Fack ju Goehte

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Fack ju Goehte

Beitragvon Bernhard Nowak » 1. Dez 2013 13:53

Fack ju Göhte
Schräge Komödie mit Elyas M`Barek, der mit dem Film "Türkisch für Anfänger" bekannt geworden ist. In der Tradition der Schulkomödien angelegt, zeigt sie doch Probleme der Lehrer im modernen Schulalltag auf. Ich bin jetzt zu faul, die Handlung zu referieren (Links etwa hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Fack_ju_G%C3%B6hte oder hier: http://www.filmstarts.de/kritiken/209260/kritik.html ).
Mit hat der Film gut gefallen, auch wenn er nicht tiefsinnig ist, sondern locker leicht und sicherlich auch vorhersehbar ist. Er lebt vom Charisma des Hauptdarstellers Elyas M`Barek, der wirklich einen glaubwürdigen und authentischen Charakter spielt, mit dem man sich identifizieren kann. Meines Erachtens kommen die weiteren Darsteller hier etwas zu kurz, d.h. der Protagonist "trägt" diesen Film (der ohne den Hauptdarsteller deutlich abfallen würde, aber gut). Der Film hat keinerlei Längen, vielleicht für meinen Geschmack etwas zu viel Gags (etwas weniger wäre hier mehr gewesen). Die Probleme des heutigen Schulalltages werden ohne erhobenen Zeigefinger deutlich thematisiert, wie es die Rezension von "Filmstarts" ja auch treffend formuliert:


In Hollywoodfilmen wie „Der Club der toten Dichter“ oder „Freedom Writers“, aber auch im sozialrealistischen Cannes-Gewinner „Die Klasse“ erscheinen Lehrerfiguren oft als Vorbilder, die sich bis zur Selbstaufgabe für ihre Ideale und ihre Schüler einsetzen. Zu diesen Heldenfiguren ist Zeki Müller gewissermaßen der krasse Gegenentwurf. Er hat mit Bildung nichts am Hut, denkt nur ans schnelle Geld und will mit den halbwüchsigen Störenfrieden im Klassenzimmer nichts zu tun haben: „Heul leise!“, schnauzt er einmal eine Schülerin an und jedem, der ihn nicht behelligt, verspricht er eine Eins. Während der Straßengauner mit der schlechten Grammatik und den rüden Umgangsformen letztlich aber nur ein nachvollziehbares Desinteresse auslebt, liegt das wahre Problem bei den echten Pädagogen und der Institution Schule selbst. Von der einfallsreich pragmatischen, aber desillusionierten Direktorin (Katja Riemann hat sichtlich viel Spaß) über die verzweifelte Veteranin (Uschi Glas), die sich aus dem ersten Stock stürzt, bis zu Karoline Herfurths Lisi, der naiven Anfängerin ohne jedes Durchsetzungsvermögen: Die liebevoll karikierten verschiedenen Typen wird jeder wiedererkennen und man begegnet ihnen durchaus mit Verständnis, denn gegen die Schüler der 10b waren Hansi Kraus und die anderen „Lümmel von der ersten Bank“ aus den Pennäler-Possen der 1970er Jahre geradezu lammfromm. Da werden nicht nur die üblichen elaborierten Streiche mit dem Mobiliar gespielt, die Null-Bock-Revolte geht vielmehr bis zum Psychoterror.


Insofern regt er durchaus zum Nachdenken an, aber - wie erwähnt - ohne erhobenen Zeigefinger, was ich gut finde.
Ansonsten: leichte Unterhaltung und sehenswert.
8 von 10 Graffitis (die in dem Film durchaus eine Rolle spielen :wink: )
"Walder Frey is many things - but a brave man - no!"
Tyrion Lannister in "Game of Thrones", Staffel 3, Folge 10
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