Lesezirkel "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien

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Beitragvon nevermore » 13. Jul 2008 15:02

Die Beschreibung am Anfang erinnert sehr an ein Labyrinth; auch sonst arbeitet Tolkien stark mit Symbolik hier: Der Weg ist beschwerlich und verschlungen, geht aufwärts, es ist kalt oben, und die Gruppe droht von Steinen erschlagen zu werden. Man traut sich nicht zu singen oder zu sprechen, es gibt Unwetter.

Bilbo wird nun endgültig vor Augen geführt, dass es mit dem geruhsamen Leben vorbei ist.

Die Zwerge sind eindeutig geistig schon am Ziel und viel zu leichtsinnig. Sie empfehlen eine Höhle als neuen Unterschlupf, ohne sie kontrolliert zu haben, und machen damit die Situation noch schlimmer: Die erste Begegnung mit den Orks, die Bilbo gerade noch rechtzeitig bemerkt. Nach der Begegnung mit den Trollen ist das Bilbos zweite kleine Heldentat; es scheint, dass die potenziellen Feinde der Reihe nach und mit ansteigender Gefährlichkeit „abgearbeitet“ werden. Die Ponies und das Gepäck fallen den Orks zum Opfer. Auch wieder hätte die Gruppe ohne Gandalfs Eingreifen (und die beiden Schwerter aus dem Trollschatz; die Werkzeuge erweisen sich schon als nützlich) wohl kaum überlebt. Aber die Flucht ist nicht das Ende des Ork-Problems; die Orks holen sie wieder ein. Das Kapitel endet in einem „Cliffhanger“, in dem Bilbo das Bewusstsein verliert.

Bis jetzt ist ähnlich wie HP das Buch komplett aus Biblos Perspektive geschrieben; der Leser weiß nur, was Bilbo weiß.
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Beitragvon Cellmorbasg » 15. Jul 2008 16:29

Bilbo tut sich zwar wieder positiv hervor indem er die Gefahr zuerst bemerkt - aber er sollte noch lernen, dass ein erster Angstschrei nicht immer die richtige Reaktion ist. Da zeigt sich nunmal die geringe Erfahrung als Abenteurer.

Das erste Auftauchen der Orks - da lohnt sicher mal ein genauerer Blick:
Die Orks sind ein grausames, tückisches und herzensböses Volk. Sie machen nichts Schönes, aber viel Zweckmäßiges. [...] Es ist nicht unwahrscheinlich, das sie manche Maschinen erfunden haben, von denen seither die Welt unsicher gemacht wird, besonders jene raffinierten geräte, mit denen große Menschenmassen auf einen Schlag umgebracht werden können, denn für Räder, Motoren und Explosionen haben sie sich schon immer begeistert

Drei Dinge zeigt Tolkien hier:
1. Er stellt unmissverständlich klar, was von den Orks zu halten ist. - Wie kommt es dazu?
Dazu ein Auszug aus dem Artikel über Orks von Ardapedia
Der Ursprung der Orks ist nicht gänzlich geklärt. Zumeist wird angenommen, die ersten Orks seien aus verdorbenen Avari gezüchtet und später vielleicht mit Sterblichen vermischt worden. Tolkien diskutiert jedoch auch die Möglichkeit, die Orks seien nur seelenlose Tiere, gefallene Maiar oder gesteuerte "Golems" gewesen. Später kam er zu der Überzeugung, die Orks seien menschlicher Abkunft gewesen, eventuell jedoch mit einem "elbischen Anteil". Für eine nichtmenschliche Abkunft spricht auch, dass Orks weit über 140 Jahre alt werden konnten, wie das Beispiel Bolgs beweist. Einige Orks galten als rein von Morgoths Geist besessen. Diese starben jedoch nach seiner Verbannung aus, da sie ohne ihren Meister nicht mehr lebensfähig waren. Obwohl nicht von Natur aus böse, gelten die Orks durch ihre Taten und den ihnen eingepflanzten Hass als "nicht erlösbar".

2. Er verknüpft die Ablehnung gegenüber Orks mit der Ablehung gegenüber Krieg. So viele Schlachtszenen er auch geschrieben hat - keine davon ist als Gewaltverherrlichung gemeint, sie zeigen neben dem heldenmütigen Kampf auch immer das Leid und die Not, die Tod und Gewalt anrichten - das die Welt ohne Krieg besser dran wäre, macht Tolkien hier mehr als deutlich.
3. Fortschritt mit all seinen positiven Begleiterscheinungen hat auch negative Seiten. Dort wo er das Leben der Menschen eigentlich erleichtern soll, passiert es allzu leicht, dass er sich als menschenfeindlich erweist. Außerdem geht Arbeitserleichterung für den Menschen manchmal auch einher mit der Verschlechterung seines Daseins.
Was fehlt ist die Kontrolle des Fortschritts.

Desweiteren taucht ein weiteres Volk zum ersten Mal auf: Die Riesen.
Allerdings haben sie im fortlaufenden Geschehen eine mehr als untergeordnete Rolle und bleiben so nicht mehr als eine Randnotiz.
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Beitragvon Darth Destructo » 15. Jul 2008 22:05

In dem Computerspiel "Schlacht um Mittelerde 2" werden die Riesen aufgegriffen und als größere und fiesere Variante der Trolle dargestellt.
Die sehen da so aus:

http://bp0.blogger.com/_FTwMk7EgAsk/R55 ... _giant.jpg

Passt meiner Meinung nach relativ gut zu Mittelerde, wie's im Herr der Ringe ist, auf jeden Fall besser als einfach nur übergroße Menschen.
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Beitragvon Demona » 18. Jul 2008 22:39

@ Darth

Das Spiel kenne ich, mein Sohn hat die Spiele damals von meinem Bruder und einem Freund von mir geschenkt bekommen.
War es nicht so, dass du dir die Rolle, die du da spielst aussuchen konntest?

Leider kenne ich mich mit solcher Art von Spielen nicht so aus. Ich spiele lieber Majoong, Kartenpiele etc. Meine "heimliche" Leidenschaft ist allerdings Zuma. :blush:

Sorry, das ich die letzten Tage kein Kapitel rein gestellt habe, aber bei uns auf Arbeit ist es momentan ziemlich hektisch und ich habe noch die Urlaubsvertretung für eine Kollegin übernommen.
Gelobe Besserung. :asche:

Ich habe das nächste Kapitel auch soweit fertig, muss nur noch etwas raussuchen, da ja Gollum in der Erzählung auftaucht.
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Beitragvon Darth Destructo » 19. Jul 2008 10:36

@Demona: Schlacht um Mittelerde ist das Strategiespiel, bei dem du die Geschicke der Völker Mittelerdes lenken kannst (und gewaltige Massenschlachten anzetteln :mrgreen: ).
Das, was du meinst, ist das Spiel zu "Die Rückkehr des Königs", das ist ebenfalls ein ausgezeichnetes Spiel, bei dem man die Handlung des Titelgebenden Films mit Sam, Frodo, Legolas, Gimli, Aragorn und Gandalf nachspielt.

In besagtem Strategiespiel taucht so einiges auf, das nur in den Büchern vorkommt (teilweise auch im Hobbit) und so umgesetzt wurde, wie es im Film ausgesehen haben könnte, wenn es vorgekommen wäre.
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Beitragvon seirex » 19. Jul 2008 12:14

Ich fand Schlacht um Mittelerde auch super.
Die Idee mit den Helden (auch wenn von Warcraft abgeguggt) war gut Umgesetzt.
Am liebsten war mir da Lurtz und die Beschwörung eines Balrogs war einfach "schick".

Alerdings war mir das Spiel ein wenig zu sehr auf Krieg aus (was ja aber auf Grund der Handlung zwingend erforderlich ist.).

Zum kl. Hobbit:

Gerade der Anfang vom kleinen Hobbit gefällt mir sehr. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt.
Das macht Tolkien eben zu Beginn seiner Bücher: Er erschafft Welten voller Detailreichtum.

@Cellmo
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Ziemlich schnell wird die Reise eines ganzen Monats abgehandelt und lange (weilige?) Details und ausschweifende Erzählungen bleiben aus - es ist ein Kinderbuch.


Ich denke, dass gerade diese exakten Detailbeschreibungen HdR-Fans fesseln.
->Natürlich hat Cellmorbasg das hier auch nicht so gemeint, deshalb "(weilige?)"....

Das unterscheidet meiner Meinung nach auch die Filme von den Büchern. Jackson ist natürlich sehr detail-verliebt vorgegangen.
Klar, er hat Bombadil und Co nicht auftreten lassen. Das führt aber im Gegensatz zu den Büchern wohl zu keiner Langeweile beim Publikum.

LG

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Beitragvon Demona » 19. Jul 2008 23:20

@ Darth

Ich habe noch einmal nachgefragt, Max hat beide Spiele... Er fand auch "Schlacht um Mittelerde 2" besser...

Kommen wir nun zum versprochenen...


5. Kapitel - Rätsel in der Finsternis



Bilbo kam allein und in völliger Finsternis wieder zu sich. Kein Gandalf, kein Zwerg und zum Glück auch kein Ork in der Nähe. Während er auf gut Glück weiter kroch fand er durch Zufall etwas auf dem Boden, was sich wie ein Ring aus kaltem Metall anfüllte. Ohne darüber nachzudenken warum, steckte er ihn ein. Dies war - ohne das es der arme Bilbo wusste - der Wendepunkt in seinem Leben.
Er fand auf der Suche nach Streichhölzern seinen Dolch wieder, der ihm von den Orks nicht abgenommen war.
Hier mal wieder ein Beispiel für - wie ich finde - Tolkiens erfrischende Erzählweise: (DkH - Seite 115)

Nun war Bilbo sicherlich genau in dem, was man eine Klemme nennt. Aber ihr müsst euch daran erinnern, dass eine solche Klemme für ihn nicht so eng war, wie sie es etwa für mich oder für euch gewesen wäre. Hobbits sind nicht wie gewöhnliche Leute.


Hier musste ich doch etwas schmunzeln über die Formulierungen. Gleichzeitig ist da wieder seine liebevolle Art zum Detail und ein Hinweis auf die Besonderheit der Hobbits.

Nach einer ganzen Weile - Bilbo war schon ziemlich müde - stand er plötzlich im kalten Wasser. Aber dies war kein kleiner Tümpel oder eine kleine Pfütze, nein in diesen tiefen Gewässern lebte - Gollum.

Gollum lebte schon sehr lange dort alleine in dieser Höhle und dies hatte dazu geführt, dass er Gespräche mit sich selbst führte. Er hatte vergessen wer er war - oder wollte es vergessen - und wo er herkam. Wie Gandalf später mal Frodo erzählte, war Gollums Leben eine traurige Geschichte.

Gollum ist sehr neugierig und hat noch niemanden wie Bilbo getroffen. Diese Neugier und sein Hang, sich als größter Rätsellöser zu sehen, lässt ihn auf einen Rätselwettbewerb mit Bilbo eingehen. Obwohl Bilbo ihm nicht ganz glaubt, dass Gollum ihn - wenn er gewinnt - den richtigen Weg nach draußen zeigt, geht er darauf ein.
Mehr Glück als Verstand rettet Bilbo bei diesem Spiel und das, wo Bilbo doch Rätsel liebt. Allerdings muss man ihm zugestehen, dass ihn im Angesicht der Gefahr doch einige gute einfielen.
Gollum hatte natürlich von Anfang an nicht die Absicht, dem Hobbit den Weg nach draußen zu zeigen. Als er dann auch noch feststellt, dass sein heißgeliebter Ring weg ist - den er als sein Geburtstagsgeschenk ansieht - und vermutet, dass ihn der Hobbit hat, da gerät er völlig außer sich.
Als Bilbo vor Follum davon lief, grübelte er über den Gegenstand in seiner Tasche nach und beim Tasten in der Tasche glitt er auf seinen Zeigefinger.
Als Gollum ihn einholte, geriet Bilbo fast in Panik, aber wie durch ein Wunder sah ihn Gollum gar nicht. Er folgt Gollum unauffällig und erfährt so das Geheimnis des Ringes - er machte unsichtbar.

Am Schluss dieses Kapitels wuchs Bilbo zweimal über sich selber hinaus. Er sprang über Gollum hinweg und dieser konnte ihn dabei auch nicht fassen. Dann entkam er noch den Orks, die den Eingang in voller Kriegsbekleidung bewachten. Des weiteren zeigte sich, dass der Ring im Tages(Sonnen)licht nicht ganz so unsichtbar machte und ihn als Schatten zeigte. Bilbo kostete es seine wunderschönen Knöpfe, aber er war entkommen.



Auf wundersame Weise kam ausgerechnet Bilbo zu dem Einen Ring. Und das war etwas, womit wohl auch der Ring nicht gerechnet hatte, als er Gollum verließ.
Ich fand es schon immer erstaunlich von Tolkien, wie er 19 Ringen so lax 3 Zeilen widmete und dem Einem 5 Zeilen. Aber die Erklärungen zu den Ringen war doch wieder ausreichend, oder was meint ihr?

Zitat HdR:
Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht.
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein.
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun.
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.



Übrigens findet ihr in "Nachrichten aus Mittelerde" ab Seite 422 ein ziemlich gute Schilderung, warum Gandalf wolle, dass die Zwerge mit Bilbo zum Erebor gehen sollten.
Am Ende von HdR stellte es sich als der richtige Riecher von Gandalf heraus.
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Beitragvon nevermore » 20. Jul 2008 13:49

Tolkien hat eine wunderbar bildhafte und teilweise auch sehr humorvolle Sprache, grade für ein Kinderbuch. Keine Frage. Das einzige, was mich manchmal stört, sind die allzu deutlichen Hinweise, wie hier zum Beispiel, dass der Ring der Wendepunkt in Biblos Leben ist. Aber ich denke, das liegt eben daran, dass es ein Kinderbuch ist.

Bilbo hat nun also den dritten "Feind" getroffen, nach den Trollen und den Orks jetzt Gollum. Auch hier muss er wieder alleine fertigwerden, diesmal hilft ihm nicht Zaubermacht in Person des Gandalf, sondern Zaubermacht in Form des Rings. Im Unterschied zu Gandalf hat Bilbo nun einen Helfer, der immer da ist und tut, was er will - zumindest scheint es so. Bilbo ist von Gandalf einiges unabhängiger geworden dadurch, aber um welchen Preis? Aus Gollums Erzählung geht schon deutlich hervor, dass der Ring nicht nur Zaubermächte hat, sondern dass mit ihm auch etwas nicht stimmt: Gollums Abhängigkeit von dem Ring, der Hinweis, der Ring sei ihm zeitweise "zu schwer" geworden, er konnte es nicht ertragen, von ihm getrennt zu sein ... es ist die Rede vom "Meister" der Ringe, aber wie Gollum genau an den Ring gekommen ist, erfährt man nicht.
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Beitragvon Demona » 20. Jul 2008 14:11

Gollums Abhängigkeit von dem Ring, der Hinweis, der Ring sei ihm zeitweise "zu schwer" geworden, er konnte es nicht ertragen, von ihm getrennt zu sein ... es ist die Rede vom "Meister" der Ringe, aber wie Gollum genau an den Ring gekommen ist, erfährt man nicht.


Nein, man erfährt eigentlich nur, dass Gollum den Ring als sein Geburtstagsgeschenk betrachtet und das er danach verjagt worden ist.
Der Ring ist also alles, was ihm von früher geblieben ist. Das es aber der Ring war, der zu seiner Vertreibung führte, ihn in ein einsames Leben zwang und ihn wahnsinnig, abhängig und ein unnatürlich langes Leben erhielt. Er verwahrloste regelrecht durch den Ring und musste nach seinem Verlust diesen Berg verlassen.
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Beitragvon Cellmorbasg » 21. Jul 2008 12:47

Ziemlich schnell wird die Reise eines ganzen Monats abgehandelt und lange (weilige?) Details und ausschweifende Erzählungen bleiben aus - es ist ein Kinderbuch.


Ich denke, dass gerade diese exakten Detailbeschreibungen HdR-Fans fesseln.
->Natürlich hat Cellmorbasg das hier auch nicht so gemeint, deshalb "(weilige?)"....


Ja in der Tat meinte ich mit Details nicht die detailierten Beschreibungen, sondern eher die Handlung an sich - schlechte Begriffswahl meinerseits.

Ich wollte auf den Unterschied zu HdR hinaus. Dort passiert auf dem Weg nach Bruchtal doch deutlich mehr (schwarze Reiter, alter Wald, Bree, Amon Sûl).
Der Hobbit ist aber im Gegensatz zu HdR als Kinderbuch konzipiert. Der Leser soll ja mal den Erbeor erreichen - da wäre es nicht förderlich, wenn Tolkien schon zu so einem frühen Zeitpunkt ein dichtes Netz an Handlung spinnen würde und sich in vielen kleinen Handlungen verliert.
Die mögen noch so spannend und schön für uns zu lesen sein. Für ein Kind wohl doch eher zu viel.


Aber nun zum neuen Kapitel:
Diesmal muss Bilbo die Situation ganz alleine meistern - nicht ohne die Hilfe des Ringes, aber dennoch geht er einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem Abenteurer.
Einer mit Menschlichkeit und Ehre, das zeigt er indem er Gollum nicht tötet und sich des nicht ganz sauber errungen Sieges beim Rätselwettbewerb bewusst ist.
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Beitragvon Demona » 26. Jul 2008 13:19

Kommen wir nun zum nächsten Kapitel. Leider habe ich es nicht eher geschafft, da ich krankheitstechnisch etwas außer Gefecht gesetzt war.


6. Kapitel - Raus aus der Bratpfanne, rein ins Feuer



Bilbo hatte es also geschafft. Er war den Orks und Gollum mit Hilfe eines Zauberringes entkommen. Während er noch überlegte, was er nun tun solle - und nach der Feststellung, dass er ja schon auf der anderen Seite der Nebelberge war - hörte er jemanden reden.
Es war Gandalf, der mit den Zwergen darüber diskutierte, wer jetzt zurück ginge, um den armen Bilbo zu retten. Nachdem er nicht gerade begeisterte Ausrufe hörte, entschloss er sich über den Ring erst einmal Stillschweigen bewahren und mit einem Überraschungsmoment in der Grupp aufzutauchen.

Die Zwerge lauschten seinem Abenteuer und betrachteten ihn anschließend mit größerem Respekt. Nur Gandalf beobachtete ihn nachdenklich und Bilbo ahnte, dass dieser bemerkt hatte, dass er einiges in der Erzählung weggelassen hatte.
Die Zwerge erzählten von ihrem Abenteuer und von Gandalf erfuhren sie, dass er schon durch Elrond von Orks erfahren hatte und somit vorgewarnt war.
Gandalf drängte nun zum Aufbruch, da er auch wusste, dass die Orks den Tod ihres Anführers nicht ungesühnt lassen würden.
Beim Abstieg lösten sie noch eine Gerölllawine aus und die Rettung für sie waren die Bäume des in der Tiefe beginnenden Kiefernwaldes.
Leider war dieser Kiefernwald auch keine Rettung, denn als sie an einer Lichtung ankamen, schien der Mond hell herab und unten von einem Hügel hörten sie ein schauriges Heulen, das bedrohlich näher kam.
Sie waren inmitten einer Versammlung von Wölfen geplatzt und diese planten nichts gutes. Dieser Trupp Wölfe war ein Bündnis mit den Orks aus dem Gebirge eingegangen und sie waren nicht sehr erfreut darüber, dass Fremde an ihrem Versammlungsort aufgetaucht waren. Also mussten die Wölfe verhindern, dass die Eindringlinge dies an die im Umkreis lebenden Menschen verrieten.
Wie sagte Bilbo so schön: "Raus aus der Bratpfanne, rein ins Feuer!"
Ihnen blieb nichts anderes übrig, als auf die Bäume zu flüchten. Die Zwerge und Gandalf hatten damit keine große Mühe, aber der arme kleine Hobbit schon. In letzer Minute wurde er von Dori gerettet.

Damit waren sie den Wargen - denn so wurden die üblen Wölfe in der Gegend genannt - knapp entkommen, aber gerettet waren sie damit noch nicht. Den die Wölfe ließen an jedem Baum Wachen zurück und warteten erst einmal auf die Orks, die sich - durch den Tod des großen Ork - verspätet hatten.
Gandalf verstand die Sprache der Wölfe und so erfuhr er genau, was die Wölfe vor hatten und konnte dies nicht zulassen. Er sammelte große Kiefernzapfen, entzündete sie und warf sie auf die Wölfe hinunter.
Wölfe fürchteten schon immer das Feuer und so halfen sie natürlich ihren brennenden Gefährten nicht. Diese mussten sich selber helfen und jaulten natrülich dementsprechende, während sie sich auf dem Boden hin und her wälzten oder die Hänge herunter jagten, um Wasser zu finden.

Diesen Lärm hörten die Adler und ihr Adlerkönig machte sich auf dem Weg, um den Grund für den Lärm herauszufinden. Ud was für ein Glück für die in den Bäumen sitzende Gesellschaft, denn es waren nicht irgendwelche Adler. Diese Adler waren von einer alten Rasse der nördlichen Gebirge und die mächtigsten aller Vögel. Sie mochten die Orks nicht und hatten schon so manchen schlimmen Plan der Orks vereitelt, indem sie sie in ihre höhlen zurück trieben. Die Orks ihrerseits hassten die Adler und fürchtetet sie, denn sie konnten ihnen nichts anhaben, da sie nicht an die luftigen Horste der Adler ran kamen.
Zum Glück war in dieser Nacht der König der Adler sehr neugierig und wollte unbedingt wissen, was da unten im Wald vor sich ging.

Mittlerweile waren die Orks nun doch aufgetaucht und diese hatten leider keine Angst vor dem Feuer und nutzen es, um die Zwerge, den Zauberer und den armen Hobbit in den Bäumen auszuräuchern.
Während Gandalfs Baum Feuer fing und er in die Spitze kletterte, um sich von dort runter auf die Speere der Orks zu stürzen. Zum Glück erschien in dem Augenblick der Adlerkönig, ergriff Gandalf mit seinen Klauen und flog mit ihm fort.
Die Orks sahen dies natürlich und waren sehr wütend darüber, noch dazu, wo der Adlerkönig mit einem Schrei seine Leute anwies, den Rest der Gruppe zu retten. Und wieder einmal wurde der arme Bilbo fast vergessen! In letzter Minute schaffte er es sich ein Bein von Dori zu schnappen und sich daran festzuhalten.
Diesen Flug sollte bilbo nie vergessen. Während er wegen seiner Arme, die immer länger wurden jammerte, stöhnte der arme Dori wegen seiner Beine, an denen der Hobbit während des Fluges hing. Hinzu kam noch, dass dem Hobbit ja schon am Rande einer Klippe stehend übel wurde und nun hing er in luftiger Höhe an den Beinen eines Zwerges!
Gerade noch rechtzeitig erreichten sie den Horst des Adlers, denn Bilbos kraft in den Armen lies nach und so fiel er zum Glück auf die Plattform des Adlerhorstes.
Nach einer kurzen Pause, in der nicht nur Bilbo von etwas zu Essen träumte wurden sie zum König der Adler gebracht. Dort war Gandalf bereits in ein Gespräch mit diesem vertieft. Dachdem der mit dem Adlerkönig vereinbart hatte, dass die Adler sie soweit bringen sollten, wie sie wollten, bekamen sie dann auch endlich etwas zu Essen.
Nachdem er nun satt und zufrieden war, schlief Bilbo ein und träumte die ganze Nacht von seinem Haus. Er ging von Raum zu Raum, immer auf der Suche nach etwas, was er nicht finden konnte. Er wusste noch nicht einmal, nach was er eigentlich suchte.


In diesem Kapitel tauchen zum ersten Mal die Adler auf. Es sind aber nicht irgendwelche Adler und sie sind - neben Elrond - auch mit die Einzigen, die im HdR wieder auftauchen und die Helden aus manch verzwickter Situation helfen.

Auch in "Nachrichten aus Mittelerde" tauchen die Adler auf und werden die Zeugen Manwes genannt. Manwe ist der Höchste der Valar und wird auch der Älteste König genannt.
Es heißt darin, dass Manwe habe sie von Aman nach Numenor gesandt, damit sie den Heiligen Berg und das ganze Land bewachen.
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Beitragvon nevermore » 29. Jul 2008 16:28

So, jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen, dieses Kapitel zu lesen.

Bilbo betrachtet jetzt die Zwerge schon als seine „Freunde“ und fühlt sich ihnen verpflichtet, das gilt umgekehrt am Anfang des Kapitels allerdings nicht. Nur Gandalf wollte ihn retten. Der Respekt, den er sich durch seinen Bericht später bei ihnen verschafft, ist allerdings wie schon die Sache mit Gollums Rätsel ein wenig erschwindelt, denn das Detail mit dem Zauber-Ring lässt er weg.

Bei den Wölfen erwischt es Bilbo wieder beinahe, aber diesesmal kommen ihm die Zwerge zu Hilfe – Folge des neu erworbenen Respekts? Jedenfalls scheint es, als ob die Gruppe langsam zusammenwächst.

Die Szene mit Gandalf, der wie Wölfe verscheucht, ist ja ziemlich grausig. Diesmal sind die Adler die Retter in der Not. Auch die Fluchtszene ist ziemlich abenteuerlich. Allerdings muss ich sagen, dass mir das sich wiederholende "Fressen oder Gefressen werden" Muster allmählich etwas auf die Nerven geht.

Erfährt man eigentlich, was das ist, wonach Bilbo in seinem Traum am Ende des Kapitels sucht?
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Beitragvon Cellmorbasg » 29. Jul 2008 16:42

Bilbo betrachtet jetzt die Zwerge schon als seine ?Freunde? und fühlt sich ihnen verpflichtet, das gilt umgekehrt am Anfang des Kapitels allerdings nicht. Nur Gandalf wollte ihn retten. Der Respekt, den er sich durch seinen Bericht später bei ihnen verschafft, ist allerdings wie schon die Sache mit Gollums Rätsel ein wenig erschwindelt, denn das Detail mit dem Zauber-Ring lässt er weg.

Ja, langsam entwickelt sich Bilbo in die richtige Richtung - er hat diesmal auch nicht losgeschrien (in diesem Fall vor Freude) als er Balin gesehen hat - er beweist Lernfähigkeit.

Allerdings muss ich sagen, dass mir das sich wiederholende "Fressen oder Gefressen werden" Muster allmählich etwas auf die Nerven geht.

Es kommen noch einige Szenen die solcher Natur sind.

Erfährt man eigentlich, was das ist, wonach Bilbo in seinem Traum am Ende des Kapitels sucht?

Ich weiß nicht, ob man das noch erfährt (kann mich nicht daran erinnern).
Der Zusammenhang ist interessant. Er schläft besser als zu Hause träumt aber dennoch davon.
Sucht er im Traum das, was ihn so gut schlafen lässt - der Ring der Macht?
Der Ring lässt ihn nicht altern - gibt er ihm auch ein angenehmes Gefühl - und sucht er zu Hause nach dieser ihm unbekannten Quelle des Glücks?

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Beitragvon Demona » 29. Jul 2008 18:23

Erfährt man eigentlich, was das ist, wonach Bilbo in seinem Traum am Ende des Kapitels sucht?


Nein, m.E. nicht. Evtl. ist es aber auch einer von Tolkiens versteckten Hinweisen. Ich denke mal, dass sich hier die ersten Anzeichen von der Macht des Ringes zeigen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es Bilbos größter Wunsch ist zu Hause in seinem geliebten Heim zu sein. Sicherheit, Behaglichkeit und - besonders wichtig für einen Hobbit - genug zu Essen und zu trinken zu haben.
Später, wenn die Macht des Ringes anwächst, kommen dann die Verlustängste hinzu und der Ring spielt mit ihnen. Obwohl Bilbo durch diesen Ring äußerlich nicht altert, fühlt er sich ja ausgehöhlt, innerlich leer und vergleicht sich - wenn ich das so richtig in Erinnerung habe - mit viel zu wenig Butter auf einer Scheibe Brot.
Frodo geht es ja am Ende ähnlich. Egal, wie viel er isst oder trinkt, er hat immer das Gefühl es sei nicht genug und der Ring wird immer schwerer.
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Beitragvon nevermore » 29. Jul 2008 18:26

Ja, der Satz, er könne sich nicht erinnern, wie es aussah, klingt schon danach, dass es irgendetwas Immaterielles ist. Er muss es mit seinem Zuhause identifizieren, also bevor die Reise losging. Irgendetwas in der Art "verlorene Kindheit", "verlorene Unschuld", würde ich mal vermuten.
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Beitragvon Demona » 29. Jul 2008 21:57

a, der Satz, er könne sich nicht erinnern, wie es aussah, klingt schon danach, dass es irgendetwas Immaterielles ist. Er muss es mit seinem Zuhause identifizieren, also bevor die Reise losging. Irgendetwas in der Art "verlorene Kindheit", "verlorene Unschuld", würde ich mal vermuten.


Ich für meinen Teil denke, dass Bilbo einen großen Teil seiner "kindlichen" Unschuld verlor, als er den Ring an sich nahm und ihn für sich nutzte.
Er wurde zwar dadurch nicht böse - da dies ja nicht dem Wesen eines Hobbits entspricht (auch ein Grund, warum Elrond später wollte, dass Frodo den Ring zum Schicksalsberg bringt)- aber ihm wurde ein Teil seines Wesen genommen. Er wurde dadurch härter und er bekam, was man "böse Gedanken" nennen könnte.
Es mag bei ihm sicher auch unbeabsichtigt sein, aber es mehrt sich in der weiteren Geschichte und auch später in HdR.
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Beitragvon Cellmorbasg » 30. Jul 2008 17:49

Ich denke nicht, dass es etwas Immaterielles sein muss was er sucht.
Ich denke schon das er den Ring sucht - er findet ihn aber nicht in seinem Traum, da er den Ring noch gar nicht hatte als er das letzte Mal zu Hause war.
Ich stell mir das so vor:
Bilbo schläft sehr gut bei den Adlern - dieses gute Gefühl kann wohl nicht nur durch eine übermäßig komfortable Behausung verursacht sein - es ist der Ring, der dieses positive Gefühl verursacht (er hatte ihn an diesem Tag bekommen). Die Behaglichkeit verbindet er mit zu Hause - aber er findet sie dort nicht im Traum - weil es der Ring ist den er sucht.

Ist das irgendwie sinnvoll?
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Beitragvon Demona » 30. Jul 2008 18:19

Ist das irgendwie sinnvoll?


Denke ich auch. Hinzu kommt noch, dass Bilbo nach längerer Zeit mal wieder gut gegessen hat. M.e. fängt hier der Ring schon mal an, seine Fühler nach Bilbo auszustrecken.
Was ich mir auch vorstellen könnte ist, dass der Ring mit Bilbo erst einmal gar nichts anfangen kann. Wie wir ja erfahren haben, ist der Bekanntheitsgrad der Hobbits nicht sehr verbreitet und man kann davon ausgehen, dass weder der Ring noch sein früherer Besitzer (Sauron) wissen, wer oder was ein Hobbit ist. Also geht der Ring in Bilbos Träumen erst einmal auf Tuchfühlung und versucht, etwas über Bilbo heraus zu finden.
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Beitragvon Demona » 31. Jul 2008 23:17

O.k., machen wir mal weiter. Ich hoffe, ihr habt alle fleißig gelesen. :)


7. Kapitel - Ein sonderbares Quartier



Bilbo erwachte am nächsten Morgen froh gelaunt - noch in der Annahme, er wäre zu Hause -, was jedoch nachließ, als er fest stellte, dass dem keineswegs so war. Des weiteren war das Frühstück nicht so üppig wie das Abendessen und ihm stand wieder ein Flug - dieses Mal jedoch auf dem Rücken des Adlers - was bei ihm keine große Begeisterung hervor ruft.

Doch nach der Landung ist Bilbo auch nicht viel glücklicher, denn Gandalf offenbart ihnen, dass er sie bald verlassen wird.
Durch ihn lernen sie Beorn kennen, eine ebenso ungewöhnlich Figur wie Tom Bombadil in HdR. Er scheint auf jeden Fall so alt wie dieser zu sein und sozusagen zu den Allerersten (nein, nevermore nicht so ein Allererster :mrgreen: ) zu sein, wie Tom oder die Ents. Gandalf beschreibt ihn als Pelzwechsler, manchmal ist er ein mächtiger, schwarzer Bär und manchmal ein großer, starker, schwarzhaariger Mensch mit gewaltigen Armen und langem Bart.

Für mich entspricht Beorn dem Idealbild von einem Menschen - wie Tolkien es sich wahrscheinlich gewünscht hat. Er ist lieb zu Tieren, er spricht mit ihnen, sie arbeiten nicht für ihn, sondern mit ihm. Er isst nur Sahne und Honig, also Dinge, die man herstellen kann und wobei man keine Tiere fressen muss. Er beschützt die Schwachen und tötet die Bösen.

Gandalf erhofft sich von ihm Hilfe und Unterstützung, warnt die Gesellschaft aber auch gleichzeitig, dass sie nicht komplett sondern immer in Zweiergruppen bei Beorn auftauchen sollen.
Er macht mit dem verschreckten Hobbit den Anfang.
Die Begrüßung von Seiten Beorns ist auch recht ruppig und wird es wärmer, als er von dem Zwischenfall mit den Orks hört und der dazu gehörigen Geschichte. Das Haus von Beorn erinnert mich auch ein wenig an Tom Bombadils Haus - oder irre ich mich da (Marcel)?

Gandalf beginnt seine Geschichte und dezimiert die Anzahl der Gefährten leicht, obwohl Beorn beim Aufzählen schon etwas stutzig wird, da er ja nur Bilbo und ihn vor sich sieht.
Geschickt vermehrt Gandalf beim Erzählen ihrer Abenteuer die Anzahl der Leute und gutmütig lässt es Beorn über sich ergehen, dass nach und nach immer mehr Zwerge auftauchen.
Durch die ständigen Unterbrechungen - durch das Auftauchen der Zwerge - hatte Gandalf Beorn nur noch neugieriger gemacht und so hatten sie sich auch ein Abendbrot verdient.

Witzig fand ich die Beschreibung, wie Beorns Tiere - Zeigen, Hunde, Ponys den Tisch deckten und die Deko mit Tiermotiv nicht vergaßen.
Es wurde dann ein sehr gemütlicher Abend, indem sie lachten und erzählten und die Zwerge von ihrem Goldschatz schwärmten.
Beorn verschwand zwischendurch und Gandalf scheuchte sie irgendwann zum Schlafen auf und warnte alle noch einmal eindringlich, in der Nacht nicht das Haus zu verlassen.
Bilbo hatte eine sehr unruhige Nacht...


Dies führte dazu, dass Bilbo fast das Frühstück verschlief. Da Gandalf und Beorn den ganzen Tag nicht da waren blieben sie unter sich. Der Zauberer tauchte zur Abendbrotzeit wieder auf und erzählte, dass er Bärenspuren gefolgt wäre. In der Nacht hatte wohl eine Versammlung statt gefunden und am frühen Morgen führte eine Spur direkt zu dem Kiefernwald, wo sie selber das unerfreuliche Zusammentreffen mit den Wölfen und Orks hatten.

Am nächsten Tag wurden sie vom Gastgeber geweckt. Beorn war diesmal sehr viel lustiger drauf, bester Laune und und brachte auch sie mit seinen Geschichten zum Lachen.
Ganz unverblümt erzählte er ihnen, dass er die Geschichte von ihren Abenteuern überprüft und für wahr befunden hatte.
Des weiteren sprach er davon, dass die Warge und Orks immer noch auf der Suche nach ihnen waren wegen des Tods des Großen Ork waren und die Wölfe ziemlich wütend darüber, dass so viele ihrer Garde umgekommen waren.
Gandalf hielt es nun für klüger ihm auch den Rest der Geschichte und den Grund für die Reise zu erzählen.
Beorn versprach sie mit allen nötigen Dingen auszustatten - auch bekamen sie von dem wunderbaren Zwieback mit, der sehr an das Elbenbrot erinnert - und auch mit seinen Ponys. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie sie, bevor sie den Nachtwald betraten, wieder frei ließen und nach Hause zu ihm schickten.
Er warnte sie davor im Nachtwald den Pfad zu verlassen, nichts aus dem dunklen Fluss zu trinken, der ihren Weg kreuzen würde, da er Schlafmüdigkeit und Vergessen bringen soll.
Etwas zu Essen würden sie in dem Wald auch nicht finden.
Sie waren mehrere Tage unterwegs und nicht zu großen Reden aufgelegt. Nur Bilbo fiel nach einiger Zeit auf, dass ein riesiger Bär sie begleitete.
In der Mitte des vierten Tages waren sie am Nachtwald angekommen und Gandalf forderte sie auf, die Ponys zurück zuschicken. Die Zwerge murrten ziemlich und Gandalf warnte sie eindringlich und verwies auf Bilbo, der den Bären gesehen hatte. Er hat nicht nur über die Reisegruppe gewacht, sondern auch acht auf seine Ponys gab.
Es waren aber nicht nur die Ponys, die sie nicht mitnehmen konnten. Gandalf teilte seine Entscheidung mit, dass auch er nicht weiter mitkommen würde.
Der Zauberer warnte sie eindringlich davor, den Weg zu verlassen aus welchen Gründen auch immer. auf Bilbos Frage, ob sie wirklich da hindurch müssten, erklärte Gandalf, das der Weg drum herum noch viel gefährlicher wäre.
Sie begriffen auch, dass jetzt der gefährlichste Teil ihrer Reise angefangen hatte - und das ohne den Zauberer...
Zuletzt geändert von Demona am 1. Aug 2008 20:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Cellmorbasg » 1. Aug 2008 20:36

Ich hab zwar noch nicht das neue Kapitel gelesen, möchte aber noch was zum Verhältnis Ring-Bilbo sagen:
Der Ring lernt ja schon mit Sméagol einen Hobbit kennen.

Allerdings einen von ganz anderer Natur - schließlich ging der Besitznahme des Ringes ein Mord vorraus - so gesehen ist vermutlich nicht der Hobbit das Befremdliche, sondern der Charakter von Bilbo.
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Beitragvon Demona » 1. Aug 2008 20:50

@ Cellmo

Ne, ne, Smeagol war einem Hobbit nicht unähnlich, aber trotz allem kein Hobbit. :mrgreen:

Dächte ich, war die Äußerung von Gandalf an Frodo....
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Beitragvon seirex » 1. Aug 2008 21:01

Smeagol ist definitiv ein Hobbit.

LG

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Beitragvon Cellmorbasg » 1. Aug 2008 21:35

@Demona
Die Äußerung die du da von Gandalf im Ohr hast ist aus dem Film (weiß nicht, ob sie so auch im Buch vorkommt).
Ich denke Gandalf meint die Aussage in dem Sinn - dass er kein Gollumj kein Hobbit von der Art war - wie Bilbo und Frodo.
Die beiden kommen aus dem Auenland - Sméagol gehörte zu den Starren (einer von drei Hobbitstämmen).

siehe Artikel bei Ardapedia
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Beitragvon Demona » 1. Aug 2008 21:57

@ cellmo und seirex

Dann habe ich wohl was falsch interpretiert bzw. verstanden. :wink:
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Beitragvon Cellmorbasg » 2. Aug 2008 17:13

Sie begriffen auch, dass jetzt der gefährlichste Teil ihrer Reise angefangen hatte - und das ohne den Zauberer...

Tolkien vollzieht den Verlust des Mentors hier sehr einfach - er muss nicht sterben und anschließend durch ein Porträt sprechen oder wiedergeboren werden :wink:
Ganz schlicht geht Gandalf seinen Weg um andere gefährliche Angelegenheiten zu lösen.

Wie wichtig Gandalf ist, sehen wir an seinem Umgang mit Beorn - er weiß ganz genau wie er sich wo und wem gegenüber in Mittelerde verhalten muss (ganz im Gegensatz zu den Zwergen?!) - Beorn kennt zwar Gandalf nicht, aber Gandalf kennt ihn.
Obwohl Beorn seine Gestalt in einen Bären verwandeln kann ist er doch nur ein Mensch - und so ist auch sein Lebensalter beschränkt. Dennoch wirkt sein Haus wie eine Stätte des Guten, so wie Bruchtal oder Tom Bombadils Hütte.
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Beitragvon nevermore » 3. Aug 2008 20:29

Was ist das eigentlich mit Bilbos Neigung, das Frühstück zu verschlafen?

Tolkien ist in diesem Kapitel wirklich sehr, fast schon übermäßig explizit, was die Hinweise auf die "Heldenreise" betrifft. Der Mentor, der hier anders als in vielen anderen Heldengeschichten den Reisenden nicht irgendwie weggenommen wird, sondern sich angekündigt verabschiedet - zum Unmut derer. Direkt vor dem düsteren Wald, wo der eigentlich gefährliche Teil der Reise beginnt. Nicht nur ist es dort tags schon finster wie in der Nacht (solche Passagen hatten wir auch schon in Krabat), es gibt dort auch keine Tiere und selbst die Ponies müssen sie abgeben. Sie sind jetzt wirklich ganz auf sich gestellt und Gandalf weist implizit Bilbo die Führungsrolle zu - er ist es, auf den die Zwerge im Zweifelsfall zählen können. Bilbo wirkt nicht so, als ob er sich dem wirklich gewachsen fühle.

Noch mehr zur Heldenreise: Mehrfach wird ihnen eingetrichtert, den Pfad - also den vorgegebenen Lebensweg - nicht zu verlassen; bin gespannt, was daraus werden wird. Lachen musste ich an einer Stelle am Schluss, wo es sinngemäß heißt, "ihr habt die Einöde verlassen, und jetzt gibt es keine sicheren Wege mehr". Das ist nun wirklich Symbolik mit dem Holzhammer; kinderbuchmäßig eben.
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Beitragvon Demona » 3. Aug 2008 20:59

Gandalf weist implizit Bilbo die Führungsrolle zu - er ist es, auf den die Zwerge im Zweifelsfall zählen können. Bilbo wirkt nicht so, als ob er sich dem wirklich gewachsen fühle.


Was das betrifft denke ich mal, dass Gandalf ganz genau weiß, dass in den Hobbits mehr steckt als man meint. Er sagte ja auch einmal, da kann man Hobbits ein ganzes Leben lang kennen und sie würden einem an Ende immer noch überraschen.
Und wenn ich ehrlich bin, halte ich Bilbo - bis auf wenige Ausnahmen, wie Balin - für den Vernünftigsten und nicht Schatzbesessenen in der ganzen Truppe.

Was ist das eigentlich mit Bilbos Neigung, das Frühstück zu verschlafen?


Keine Ahnung, ich denke mal, dass das ihn selber überrascht.


Aber wie Cellmo schon sagt, ist hier das Erstaunliche, dass der Mentor mal nicht aus dem Leben scheidet, sondern einfach was anderes zu tun hat. Und das ist auch ziemlich wichtig, wie später mal heraus kommt.
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Beitragvon Demona » 5. Aug 2008 20:20

O.k., dann fahren wir mal fort. Das nächste wäre dann:


8. Kapitel - Fliegen und Spinnen



Leider muss ich sagen, dass mir dieses Kapitel nicht so gut gefiel. M.M. nach zog es sich wie ein Gummiband in die Länge. Aber naja, das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Dann legen wir mal los...


Die Einleitung am Anfang gefiel mir allerdings sehr gut, obwohl sie mich leicht an Dornröschen erinnerte. :mrgreen:

Sie zogen in einfacher Reihe dahin. Der Eingang des Weges sah wie ein Torbogen zu einem dunklen Stollen aus. Zwei große Bäume, die sich einander zuneigten, bildeten das Eingangsgewölbe. die Bäume waren schon viel zu alt, von Efeu erdrosselt und flechtenbehangen, um mehr als nur wenige schwarz gefärbte Blätter zu tragen.


Für mich wird da schon angezeigt, was sie für einen Weg vor sich haben und das dieser sicherlich nicht einfach wird.
Sie sahen nur schwarze Tiere, hörten merkwürdige Geräusche, aber das Schlimmste waren die Spinnenweben überall. Anfangs kam noch ein kleiner Lichtstrahl durch den dichten Wald, aber später dann auch nicht mehr.
Es gab keine Sonne mehr, kein Luftzug rührte sich, es roch nach Moder und es waren - je tiefer sie in den Wald kamen - auch kaum noch Geräusche zu vernehmen.
In der Nacht wurde es sogar so dunkel, dass Bilbo die Hand vor der Nase nicht sehen konnte. Ein Feuer zündeten sie auch nicht mehr an, da sie sich von hunderten Augen beobachtet fühlten.
Nach und nach ließen die Vorräte nach und sie hatten auch kein Gefühl mehr dafür, wie lange sie schon in dem Wald unterwegs waren.
Schließlich kamen sie an den schwarzen Fluss. Wenn Beorn sie nicht eindringlich vor dem Fluss gewarnt hätte, sie hätten daraus getrunken, da ihr Wasser knapp wurde. Auch überlegten sie, wie sie ans andere Ufer kommen könnten.
Bilbo, der die besten Augen von allen hatte konnte am anderen Ufer ein Boot erkennen und sie versuchten, es zu sich rüber zu ziehen.
Mit viel Glück konnten sie das Boot zu sich herüber ziehen. Lieder ereignete sich beim Übersetzen ein Unglück und Bombur, der dickste Zwerg fiel in den verzauberten Fluss und drohte zu Ertrinken. sie konnten ihn gerade noch retten, nur leider schlief er, kaum dass er das Ufer erreichte auf einmal tief und fest ein. Was auch immer sie versuchten, sie konnten ihn durch nichts wecken.
Also blieb ihnen nichts anderes übrig als den dicken Zwerg zu tragen. Vier Tage nach dem Erlebnis am Fluss gingen ihnen auch noch die Lebensmittel aus und es sah nicht danach aus, dass sie etwas geeignetes zu Essen finden würden.
Dann kamen sie an eine Stelle, wo nur noch Buchen wuchsen und sich das Licht änderte. Bombur schlief immer noch und sie waren völlig fertig. Dann hörten sie merkwürdige Geräusche, die wie Gelächter und Gesang klangen. Es waren zumindest keine Orkstimmen, was sie etwas beruhigte.
Einige Tage später änderte sich der Pfad, er begann sich zu neigen und hier wuchsen nur noch Eichen. Bilbo wurde zum Spähr auserkoren und er musste auf die Spitze des Baumes klettern und nachsehen, wie weit der Wald ging.
Statt den Zwergen sofort zu antworten - denn er sah nur das grün des Waldes, genoss er die Sonnenstrahlen und den Wind, welche sein Gesicht streichelten und beobachtete die Schmetterlinge.
Leider hatte der arme Bilbo auch keinen Orientierungssinn, sonst hätte er erkennen können, dass er das Ende des Waldes auf diesem Baum nicht erkennen konnte, da er im Tal stand. Eigentlich waren sie nämlich gar nicht so weit vom Waldesrand entfernt.
Aber so machte sich Bilbo nach einer Weile wieder enttäuscht auf den Weg nach unten und die Zwerge waren nicht allzu begeistert von seinen Ausführungen.
Am nächsten Morgen hatten sie kein Essen mehr und es begann zu regnen. Das einzig gute was sich ereignete war, dass Bombur plötzlich und ohne Grund aufwachte, riesigen Hunger hatte und sich nicht erinnern konnte, wie er in den Wald gekommen war. Seine letzte Erinnerung war Tag des Beginns ihrer Reise.
Nachdem sie ein gutes Stück gegangen waren, weigerte sich Bombur weiterzugehen und wollte lieber schlafen und von Essen träumen, anstatt mit knurrenden Magen weiter zu laufen. Bevor es zum Streit kommen konnte sah Balin, der ein bisschen voraus war ein Licht aus dem Wald scheinen.
Sie konnten Bombur, der natürlich geradewegs auf das Licht zulaufen wollte - weit ab vom Pfad - davon abhalten. Nach langer Beratschlagung, wer denn nun das Licht auskundschaften sollte und aus Angst denjenigen dann nicht wieder zu finden, krochen sie alle zusammen auf die Stelle zu.
Kaum waren sie an der Stelle angekommen, wurden sie bemerkt und die Feuer gingen aus. Nach langen hin und her hatten sie sich alle im Dunkeln wieder gefunden. ABER, sie waren weit ab vom Pfad und wussten auch die Richtung, aus der sie gekommen waren nicht mehr. Also mussten sie sich dort für die Nacht einrichten. Dori, der die erste Wache hatte, rief, kaum das Bilbo eingeschlafen war, dass die Lichter wieder da waren und viel mehr als zuvor.
Diesmal wollten sie schlauer sein und schickten den armen Bilbo als Begrüßung vor, da sie dachten, er würde denen keine Angst einjagen. Bevor Bilbo seinen Ring anlegen konnte, stießen ihn die Zwerge vor, was sich als Fehler erwies. Die Feuer erloschen wieder und diesmal konnten sie Bilbo nicht wiederfinden.
Als sie ihn endlich fanden, Dori war über ihn gestolpert, schlief er zusammen gerollt auf dem Boden und war schwer wach zu bekommen. Außerdem war er nicht sehr begeistert, dass er aus dem wunderschönen Traum geweckt worden war, wo es so tolle Mahlzeiten gab.

Es sollten jedoch nicht die letzten Lichter gewesen sein, die sie zu sehen bekamen. Im Morgengrauen weckte sie Kili und führte sie zu den neuen Feuern. Sie konnten schon vom Weiten das Singen und Lachen hören.
Doch dieses Mal war ihnen das Glück überhaupt nicht hold. Dieses Fest, dem sie sich näherten, war größer und lautern als die voran gegangenen. Am Ende der langen Festtafel saß der Waldlandkönig mit einer Blattkrone im goldenen Haar - genau ihn hatte Bombur in seinen Träumen gesehen. Das Elbenvolk feierte ausgelassen.
Doch als Thorin in ihre Mitte trat, um um Hilfe zu bitten wurde es totenstill. Die Feuer gingen in Rauchschwaden aus und die Asche und der Ruß wehte den Zwergen in die Augen. die Zwerge schrien und klagten und Bilbo rannte panikartig auf der Suche nach seinen Freunden herum.
Nach einer Weile war jedoch nichts mehr zu hören und Bilbo war - mal wieder - allein in der Dunkelheit.


Dieses Mal handelte er jedoch ruhig und überlegt. Er sah ein, dass es nichts bringen würde, wenn er seinen Freunden in der Dunkelheit nachjagte, noch dazu, wenn nicht die Aussicht auf ein gutes Frühstück bestehen würde.
Also setzte er sich an einen Baum gelehnt hin und wanderte in Gedanken mal wieder zu seiner geliebten Hobbithöhle und der darin befindlichen Speiskammer.
Dabei bemerkte er fast zuspät, dass er von Spinnweben eingewickelt wurde. Gerade noch rechtzeitig erkannte er die Gefahr und ihm gelang mit Hilfe seines Schwertes das Unmögliche, er tötete die Riesenspinne. Dabei fiel er aber selbst vornüber und konnte sich für eine Weile an nichts erinnern.
Als er wieder zu sich kam, fühlte er sich wilder und kühner als zuvor, denn er hatte die Spinne ohne fremde Hilfe getötet.
Eine Weile überlegte er, in welche Richtung er gehen sollte, um seine verschwundenen Weggefährten zu finden. Wohlweislich hatte er sich den Ring an den Finger gesteckt und nach einer Weile traf der auf eine Stelle, wo lauter Spinnen über ihm in den Bäumen hingen.
Aufgrund der Erzählungen der Spinnen erkannte er, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb, um seine Freunde zu retten, die in Kokons verpackt, an den Zweigen hingen. Nachdem er einige Kieselsteine - und Bilbo war ein ausgezeichneter Steinewerfer - auf die Spinnen geworfen hatte und einige damit getötet hatte wurden die natürlich wütend und liefen in die Richtung aus der die Steine geflogen kamen.

Blitzschnell überlegte Bilbo und kam zu dem Entschluss, dass er die Spinnen von den Zwergen fortlocken musste, damit diese eine Chance hatten.
Er entschlüpfte den Spinnen auch immer wieder und damit sie ihm auch wirklich folgten, dachte er sich noch ein singendes Verslein für sie aus.
Die Spinnen waren jedoch auch nicht dumm und hatten, rings um den Platz wo Bilbo stand, ein riesiges Netz gespannt. zum Glück fand er eine Lücke und mit seinem Schwert schlug er die Stricke entzwei und entkam.
Leise schlich er an die Stelle zurück, wo die Zwerge hingen und befreite als erstes Fili, der ihm dabei haf die anderen zu befreien.
Leider kamen die Spinnen zurück bevor Bilbo alle befreien konnte und so musste er - diesmal ohne Hilfe des Ringes, denn den hatte er bei der Rettung von Fili abgenommen - gegen die ankommenden Spinnen kämpfen. Diese waren nun wütender als zuvor.
So blieb ihnen nichts anderes übrig als gegen sie zu kämpfen. Leider waren die Spinnen in der Überzahl und Bilbo musste den Zwergen wohl oder übel von dem Ring erzählen, um die Spinnen wieder mal von ihnen wegzulocken.
Da die Zwerge jedoch von der langen Hängerei nicht sehr gut zu Fuss waren, kamen sie auch nicht schnell genug voran und wieder musste Bilbo ihnen zu Hilfe eilen.

Als das geschafft war und sie an einer viel helleren und freundlicheren Stelle angekommen waren löcherten sie natürlich Bilbo mit Fragen über den Ring und Gollum. Nachdem er ihnen nochmals, diesmal ausführlicher alles erzählt hatte, fielen sie in den Schlag, bis Dwalin aufschreckte und fragte: "Wo ist Thorin?"

Der arme Thorin war viel eher als die anderen gefangen genommen worden und das nicht von den Spinnen.
Der war von den Waldelben gefangen genommen worden und zu ihrer Königshöhle gebracht worden. Die Waldelben waren nicht sehr begeistert darüber, dass Thorin und seine Leute die Feier unterbrochen hatten und auf einige Zwerge leider auch nicht gut zu sprechen.
Leider war thorin auch sehr wütend, da sie ihn erst einmal an einen Baum gebunden hatten und beantwortete die Fragen des Elbenkönigs nur zum Teil.
Darüber war der König nicht sehr begeistert und so wurde Thorin erst einmal in das Verlies gebracht, allerdings wurde er dort ausreichend mit Essen und trinken versorgt.
So ging es ihn um einiges besser, als einen Gefährten.

Allerdings sollte es nicht sehr lange dauern, bis sie sich wieder sehen würden.
Zuletzt geändert von Demona am 10. Aug 2008 13:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon nevermore » 9. Aug 2008 20:29

Also langweilig fand ich das Kapitel jetzt nicht unbedingt, aber so begeistert davon bin ich auch nicht.

Bilbo und Zwerge sind jetzt ganz klar in der "Unterwelt" und müssen sich mit Monstern rumschlagen. Die Szenen mit den Spinnen erinnern ungemein an Rowlings "Chamber of Secrets", nur dass es hier keine hilfreiche Über-Spinne gibt; aber alles andere inklusive - mal wieder - der Bedrohung, gefressen zu werden, klingt doch sehr vertraut. HP ist wirklich eine Pastiche, ein Patchwork aus Elementen anderer Werke.

Bilbo verlässt, verleitet von der Versuchung des Elbenfestes, den Pfad - auf sowas habe ich ja gewartet - und findet sich mal wieder ganz allein gelassen wieder. Diesmal kommt er aus eigener Kraft, zwar mit Schwert und Rings Hilfe, aber dennoch mit deutlich mehr Eigenleistung als vorher, aus der Sache heraus. Er weiß jetzt was er tut, es heißt, der Kampf mit der Spinne habe ihn „verändert“. Er nimmt jetzt die Dinge selber in die Hand, und zwar überlegt.

Ich muss sagen, dass mir diese Wandlung etwas zu schnell geht und für mich nicht wirklich überzeugend ist. Ich verstehe schon das Bild mit dem Pfad verlassen, dem Kampf mit der Spinne, und dass er dadurch zum Helden wird. Aber die Charakterentwicklung vom Angsthasen zum Helden, der furchtlos die Spinnen hinter sich her lockt und die Zwerge fast im Alleingang rettet, geht mir zu hopplahopp. Obwohl die Geschichte aus Bilbos Perspektive geschrieben ist, kommt nicht herüber, was bei diesem Kampf innerlich mit ihm geschehen ist, das diese Wandlung hervorgerufen hätte. Es werden keinerlei Gefühle und Gedanken Bilbos während dieses Kampfes beschrieben; auch nicht, dass in seiner Ohnmacht etwas auf der geistigen Ebene mit ihm passiert wäre. Er tötet die Spinne, wird ohnmächtig, und als er wieder aufwacht, teilt uns Tolkien mit, Bilbo sei jetzt ein ganz anderer Hobbit, "wilder und kühner". Keine näheren Erläuterungen, wie sich Bilbo dies erklärt, ob er überhaupt darüber nachdenkt, und wie er damit umgeht. Als Leserin fühle ich mich da irgendwie vor die Auskunft gestellt, Bilbo hat sich verändert, und ich solle das akzeptieren. Ich hätte gern etwas über die Hintergründe, die Art dieser Veränderung und Bilbos Reaktion auf diese doch sehr radikale Veränderung in Bilbos Charakter gehört.
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Beitragvon Demona » 10. Aug 2008 13:46

Ich muss sagen, dass mir diese Wandlung etwas zu schnell geht und für mich nicht wirklich überzeugend ist. Ich verstehe schon das Bild mit dem Pfad verlassen, dem Kampf mit der Spinne, und dass er dadurch zum Helden wird. Aber die Charakterentwicklung vom Angsthasen zum Helden, der furchtlos die Spinnen hinter sich her lockt und die Zwerge fast im Alleingang rettet, geht mir zu hopplahopp.


Ganz so würde ich es nicht formulieren. Es waren schon vorher einige Anzeichen da, die zeigten, dass mit Bilbo ein Wandel vorging. Ich halte ihn auch für einiges besonnener und überlegter als die Zwerge, wohl auch ein Grund, warum Gandalf sich für einen Hobbit entschied.

Bilbo hat schon vorher gezeigt, dass er, wenn er einen Großteil seiner Angst hinter sich lässt, über sich hinaus wachsen kann.

Er tötet die Spinne, wird ohnmächtig, und als er wieder aufwacht, teilt uns Tolkien mit, Bilbo sei jetzt ein ganz anderer Hobbit, "wilder und kühner". Keine näheren Erläuterungen, wie sich Bilbo dies erklärt, ob er überhaupt darüber nachdenkt, und wie er damit umgeht. Als Leserin fühle ich mich da irgendwie vor die Auskunft gestellt, Bilbo hat sich verändert, und ich solle das akzeptieren. Ich hätte gern etwas über die Hintergründe, die Art dieser Veränderung und Bilbos Reaktion auf diese doch sehr radikale Veränderung in Bilbos Charakter gehört.


Ich glaube, dass hier auch zum großen Teil der Ring, den Bilbo besitzt, eine Aktie daran hat, wie Bilbo sich verändert und vor allem z.T. wie schnell.
Ein anderer als Bilbo hätte den Ring für seine Zwecke missbraucht - wie Gandalf und später auch Galadriel von sich sagen, auch wenn es bei ihnen mit bester Absicht geschehen würde, es würde sie jedoch nicht zu besseren ihrer Art machen - aber Bilbo, und das ist der wichtigste Wesenszug eines Hobbits, würde gar nicht auf so eine Idee kommen und das ist etwas, was der Ring nicht wissen und ahnen konnte.
Und das ist es, was Bilbo, später dann Frodo und auch Sam zu den besten Ringträgern machen.
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