gabe verdient hätte, antwortete der Hobbit sehr verlegen, dass er sich sozusagen für die Gastfreundschaft erkenntlich zeigen wollte. Auch ein Meisterdieb hätte seinen Stolz und er hatte ja, während der Gefangenschaft der Zwerge, doch einiges Wein und Brot des Elbenkönigs gegessen.
Der Elbenkönig bedankte sich bei Bilbo, ernannte ihn zum Elbenfreund und segnete seinen Weg. Damit wandten sich die Elben ihrem Wald zu und verschwanden.

Der kleine Hobbit musste noch einige Mühsale und Abenteuer auf seinem Heimweg bestehen, denn außer Orks gab es noch andere Gefahren in der Wildnis. Jedoch wurde er gut geführt und beschützt - Gandalf war bei ihm und ein gutes Stück des Weges begleitete ihn noch Beorn. Während der Mittwinterzeit erreichten sie dessen Haus und dort blieben die beiden noch eine ganze Weile. In der Weihnachtszeit hatten sie viel Spass und Freude, da Beorn sehr viele Leute zum Festschmaus eingeladen hatte. Die Anzahl der Orks hatte stark nachgelassen im Nebelgebirge und die Warge waren aus den Wäldern verschwunden. Man erzählte sich später, dass Beorn in der Gegend ein großer Häuptling wurde und das viele Generationen lang die Menschen aus seinem Geschlecht die Macht hatten, sich in Bären zu verwandeln.
Im Frühling nahmen dann Bilbo und Gandalf Abschied von Beorn und obwohl Bilbo sehr starkes Heimweh hatte, fiel ihm der Abschied von Beorn sehr schwer.
Als sie an einem frühen Morgen über den Pass gingen, an dem sie damals von den Orks gefangen genommen worden waren und zurück blickten, konnten sie am Rande der sichtbaren Welt den Einsamen Berg erkennen. Auf dessen höchstem Gipfel schimmerte noch immer der Schnee.
Bilbo folgerte, dass Schnee auf Feuer folgt und selbst Drachen ihr Ende finden. Damit wandte er seinem größten Abenteuer den Rücken zu. Die Tukseite nahm Abschied und wurde verdrängt von der Beutlinseite. Der kleine Hobbit hatte nur noch einen Wunsch, schnell nach Hause zu gelangen, um dort in seinem gemütlichen Armsessel Platz zu nehmen.


So, damit wäre das vorletzte Kapitel geschafft.

Bilbo hat sein Abenteuer gut überstanden und ist nun auf dem Heimweg. Es wurden viele Freundschaften erneuert und neue geknüpft.
Leider haben viele den Kampf nicht überlebt. Jedoch ist Thorin am Ende seines Lebens noch zu der Einsicht gelangt, dass der Schatz nicht alles ist und am Ende nichts zählt.
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Beitragvon Cellmorbasg » 1. Dez 2008 14:11

Was ich so toll an "Der Hobbit" und an "Der Herr der Ringe" finde, ist, dass Tolkien seine Geschichten meisterhaft zu Ende bringt. Er nimmt sich und gibt dem Leser Zeit Abschied zu nehmen von der Geschichte und schließt den Kreis.
Das Buch hätte auch schon bei dem letzten Blick zurück zum Erebor enden können - doch erst wenn Bilbo wirklich zu Hause ist, dann ist die Geschichte erzählt.
Dieses langsame Ausklingen wird dadurch ermöglicht, dass Tolkien im Laufe der Geschichte viele Erzählfäden öffnet und so auch nach der Entscheidung (dem Ende des Kreiges) noch etwas zu erzählen hat um die Fäden zu einem Ende zu führen - damit am ein harmonisches Ganzes entsteht.

Ansonsten ist eine sehr wichtige Funktion dieses Kapitels, dass die Zwerge (vor allem Thorin) rehabilitiert werden.
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Beitragvon Demona » 1. Dez 2008 14:32

Interessant finde ich auch, dass eigentlich fast alle aufgeführten Gestalten im vorletzten Kapitel wieder auftauchen und die Geschichte für die meisten ein gutes Ende nimmt.

Sehr weise fand ich auch die Entscheidung Dains, dass alle etwas vom Schatz abbekommen und dieser somit gerecht verteilt wird.
Wie du schon angeführt hast, werden alle Handlungsstrenge zusammen gefasst und die losen Enden verknüpft.

Das Buch hätte auch schon bei dem letzten Blick zurück zum Erebor enden können - doch erst wenn Bilbo wirklich zu Hause ist, dann ist die Geschichte erzählt.


Ich denke mal, dass dies von Tolkien bewusst gewählt wurde. Die Geschichte hat mit Bilbos zuhause angefangen und endet auch da.
Interessant finde ich aber, wenn du dir die Geschichte mal genau ansiehst... Ein bisschen ist Tolkien wie Gandalf. Er erzählt seinen Lesern nicht alles... :wink: Ist dir das auch aufgefallen?
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Beitragvon Cellmorbasg » 1. Dez 2008 15:01

Ja, natürlich - das macht es ja gerade aus. Wir lesen eine Geschichte aus einer Welt, die wir nicht kennen - und wir kennen sie auch am Ende des Hobbit nicht sonderlich gut. Aber wir wissen, das diese Welt "existiert" und das regt die Fantasie an und schreit nach mehr Geschichten aus dieser Welt.
Die bekommen wir dann mit dem HdR. Die Geschichte selbst ist eine deutlich komplexere und auch auf Mittelerde bekommen wir nun einen größeren Einblick und lernen die Welt viel besser kennen - und doch wissen wir am Ende immer noch nicht alles.
Mittelerde zeigt sein wahres Gesicht und die volle Größe erst in unserer Fantasie - angeregt durch das (wenige) was uns Tolkien offenbart.
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Beitragvon Demona » 5. Dez 2008 23:58

Da hast du wohl Recht...

Aber ein kleines bisschen Gandalf steckt doch in Tolkien. Ich werde nach meiner morgigen Feier das letzte Kapitel posten.
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Beitragvon nevermore » 6. Dez 2008 16:11

Dann will ich mich mal zurückmelden :)

Ich habe den Hobbit inzwischen fertiggelesen und es mag dran liegen, dass ich natürlich altermäßig nicht ganz der Zielgruppe entspreche :), aber mir war das vorletzte Kapitel doch etwas zu Friede, Freude, Feierabend. Vor allem Thorins Wandlung vom Saulus zum Paulus ging mir ein bisschen plötzlich. Auch dass jetzt anscheinend überall alles Bestens ist und alle Freunde sind (die Aufteilung des Schatzes machte wohl keinerlei Probleme mehr - etwas unglaubwürdig).

Ansonsten ist es natürlich wieder sehr schön geschrieben, und auch Tolkiens Art, die Geschichte ausklingen zu lassen, gefällt mir sehr.
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Beitragvon Cellmorbasg » 6. Dez 2008 16:29

Aber fragen wir uns von der anderen Seite: Wäre es realistischer gewesen, wenn man nun, nachdem man mit Verlusten gemeinsam gegen einen Feind gekämpft und gesiegt hat, zu alten Raufereien zurückgekehrt wäre? Davon würde ich nun noch weniger halten, wenn man offensichtlich nicht klüger geworden wäre und sich nicht als lernfähig erwiesen hätte.
Sicher hält sich Tolkien hier nicht lange mit erschöpfenden Darstellungen über die Wandlung eines jeden einzelnen Charakters auf - das ist etwas was er nie tut, man kann das als seine Schwäche sehen oder aber als große Freiheit für den Leser - denn Fantasy heißt für mich auch, meine eigene Fantasie anregen (auch wenn ich keiner bin, der sie in einer FF zu Papier bringt).

EDIT: Und der Preis den Thorin für seine Einsicht bezahlt ist natürlich hoch - sein Leben. Vielleicht musste Thorin auch sterben, weil Tolkien es für unmöglich hielt, dass ein Thorin den Schatz großzügig aufteilt?
Zuletzt geändert von Cellmorbasg am 6. Dez 2008 16:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon nevermore » 6. Dez 2008 16:32

Cellmorbasg hat geschrieben:Aber fragen wir uns von der anderen Seite: Wäre es realistischer gewesen, wenn man nun, nachdem man mit Verlusten gemeinsam gegen einen Feind gekämpft und gesiegt hat, zu alten Raufereien zurückgekehrt wäre? Davon würde ich nun noch weniger halten, wenn man offensichtlich nicht klüger geworden wäre und sich nicht als lernfähig erwiesen hätte.


Das ist aber, was typischerweise in realen Gesellschaften zu beobachten ist, weil die fundamentalen Konflikte nur vorübergehend zurückgestellt, aber nicht aufgelöst worden sind.

Sicher hält sich Tolkien hier nicht lange mit erschöpfenden Darstellungen über die Wandlung eines jeden einzelnen Charakters auf - das ist etwas was er nie tut, man kann das als seine Schwäche sehen oder aber als große Freiheit für den Leser - denn Fantasy heißt für mich auch, meine eigene Fantasie anregen (auch wenn ich keiner bin, der sie in einer FF zu Papier bringt).


Mir fiel es eben bei Thorin auf, weil der in den letzten Kapiteln doch ein sehr zentraler Charakter gewesen ist.
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Beitragvon seirex » 6. Dez 2008 16:53

@Cellmo

Aber fragen wir uns von der anderen Seite: Wäre es realistischer gewesen, wenn man nun, nachdem man mit Verlusten gemeinsam gegen einen Feind gekämpft und gesiegt hat, zu alten Raufereien zurückgekehrt wäre?


War ja nach WW2 das selbe. Der Ost/Westkonflikt entbrannte ja auch sofort.

Aber ich stimme dir zu, dass Thorin nur wegen seiner unlösbaren Art sterben musste.
Alles andere wäre unglaubwürdig gewesen.

Was ich hier noch gerne posten wollte:

Hat hier wer "Die Kinder Hurins" gelesen?


LG

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Beitragvon Demona » 7. Dez 2008 00:25

Yepp, mal den Finger heb, obwohl ich das ein bisserl schwierig fand.

Aber gegen das Simarillion ist es ja noch harmlos, da ich es jedoch nicht mit dem Namen habe und der eine Sohn ja ständig andere Namen hatte, war es zum Teil doch ziemlich verwirrend manchmal.
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Beitragvon Demona » 14. Dez 2008 13:28

Also kommen wir nun zum Ende...


19. Kapitel - Das letzte Kapitel


Es war genau am ersten Maitag, als sie zurück an den Rand des Tales von Rivendell kamen. Wie damals war es wieder Abend und ihre Ponys waren müde. Bilbo konnte die Elben wieder singen hören, als sie den steilen Pfad herunter ritten. Der Hobbit hatte das Gefühl, dass sie seit ihrem Abschied nicht aufgehört hatten zu singen und als die Elben die Reiter erblickten, sangen sie ein ähnliches Lied wie beim ersten Kennenlernen.
die Elben kamen heran, begrüßten sie und führten sie zu Elronds Haus. Nachdem herzlichen Willkommen und dem Abendessen hörten viele Ohren gespannt den Bericht ihrer Abenteuer. Bilbo war mittlerweile still und schläfrig geworden, weshalb Gandalf erzählte. Er war eh die meiste Zeit dabei gewesen und Bilbo hörte nur dann zu, wenn der Zauberer die Geschichten erzählte, die er noch nicht kannte.
So erfuhr der Hobbit, dass Gandalf bei einem großen Rat aller weißen Zauberer war, der endlich den Geisterbeschwörer aus seiner finsteren Bug südlich des Nachtwaldes vertrieben hatte. Gegenüber Elrond bemerkte der Zauberer, dass der Nachtwald und der Norden nun für eine lange Zeit von diesem Schrecken befreit wäre. Leider wäre er jedoch nicht für immer aus der ganzen Welt verbannt.
Elrond entgegnete darauf, dass es wohl nicht in ihrer Zeit geschehen würde und vielleicht auch nicht für viele Jahre nach ihnen.
Nachdem die Geschichten der Reise erzählt waren, wurden andere Geschichten erzählt, längst vergangene und neue Geschichten, selbst solche aus überhaupt keiner Zeit. Bilbo wurde davon so müde, dass sein Kopf auf die Brust sank und er einschlief.
Er erwachte in einem weißen Bett und der Mond schien durch das offene Fenster. Draußen sangen noch immer die Elben und Bilbo dankte ihnen für den Gesang und bemerkte, dass dieser selbst einen betrunkenen Ork aufwecken würde.
Die Elben lachten fröhlich und antworteten, dass Bilbos Schnarchen einen versteinerten Drachen erweckt hätte. Bald käme der Frühtau und Bilbo hätte seit Anbruch der Nacht geschlafen. Morgen wäre er vielleicht von seiner Müdigkeit geheilt.
Bilbo wünschte den Elben eine zweites Mal gute Nacht und hoffte, dass er nach dem nächsten Aufwachen noch besser von der Müdigkeit geheilt wäre.

Mit den folgenden Tagen fiel die Müdigkeit bald ganz von Bilbo ab und er hatte viel Spass beim Tanz mit den Elben von Bruchtal. Nach einer Woche wurde das Heimweh des Hobbits jedoch immer größer und er verabschiedete sich von Elrond, beschenkte ihn und ritt mit dem Zauberer in Richtung zuhause.
Mit dem Verlassen des Tales verdunkelte sich der Himmel, der Wind kam und der Regen schlug ihnen entgegen. Ein langer Weg würde noch vor ihnen liegen laut Gandalf, aber Bilbo war es der Letzte. Als sie den Grenzfluss erreichten, führte dieser durch die beginnende Schneeschmelze Hochwasser. Sie fanden einen geeigneten Übergang und eilten, obgleich der Abend herein brach, weiter.
Die letzte Etappe der Reise verlief ebenso wie der erste, allerdings schweigsamer, da sie nur noch zu zweit waren und es begegneten ihnen auch keine Trolle.
Nicht weit vom Weg entfernt fanden sie den Schatz der Trolle, noch unberührt, da sie ihn damals gut vergraben hatten. Bilbo wollte eigentlich nichts von dem Schatz, da er meinte, genug für ein ganzes Leben zu besitzen und wollte ihn Gandalf überlassen. Gandalf dankte ihm, aber er riet trotzdessen dem Hobbit, die Hälfte des Schatzes anzunehmen, da man nie wüsste, wozu man es mal gebrauchen könnte.
Sie kamen nur noch langsam voran, da die Ponys über die Säcke mit Gold, die ihnen auch noch umgehängt worden waren, nicht sehr begeistert waren. So kam es, dass Gandalf und Bilbo einen großen Teil der Strecke zu Fuß neben ihren Ponys hergingen.
Doch der Hobbit war zufrieden, da das Land ringsherum grün und es nicht mehr weit bis zu Hause war. Er wischte sich zwischendurch immer wieder den Schweiß mit einem roten Seidentaschentuch aus dem Gesicht. Leider hatte keines seiner eigenen Tücher die Reise überlebt und so hatte er sich das rote Tuch von Elrond borgen müssen. Es war mittlerweile Juni und Sommer und das Wetter war klar und heiß geworden.
Dann kam der Tag, andem Bilbo endlich wieder das Land sah, indem er geboren und aufgewachsen war. Von einer Anhöhe aus konnte Bilbo den Berg in einiger Entfernung sehen, wo er zu Hause war. Der Hobbit war so glücklich darüber, dass er ein Gedicht über reisen und nach Hause kommen aufsagte.
Der Zauberer sah auf ihn herab und erklärte, dass Bilbo nicht mehr der alte Hobbit wäre und sich verändert hätte.
Sie überquerten die Brücke, kamen an der Mühle vorbei und standen endlich vor Bilbos Haustür.
Doch was war da los? Vor seiner Tür war ein geschäftiges Kommen und Gehen. Alle möglichen Leute drängten sich über seine Schwelle und Bilbo musste mit großem Missfallen fest stellen, dass sich die meisten noch nicht einmal die Füße abtraten.
Jedoch waren die Leute, als sie Bilbo erblickten noch überraschter wie er selbst, denn Bilbo war mitten in eine Auktion geplatzt. An der Tür hing ein großer, in rot und schwarz gehaltener Anschlag, der verkündete, dass am 22. Juni die Herren Wühler, Wühler & Graber (was für Namen, Tolkien hatte wirklich Humor) den Besitz des seligen Herrn Bilbo Beutlind, Hochwohlgeboren, von Beutelsend, unter dem Berg, in Hobbingen, versteigern würden. Begonnen hatte das Ganze schon um zehn Uhr und nun war es fast Mittagszeit und somit hatte das meiste Eigentum von Bilbo Beutlin schon neue Besitzer gefunden und das auch noch zum Teil zu Spottpreisen. Die Sackheims-Beutlins, einige Vetter von Bilbo waren schon sehr fleißig zugange die Zimmer auszumessen, um zu prüfen, ob ihre eigenen Möbel hier herein passen. Kurz gesagt, Bilbo war einfach für tot erklärt worden und vor allem die Sackheim-Beutlins waren nicht sehr glücklich darüber, dass Bilbo äußerst lebendig war.
So sorgte Bilbos unerwartete Rückkehr und Auferstehung von den Toten für einige Aufregung unter den Hobbits. Es dauerte sehr viele Jahre, bis Bilbo Beutlin, juristisch gesehen, wieder zu den Lebenden zählte und jene Leute vom wirklich für sie guten Kauf von Bilbos Möbeln wieder abzubringen. Es blieb dem armen Hobbit am Ende nichts weiter übrig, als seine eigenen Sachen wieder zurück zu kaufen.
Allerdings blieben viele seiner Silberlöffel für immer verschwunden und Bilbo hatte insgeheim die Sackheim-Beutlins in Verdacht, diese einfach mitgenommen zu haben. Zeit ihres Lebens erkannten sie nie an, dass Bilbo Beutlin wirklich zurück gekommen war und redeten nie wieder ein Wort mit ihm, was ehrlich gesagt, Bilbo nur Recht war.
Mit der Zeit erkannte Bilbo jedoch, dass er mehr verloren hatte als seine Silberlöffel - nämlich seinen guten Ruf. Zeit seines Lebens galt er als Elbenfreund und jemand, der merkwürdigen Besuch bekam - wie Zwerge, Zauberer und andere komische Leute und somit war er auch nicht mehr respektabel. Bei allen Leuten in der Nachbarschaft galt Bilbo Beutlin als verschroben, außer vielleicht von seinen Nichten und Neffen von der Tukseite her.
Das mag aber auch daran gelegen haben, dass Bilbo während seines gesamten Lebens, und er wurde sehr alt, sehr großzügige und teure Geschenke an sie machte.
Diese ganzen Redereien störten Bilbo Beutlin jedoch nicht im geringsten. Er war zufrieden damit auf das Summen des Teekessels zu lauschen und unerwartet Gesellschaft zu erhalten.
Sein Schwert hatte er über den Kamin gehangen und das Kettenhemd wurde auf einem Ständer in der Eingangshalle aufgehängt. Den Zauberring jedoch behielt Bilbo sorgfälltig geheim und er benutzte ihn nur, wenn unerwünschte Besucher vor der Tür standen.
Der Hobbit unternahm viele Reisen zu den Elben und er fing an zu schreiben. Obwohl ihm nie jemand seine Geschichten glaubte und die anderen Hobbits über ihn den Kopf schüttelten, lebte er glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage. Und die Ende seiner Tage waren noch sehr lange nicht in Sicht und dauerten auch für einen Hobbit außerordentlich lang.

Eines Herbstabends, viele Jahre später, saß Bilbo über seinen Erinnungen - er gedachte, sie "Dorthin und wieder zurück, Ferienreise eines Hobbits" zu benennen-, als es an seiner Tür läutete. Es waren keine geringeren als Gandalf der Zauberer und der Zwerg Balin.
Bilbo hieß sie aufs herzlichste Willkommen und bald saßen sie vor einem gemütlichen Kaminfeuer. Balin stellte fest, dass Bilbos Weste mit den echten Geldknöpfen fast zu eng für den Hobbit wurde und der wiederum bemerkte, dass der Bart des Zwerges wohl um einige Zoll noch gewachsen und sein schöner mit Edelsteinen verzierter Gürtel sehr prachtvoll war.
Sie erinnerten sich an ihre Abenteuer und Bilbo fragte Balin, wa so alles am Einsamen Berg passiert war. Dort ging es anscheinend allen gut, Bard hatte die Stadt Dal wieder aufgebaut und viele Menschen waren von Seestadt und aus Süden und Westen zu ihm gekommen. Das ganze Tal war wieder zum Leben erwacht, im Frühl erschallten Vogelrufe und blühende Blumen bedeckten nunmehr das verbrannte Land und im Herbst gab es viele Früchte und fröhliche Feste. Seestadt war auch wieder aufgebaut worden und reicher als je zuvor. Es herrschte endlich wieder Freundschaft zwischen Elben, Menschen und Zwergen.
Der alte Meister war dem Drachenfluch verfallen und mit dem von Bard erhaltenen Schatzanteil geflohen und in der Einöde verhungert. Der neue Meister sei weiser als der alte und sehr beliebt. Sie schrieben sogar für ihn Lieder, in denen es heißt, dass zu seinen Tagen die Flüsses schieres Gold führten.
Darauf entgegnete Bilbo, dass damit ja die alten Prophezeiungen in gewisser Weise eingetroffen seien.
Gandalf wiederum antwortete darauf, warum die alten Prophezeiungen denn nicht hätten eintreffen sollen. Nur weil ein kleiner Hobbit mit daran beteiligt war? Oder weil Bilbo immer noch denkt, es wäre reiner Zufall gewesen, dass er alle Abenteuer bestanden und allen Gefahren entkommen war und dann auch noch einen großen persönlichen Nutzen daraus gezogen hätte? Er, Bilbo Beutlin wäre doch nur ein kleines Pünktchen in einer sehr großen Welt.
"Gott sei Dank", waren lachend Bilbos letzte Worte darauf und er reichte Gandalf seine Tabakdose.


ENDE




Mal noch eine Frage zum Schluss:

Kann der böse Geisterbeschwörer aus der Zwingburg der Hexenmeister von Anbar (oder wie das geschrieben wird) sein?
Dafür, dass Elrond angeblich Teile der Zukunft sehen kann, ist er aber sehr pessimistisch bei seiner Anmerkung über die Schreckensverbannung aus Mittelerde. Oder was meint ihr?
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Beitragvon Cellmorbasg » 17. Dez 2008 22:46

Kann der böse Geisterbeschwörer aus der Zwingburg der Hexenmeister von Anbar (oder wie das geschrieben wird) sein?

Gemeint ist Sauron, den sie aus dem Düsterwald vertrieben haben und der sich in Mordor sein neues (altes) Zuhause suchte.

Dafür, dass Elrond angeblich Teile der Zukunft sehen kann, ist er aber sehr pessimistisch bei seiner Anmerkung über die Schreckensverbannung aus Mittelerde. Oder was meint ihr?

Naja ich denke, das die Möglichkeit eines guten Endes tatsächlich nur ein verschwindend geringer Punkt bei einem Blick in die düstere Zukunft war - es bedurfte doch einiges an Glück, damit der Ring am Ende vernichtet werden konnte.


Aber nun zum letzten Kapitel an sich:
Zwei Dinge stellt Tolkien hier heraus, wie auch später in HdR: Bilbo ist nicht der, der er vor dem Abenteuer war (wie Frodo) und das Auenland ist für ihn auch nicht mehr das gleiche (auch wenn sich das in anderer Weise als bei Frodo zeigt.
Allerdings (und das der Unterschied zu Frodo) bleibt das Auenland für Bilbo seine Heimat in der er weiter gerne lebt.
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Beitragvon Demona » 18. Dez 2008 00:03

Zwei Dinge stellt Tolkien hier heraus, wie auch später in HdR: Bilbo ist nicht der, der er vor dem Abenteuer war (wie Frodo) und das Auenland ist für ihn auch nicht mehr das gleiche (auch wenn sich das in anderer Weise als bei Frodo zeigt.
Allerdings (und das der Unterschied zu Frodo) bleibt das Auenland für Bilbo seine Heimat in der er weiter gerne lebt.


Ja, das stimmt.
Es gibt aber auch Unterschiede zwischen Bilbo und Frodo. Während Bilbo noch nichts von seiner Reiselust ahnte und die eigentlich durch Gandalf ("Ich habe doch gar nichts getan. Nur einen Stubs in die richtige Richtung.") den Anstoß erhielt und er dadurch immer mal wieder unterwegs war, aber immer wieder ins Auenland zurück kehrt.
Dagegen dachte Frodo immer, dass er so wäre wie Bilbo und reisen wollte. Leider war ja sein Abenteuer entschieden schwieriger im Gegensatz zu Bilbos. Am Ende kam er zu der Erkenntnis, dass er eigentlich kein Abenteuerer ist und durch sein Abenteuer zwar das Auenland rettete - aber nicht für ihn selber.
Frodo hat ihm Gegensatz zu Bilbo mit der Rettung von Mittelerde seine Heimat verloren.

Edit: Und mal ehrlich, auch wenn es anfangs anders aussieht, so hat Sam doch sehr viel mehr Abenteuerlust als Frodo. Dies kann man natürlich auch wieder darauf zurück führen, dass Frodo mit dem Tragen des Ringes eine größere Verantwortung trug.
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Beitragvon Demona » 27. Dez 2008 11:56

Hat noch jemand ein abschließendes Wort hinzu zu fügen oder können wir den Hobbit-Lesezirkel als beendet betrachten?

Abschließend sei noch gesagt, dass ich es für ein wunderschönes und fantasievolles Kinderbuch halte. Es hat alles was ein Kinderherz begehrt, außer vllt., dass hier keine wunderschöne Prinzessin vor einem Drachen gerettet werden musste. :wink:
Aber es kommen Elben (Elfen), Zauberer, Zwerge, Drachen und Helden vor.
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Beitragvon Cellmorbasg » 27. Dez 2008 13:03

Ich hab zwar zum Buch im Moment erstmal nichts zu sagen, aber ich möchte noch loswerden, dass mir der Lesezirkel großen Spaß gemacht hat. Es ist sehr interessant sich mit einem Buch so intensiv über einen längeren Zeitraum zu beschäftigen.
Alleiniges Lesen, noch dazu in kurzer Zeit führt oft dazu, dass einem manche Dinge entgehen und manche Zusammenhänge verborgen bleiben.
Neue Erkenntnisse gewinne ich vielleicht noch aus den Briefen von Tolkien (unterm Weihnachtsbaum hab ich das Buch entdeckt :mrgreen: ).

@Demona: Großes Lob an dich für die Arbeit die du bewältigt hast! :good:

Wenn der HdR-Lesezirkel startet, kann man mit mir rechnen. :wink:
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Beitragvon Demona » 3. Jan 2009 23:56

@Demona: Großes Lob an dich für die Arbeit die du bewältigt hast! :Good:


Danke dir, es hat mir auch Spass gemacht, mit euch über den Hobbit zu diskutieren.

Neue Erkenntnisse gewinne ich vielleicht noch aus den Briefen von Tolkien (unterm Weihnachtsbaum hab ich das Buch entdeckt :Mr. Green: ).


Das können wir sicher später bei HdR gut gebrauchen, auch wenn es bis zu dessen Beginn noch etwas dauert. Aber kommen tut er doch sicher.
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