Nachtzug nach Lissabon

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Nachtzug nach Lissabon

Beitragvon Bernhard Nowak » 21. Apr 2013 01:18

Nachtzug nach Lissabon

Sehenswerte Literaturverfilmung nach dem Bestseller von Pascal Mercier. Ein alternder schweizer Lateinlehrer rettet in letzter Minute eine Frau vor dem Selbstmord. In ihrem Gepäck findet er einen philosophischen Roman eines portugisischen Schriftstellers, in welchem er sein "Alter ego" und seine eigene Lebensphilosophie wiederfindet. Er reist nach Lissabon, um die Spuren des Schriftstellers aufzunehmen, welcher als Arzt mit dem Widerstand gegen die Salazar-Dikatur sympathisierte und am Tag der Nelken-Revolution von 1974 an einem Aneurisma starb. Jeremy Irons spielt in diesem wunderbar lyrishen Film einen erstklassigen Protagonisten: ein an sich selbst zweifelnder Anti-Held, der aus den Zwängen des Alltags und der Langeweile ausbricht auf der Suche nach dem Schicksal seines geheimnisvollen Alter Egos.

Im Gegensatz zu vielen negativen Kritiken meiner Meinung nach ein sehr eindrucksvoller Film, der sich eng an die literarische Vorlage hält und zeigt, wie Leben und Freundschaften in einem Klima der Angst in einer Diktatur entstehen und auch durch Eifersucht und Verrat zerbrechen können. Erstklassige Schauspieler wie Bruno Gantz, August Diehl oder Burghart Klaußner tragen zu diesem positiven Eindruck bei. Hervorragend: Jack Houston als junger Amadeou. Ein Film, der mich sehr beeindruckt hat. Nähere Infos hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Nachtzug_n ... %28Film%29

10 von 10 Punkten
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Beitragvon Demona » 21. Apr 2013 13:37

Danke Bernhard, aber du hast ein Darstellerin vergessen, Martina Gedeck.

Ich habe die Vorschau auf den Film auch gesehen und möchte ihn mir auf alle Fälle ansehen. Ich fand schon immer, dass Literaturverfilmungen es im Kino und bei den Kritikern schwer haben. Ich liebe solche Filme, schon als Jugendliche.

Einmal habe ich von der Schule - ich war da in einem Literaturkreis - aus den Film "Die Spitzenklöpplerin" mit Isabelle Huppert gesehen. Meine Mitschüler konnten mit dem Film nichts anfangen.
Genauso erging es mir später mit dem Film "The Purple Rose of Cairo" mit Mia Farrow von Woody Allen. Meine beiden Freundinnen konnten mit dem Film nichts anfangen und ich fand, es war wunderbares Kino.

Ich habe hier noch einen Trailer, auf der Seite der Süddeutschen Zeitung:

Nachtzug nach Lissabon
"Möge Gott sein zwischen Dir und dem Leid, an allen verlassenen Orten, die Du erreichen wirst." (ägyptischer Segensspruch "Babylon 5")

"Wichtig ist nur, was du mit der Zeit anfängst, die dir in deinem Leben gegeben ist." (Gandalf zu Frodo in Moria, HdR- Die Gefährten)
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Beitragvon Bernhard Nowak » 21. Apr 2013 14:41

Auch meinem Freund hatte der Film gestern zu viele Längen. Ich fand ihn aber wunderbar. Martina Gedeck, die mich in dem RAF-Film sehr überzeugt hatte, mochte ich hier nicht so sehr, sie spielte mir zu übertrieben. Aber dies ist Geschmacksache.
Ich denke, in Frankreich wäre ein solcher Film gut angekommen, die Länge, die Atmosphäre wirkten auf mich wie ein Film von französischen Filmemachern, während möglicherweise in Deutshland die ruhige Kameraführung als "Längen" gesehen werden. Die Kritik von Spiegel Online, der Film verharmlose die Salazar-Diktatur, kann ich hingegen gar nicht nachvollziehen.
Die Filmkritik von Spiegel Online hier: http://www.spiegel.de/kultur/kino/bille ... 86176.html
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