Lesezirkel "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien

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Beitragvon seirex » 10. Aug 2008 14:57

Ich würde da einfach sagen, das Bilbo die Angst durch pure Verzweiflung ersetzt und dann wie ein Amokläufer die Situation nicht mehr ganz realisiert. Er geht eben auf volles Risiko.

Das mächt Tolkien ja auch mit den Hobbits im HdR.

LG

seirex
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Beitragvon Demona » 12. Aug 2008 23:04

Ich würde da einfach sagen, das Bilbo die Angst durch pure Verzweiflung ersetzt und dann wie ein Amokläufer die Situation nicht mehr ganz realisiert. Er geht eben auf volles Risiko.

Das mächt Tolkien ja auch mit den Hobbits im HdR.


Also so würde ich das nun nicht sehen. :scratch_one-s_head:

Bilbo erkennt meines Erachtens, dass er jetzt auf niemanden anders als sich selbst zurück greifen kann. Wenn er nichts tut, wird kein anderer kommen und den Zwergen helfen.
Hier zeigt sich m.M. nach auch, dass Bilbo zum ersten mal in seinem Leben wirklich gefordert wird.

Was später die Hobbits in HdR betrifft, da ist es vor allem Sam, der über sich hinaus wächst. Bei Merry und Pippin ist es gerade Pippin, der irgendwann erkennt, dass das ganze überhaupt kein Spass mehr ist und einem Unachtsamkeit und kindischer Unsinn massiv in die Klemme bringen kann.
Hier zeigt Tolkien mal wieder, dass man "Menschen", die anders sind, nie unterschätzen sollte und das gerade die verkannten und wenig beachteten über sich hinaus wachsen können.
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Beitragvon Cellmorbasg » 18. Aug 2008 18:40

Es ist sicher richtig, dass Bilbos Veränderung hier ziemlich kurz dargestellt wird - dennoch denke ich, dass die Episode mit den Spinnen nur ein weiteres Ereignis ist, das zu der Veränderung führt.
Auch die Abenteuer vorher mit den Trollen, Orks und Gollum müssen berücksichtigt werden.
Ich denke Bilbo selbst war die Veränderung gar nicht so klar.

Auch die Zwerge machen ja in diesem Kaopitel bewusst, das Bilbo viel mehr ist als ein lästiger Reisebegleiter - eine Erkenntnis die sie eigentlich schon eher hätten treffen können.

Neben den Spinnen haben mich auch der weiße Hirsch und die Hirschkuh an HP erinnert (auch wenn sie dort auf ganz andere Weise "zum Einsatz" kamen).
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Beitragvon Demona » 19. Aug 2008 22:08

O.k. Da nun alle wieder da sind und momentan keiner Urlaub plant, können wir ja weiter machen. :friends:

9. Kapitel - Fässer unverzollt



Da sie sich nicht darauf einigen konnten, welches nun der richtige Weg ist und sie mehr stolperten als liefen, blieb es nicht aus, dass sie den Elben in die Hände fielen.
So entkräftet wie sie waren, dachten sie auch nicht an Gegenwehr und gegen die Adleraugen der Elben hätten sie eh keine Chance gehabt.
Bis auf Bilbo harrten sie der Dinge, die da auf sie zu kommen mögen. Der hatte unterdes den Ring übergestreift und sich in die Büsche verzogen.

So zählten die Elben den Hobbit nicht mit, als sie die Zwerge in einer langen Reihe zusammen banden und bemerkten auch nicht, dass er ihnen ihm Fackelschein folgte.
Diese führten die Zwerge über eine Brücke, unter der der Fluss mit lautem Rauschen dahin floss. Die Brücke endete an einem Höhleneingang, was den Hobbit etwas zögern ließ und er es gerade so schaffte, den letzten Elben zu folgen bevor sich das Tor schloss.
Doch diese Stollen und Gänge unterschieden sich sehr von denen der Orks. Sie waren heller, gingen nicht so tief in den Berg hinein und es wehte immer ein frischer Luftzug.
Die Zwerge wurden in die große Halle zum Elbenkönig geführt. Doch auch er bekam nicht sehr viel mehr aus ihnen heraus, wie schon aus Thorin. Die Zwerge waren verärgert, hungrig, müde und knurrig. Dies stimmte natürlich den Elbenkönig auch nicht nicht freundlicher und er befahl, die Zwerge in Einzelzellen zu sperren. Sie bekamen jedoch zu Essen und zu Trinken, konnten jedoch, wenn sie weiter so schweigsam blieben, nicht über die Schwelle der Zelle treten.
Natürlich verriet er ihnen auch nicht, dass er Thorin schon in seiner Gefangenschaft hatte. Dies fand Bilbo heraus.

Der arme Bilbo verbrachte dort eine lange Zeit ganz alleine und auf sich gestellt. Da er niemals wagte, den Ring abzunehmen geschweige den viel zu schlafen. Um sich die Zeit zu vertreiben, strich der durch das Reich Elben, er verscuhte ihnen bei ihren Ausritten in den Wald zu folgen und fand ihre Vorratskammern, aus denen er sich bediente. Die Zwerge wollte er nicht verlassen, er hätte auch nicht gewusst wohin er alleine hätte gehen sollen. Er folgte den Wachen und fand nach einiger Zeit mit viel Glück heraus, wo die Zwerge untergebracht waren. Beim Belauschen der Wachen erfuhr er auch davon, dass sie noch einen Zwerg gefangen hielten und zwar sehr viel tiefer als die anderen. Und so fand Bilbo mit sehr viel Glück die Zelle von Thorin.
Was für ein Glück für alle, denn Thorin war schon knapp davor aufzugeben und dem Elbenkönig den Grund der Reise und vom Drachenschatz zu erzählen.
So fungierte der Hobbit eine zeitlang als Bote zwischen den Zwergen und Thorin erfuhr, wie Bilbo die Zwerge vor den Spinnen gerettet hatte.
Sie blieben dabei, den Elben nichts von dem Schatz zu erzählen. Bilbo stieg immer mehr in der Hochachtung der Zwerge, genau wie Gandalf es voraus gesehen und gehofft hatte. Leider stand er nun unter dem Zwang, eine Möglichkeit zu finden, die Zwerge aus ihrer doch misslichen Lage zu befreien.
Dies behagte nun den Hobbit nicht so ganz, denn dem gefiel es gar nicht, wenn sich jemand auf ihn verließ. Da wünschte er sich mal wieder den Zauberer an seine Seite.

Da dies natürlich nicht möglich war, musste er sich nun etwas einfallen lassen. Er wusste, durch die verzauberten Tore konnten sie nicht entkommen, also musste er sich etwas anderes einfallen lassen.
Eines Tages machte Bilbo beim Herumschnüffeln eine Entdeckung...

Die großen Tore waren nicht der einzige Eingang zu den Höhlen - ein Wasserlauf strömte in der Tiefe dahin und vereinigte sich mit den Nachtwaldfluss, allerdings in Form eines Wasserfalls am Ende. Vorher floss er durch einen langen dunklen Tunnel von den Kellern des Berges.
In den Kellern wurde der Wein und die Lebensmittel gelagert. Vorwiegend lagerten in den Kellern jedoch Weinfässer, denn die Elben liebten Wein, den sie bei ihren Feiern ausgiebig tranken. Allerdings wuchs in ihrer Nähe kein Wein und sie mussten sich diesen liefern lassen.
Aus diesem Grund hatten sie ein Abkommen mit den Menschen von Seestadt abgeschlossen. Die Fässer wurden über den Nachtwaldfluss befördert und meist in Form von Flössen zusammen gebunden und herauf befördert.
Die Elben warfen die leeren Fässer einfach durch die Falltüren und die Strömung trieb diese stromabwärts und am Ostsaum des Waldes wurden sie dann zusammen getrieben und nach Seestadt befördert.
In Bilbo reifte ein Plan heran und das Glück war in einer Nacht auch mit ihnen. Der Kellermeister war ein Freund des Behelfshabers der Wache und dieser nahm den Chef der Wachen mit, damit dieser mal vom Lieblingswein des Königs probieren konnte.
Dieser Wein hatte es in sich und so dauerte es nicht lange, bis beide in tiefen Schlummer sanken. Bilbo nahm die Schlüssel der Zellen an sich, befreite die Zwerge und schloss sorgfältig die Türen wieder ab.

Nachdem alle befreit waren, erklärte ihnen Bilbo den Plan und wie er erwartet hatte, waren diese natürlich darüber nicht begeistert. Bilbo war mittlerweile aber so sauer, dass er ihnen anbot, sie wieder in ihre Zellen zurück zu bringen, damit sie dort versauern können.
Das wollten die Zwerge natürlich auch nicht und stimmten dem Plan mürrisch zu. Der Weg führte sie an den immer noch schnarchenden Wacht- und Kellermeister vorbei und Bilbo hängte dem Befehlshaber die Schlüssel wieder an. So hoffte er, dass dieser dann am nächsten Tag weniger Ärger bekam.

Es war keine Zeit mehr zu verlieren, denn Bilbo wusste, dass die anderen Elben bald auftauchen würden, um die leeren Fässer zu entsorgen. Nach einiger Zeit wurden auch 13 geeignete Fässer gefunden und Bilbo versuchte sein möglichstes, um die Fässer innen mit Stroh abzupolstern.
Kaum war der letzte Zwerg in den Fässern verpackt, da kamen auch schon lachend und singend die Elben an, die die Aufgabe hatten, die Fässer in den Strom zu werfen.
Die tranken gleich noch was mit, als sie die beiden schlafenden Gestalten sahen, allerdings waren sie nicht so betrunken, um nicht zu bemerken, dass einige Fässer schwerer waren. Der Kellermeister reagierte darüber knurrig und da sie es eilig hatten, zum Fest zurück zu kehren, widersprachen sie ihm nicht und warfen alle Fässer ins Wasser.
In diesem Augenblick merkte der Hobbit, das sein Plan einen Haken hatte. Wie sollte er denn nach draußen gelangen? Da gab es kein Fass und auch niemanden, der ihn in einem verpacken konnte...
Voller Verzweiflung und voller Angst klammerte sich Bilbo an das letzte Fass und wurde zusammen mit ihm in das Wasser gestoßen. Wie eine nasse Ratte hing der arme Bilbo an dem Fass und musste aufpassen, dass er nicht unter Wasser blieb oder mit den anderen Fässern zusammen stieß. Bilbo fing mittlerweile an zu frieren, denn es wehte ein kalter Wind über das Wasser und lange würde er sich nicht mehr an dem Fass festhalten können.
Doch auch diesmal war ihnen das Glück hold und sie wurden dicht ans Ufer getrieben. Dort warteten schon einige Elben, die die Fässer zusammen trieben und fest miteinander verbanden. Dort sollten sie die Nacht lagern und am nächsten Morgen sollte die Reise weiter gehen.
Bilbo suchte die Nähe der Feuer und des Essens. Leider sorgte er für einige Aufregung, da er trotz des Ringes nasse Fußspuren hinterließ und auch mehrmals heftig niesen musste.
Halbwegs trocken erwachte Bilbo am nächsten Morgen mit einem kräftigen Nieser und schaffte es gerade noch rechtzeitig ohne bemerkt zu werden auf das Floss.
Leider konnte er nicht sagen, ob die Zwerge das ganze Abenteuer überlebt hatten.
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Beitragvon nevermore » 23. Aug 2008 16:57

Dieses Kapitel kommt mir ein bisschen wie eine Füller-Episode vor. Es ist ganz nett, aber ich bin mir nicht ganz im Klaren, was jetzt eigentlich mit diesem Abstecher erzielt wurde, außer einer weiteren Rettung der Zwerge durch Bilbos Alleingang. Es gibt weder neue Erkenntnisse noch Werkzeuge noch Alliierte oder Feinde für Bilbo, und auch keine wirkliche Entwicklung seines Charakters. Aber vielleicht übersehe ich ja etwas, was mir jemand von den "Spezialisten" sagen kann?
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Beitragvon Demona » 23. Aug 2008 21:23

Also ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht so genau, was dieses Kapitel sollte...

Vllt., weil hier die Zwerge wirklich begreifen, dass sie auf Bilbos Hilfe angewiesen sind und ohne den Hobbit hätten aufgeben müssen.
Andererseits kann es sein, das da die Elben eingeführt werden, die ja später im Hobbit noch mal auftauchen und Bilbo dann "offiziell" mit ihnen zusammen trifft.
Vllt. auch nur, um zu zeigen, dass Höhlen nicht gleich Höhlen sind und wie anders Elben mit ihren Gefangenen umgehen im Gegensatz zu den Orks.
Oder auch, um zu zeigen, dass auch Elben gerne feiern und einen über den Durst trinken. :mrgreen:
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Beitragvon Darth Destructo » 23. Aug 2008 22:01

Vielleicht sollte dieses Kapitel einfach zeigen, dass nicht alle Elben so "zivilisiert" sind wie die von Bruchtal, sondern dass es auch "wildere" gibt, wie eben die Waldelben hier.
Im Hobbitfilm könnte ich mir übrigens vorstellen, dass bei dieser Szene Legolas einen Cameo-Auftritt bekommt, immerhin ist er der Sohn von Thranduil, dem König von Düsterwald.
Die Dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten.
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Beitragvon Cellmorbasg » 24. Aug 2008 10:06

Tja ich hab mich bisher auch nicht geäußert, weil mir zu diesem Kapitel nichts einfällt.
Es hat sich gut gelesen und ich finde es gelungen - aber mehr hab ich da einfach nicht gesehen.

Die Elben tauchen später ja nochmal auf (auch wenn ich mich an Einzelheiten nicht mehr erinnern kann), vielleicht können wir dann nochmal einen Bezug zu diesem Kapitel herstellen.


Da Guillermo del Toro Regie führt, bin ich nicht sicher, ob er vielleicht lieber auf Kurzauftritte der Herr-der-Ringe-Stars verzichtet.
Er hat ja schon betont, dass es (s)ein eigener Film wird und nicht einfach ein HdR-Aufguss.
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Beitragvon Demona » 24. Aug 2008 12:01

Da Guillermo del Toro Regie führt, bin ich nicht sicher, ob er vielleicht lieber auf Kurzauftritte der Herr-der-Ringe-Stars verzichtet.
Er hat ja schon betont, dass es (s)ein eigener Film wird und nicht einfach ein HdR-Aufguss.


So wie ich das verstanden habe, sollen die anderen HdR-Darsteller (die im Hobbit nicht zu finden sind) ja auch nur in dem zweiten Film auftauchen, der die Zeit zwischen Hobbit und HdR erläutert.
Und selbst da sind es ja nicht so viele, wenn ich die Anhänge und Nachrichten aus Mittelerde richtig in Erinnerung habe.
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Beitragvon Cellmorbasg » 25. Aug 2008 18:00

Mir ist jetzt doch noch was zur Bedeutung dieses Kapitels eingefallen.
Die Reisegruppe verbringt bei den Waldelben ca. vier Wochen.
Bilbo trägt in all der Zeit meistens den Ring am Finger.
So lange trug er ihn weder zuvor (und ich kann mir auch nicht vorstellen je wieder danach).

Das ist doch beachtlich. Eine Zeit in der der Ring sicher seine Wirkung hinterlassen hat, ob nun sofort (das sehen wir ja im nächsten Kapitel) oder eher langfrisitg.
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Beitragvon Demona » 26. Aug 2008 13:49

@ Cellmo

Hmm, ich denke jedoch nicht, dass er unter den Elben seine wahre kraft entfalten konnte. D.h. negative Auswirkungen auf Bilbo haben.
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Beitragvon nevermore » 26. Aug 2008 14:00

Wenn es das mit dem Ring ist, worauf das Kapitel hinausläuft, dann wäre da meiner Ansicht nach ein Hinweis darauf dringewesen - irgendetwas in der Art, dass sich der Ring bei Bilbo bemerkbar macht. Grade im Hobbit ist Tolkien mit solchen Hinweisen sonst eher deutlich (Kinderbuch). Hinzu kommt, dass man das mit den vier Wochen Aufenthalt doch leicht überliest.

Was in jedem Fall sein könnte, ist, dass den Elben ein paar Grautöne verpasst werden sollten, denn Elrond und seine Leute kamen doch sehr positiv weg. Dass die Waldelben nicht die Inkarnation der Güte sind, deutete sich zwar schon bei Thorins Gefangennahme im letzten Kapitel, wo es aber in der ganzen Spinnen-Geschichte doch etwas unterging.
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Beitragvon Demona » 7. Sep 2008 16:58

So, ihr Lieben, dann wollen wir mal weitermachen. :wink:


10. Kapitel - Ein warmes Willkommen



Sie trieben auf dem Fluss dahin und während Bilbo den Elben auf dem Floss lauschte erblickte er plötzlich den Einsamen Berg.
Ihm wurde bald klar, dass er mehr als Glück hatte, den Berg überhaupt zu sehen. Mittlerweile war die Gegend nur noch auf dem Wasserweg befahrbar und der Verkehr auf dem Fluss nahm stark zu. Zu Zeiten der Zwerge - die für alle dunkelste Vergangenheit war - waren die Wege per Land noch gepflegt und man konnte sicheren Weges ziehen.
Die Menschen am See und die Waldelben waren mittlerweile zerstritten darüber, wer den Nachtflusssee offen halte sollte und wer für die Uferpflege verantwortlich war.
Große Überschwemmungen und Wolkenbrüche hatten alle Flüsse, die ostwärts zogen anschwellen lassen. Im Stillen machten die Menschen auch den Drachen Smaug dafür verantwortlich, dass die Erdbeben in letzter zeit häufiger wurden. Die Sümpfe und Moore hatten sich auf dem Landweg immer weiter ausgebreitet. Frühere Wege waren verschwunden und auch durch gezieltes Suchen nicht wieder gefunden worden.
Selbst der Elbenweg durch den Nachtwald war an vielen Stellen mehr als unsicher.
Selbst Gandalf hatte inzwischen Nachrichten über die Reise der Gesellschaft erhalten und er war mehr als beunruhigt. Seine Geschäfte hatte er mittlerweile abgeschlossen und wollte nun schnellst möglich zu Thorin und seinen Leuten zurück, um ihnen beizustehen.
Bilbo ahnte davon jedoch nichts, er war schlecht gelaunt, hatte einen Schnupfen und wollte eigentlich nur noch eins - runter vom Floss.

Die Sonne war schon untergegangen, als sie endlich am Langen See ankamen. Bilbo hatte noch nie soviel Wasser auf einmal gesehen und konnte es sich vorher auch nie vorstellen. Nicht weit von der Mündung des Nachtwaldflusses lag die seltsame Stadt, von der er in den Kellern des Elbenkönigs gehört hatte. Sie war nicht am Ufer gebaut, sondern lag in der Mitte des See`s vor einer ruhigen Bucht und einem felsigen Vorgebirge.
Früher war Seestadt noch reich gewesen und hatte eine riesige Schiffsflotte. Nur noch wenige erinnerten sich an die Zeit, bevor der Drachen kam, die Zwerge verschwanden und der Fürst von Dal gestürzt wurde.
Einige sangen noch die alten Lieder, die versprachen, dass Thror und Thrain aus dem Geschlecht Durins wieder kamen und viel Gold durch das Bergtor am Nordende des Sees fließen würde.

Die Flösser wurden mit lauten Rufen begrüßt und das Floß an einer Felsflanke fest gemacht. Verteilt wurden sie heute nicht, da in der Stadt ein großes Fest war und die Elben dazu eingeladen worden waren.
Bilbo hatte angefangen, ein großes Fass zu lösen und den ersten Zwerg zu befreien. Es war Thorin, der zerschlagen und zerschunden aus dem Fass kroch und es dauerte eine ganze Weile, bis er dem Hobbit gegenüber freundlich gesinnt war.
Nachdem Thorin eingesehen hatte, wem er seine Freiheit verdankte half er Bilbo, die anderen zu befreien. Dies war eine sehr mühsame Aufgabe, den auf Klopfen und Rufen an den Fässern antworteten nur 6 der Zwerge. Kili und Fili waren die einzigen der sechs, die die Sache mit Humor nahmen und Thorin und Bilbo halfen. Fili wollte nur eins, nie wieder Äpfel riechen, da er den ganzen Weg in einem Apfelfass verbracht hatte.
Als die letztes mehr recht als schlecht aus den Fässern befreit waren, bedankte sich thorin nochmals bei Bilbo und fragte, was in der Nähe wäre. Bilbo erklärte darauf hin, dass sie in Seestadt wären.
Zu viert machten sie sich auf den Weg nach Seestadt. Als Thorin den mehr als nachlässigen Wachen der Stadt erklärt hatte, wer er war und was er wollte, entstand eine sichtliche Aufregung.
Nach einigem Hin und Her erklärte sich der Hauptmann der Wache bereit, die vier zum Meister der Stadt zu bringen.
Als sie am Festsaal ankamen hatte der arme Hauptmann überhaupt gar keine Chance irgend etwas zu sagen, denn Thorin schrie seine Ansprüche sofort heraus.
am überraschtesten waren jedoch die Elbenflösser, die sofort aufsprangen und schrien, dass das die Gefangenen des Elbenkönigs waren und warfen ihnen Herumstreunerei vor.
Thorin entgegnete auf Nachfrage des Meisters der Stadt, dass der Elbenkönig sie ungerechtfertigter Weise gefangen genommen und ihn somit daran gehindert hatte, in sein eigenes Land zurückzukehren, wie es vor langer Zeit prophezeit worden war.
Des weiteren spräche er mit dem Meister der Stadt, da ja die Elben hier nichts mehr zu sagen hätten.
Dieser zögerte jedoch zu lange mit seiner Antwort und er wurde von denen, die die alten Lieder noch kannten überstimmt.
Die Neuigkeit darüber, dass der Zwergenkönig vom Berg zurück gekehrt war, verbreitete sich in Windeseile und es störte sich niemand daran, dass es der Enkel jenes Zwergenkönigs war, der von seinem Recht Gebrauch machte.

Es wurden Lieder gesungen und gelacht und gelärmt. Der Meister fügte sich seinem Schicksal und bot Thorin seinen Stuhl am Tisch an und Fili und Kili bekamen Ehrenplätze an der Tafel. Auch Bilbo wurde nicht vergessen und in der ganzen Aufregung vergaßen sie, ihn zu fragen, was er mit der ganzen Sache zu tun hatte.
Selbst die Elben waren sich unsicher und wussten nicht, was sie tun sollten und dachten schon, ihr König hätte einen großen Fehler begangen. Die anderen Zwerge wurde dazu geholt, ihre Wunden verbunden und gefüttert. Sie bekamen ein großes Haus zugewiesen und sowie sich auch nur eine Zwergennase draußen zeigt, begann das Volk von Seestadt zu jubeln.
Die Zwerge wurden wieder kräftiger und nach knapp einer Woche hatten sie sich wieder von ihren Strapazen erholt. Auch die Zuneigung der Zwerge zu Bilbo wuchs mit Stunde um Stunde. Es wurde auf ihn getrunken und angestoßen und sich machten allerhand Theater um ihn.
Bei Bilbo hob sich indes die Stimmung nicht ganz, denn er hatte den Anblick des Berges noch nicht vergessen, noch den dazu gehörigen Drachen und er war schwer erkältet.

Die Elben waren mittlerweile auch in den Königspalast zurück gekehrt und obwohl Bilbo in Seestadt nie den Ring benutzte, hatten die Elben doch mehr erraten, als man vermutete. Jedoch blieb Bilbo immer noch geheimnisumwittert. Allerdings wusste der Elbenkönig jetzt über die Absichten der Zwerge bescheid bzw. glaubte es zumindest zu wissen.
Allerdings glaubte er nicht daran, dass die Zwerge offen kämpfen würden und sogar Smaug, den Drachen umbringen könnten.
Er hatte den Verdacht, dass die Zwerge irgend etwas anderes vor hatten und so war er zumindest schlauer als die Menschen in der Stadt. Er sandte Späher aus und wartete...

Nach weiteren zwei Wochen war Thorin der Ansicht, dass jetzt die Zeit zum Weiterziehen gekommen war. Da immer noch Begeisterung in der Stadt über ihr Dasein herrschte, schien es ihm auch günstig dafür in der Stadt Hilfe zu erhalten.
Er sprach mit dem Meister der Stadt, der dann doch erstaunt war, dass die Zwerge zum Berg gehen wollten. Im Stillen hatte vermutet, dass die Zwerge Betrüger waren und eines Tages entlarvt werden. Jedoch war er sehr froh darüber, dass die Zwerge die Stadt verlassen wollten, denn die ganze Verköstigung war etwas kostspielig geworden.
So verließen sie denn mit drei großen Booten und viel Verpflegung an Bord die Stadt. Die Pferde und Ponys wurden auf Umwegen voraus geschickt worden, um sie dann am Landeplatz zu erwarten.

Der letzte Abschnitt der Reise war angebrochen und der Einzige, der darüber ganz und gar nicht glücklich war, war unser kleiner Hobbit.
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Beitragvon nevermore » 11. Sep 2008 17:53

Na, die Zwerge hats ja schlimm erwischt bei der Fässer-Reise, die haben ganz schön was abgekriegt.

Seltsam, dass die Menschen nicht an den Drachen glauben, obwohl sie doch Elben und Zwerge und Hobbits gewöhnt sind.

Thorin ist wirklich ein Schussel, dermaßen lautstark in das Dorffest reinzuplatzen und nicht bloß herumzuposaunen, wer sie sind, sondern auch noch Besitzansprüche anzumelden. Das hätte auch anders ausgehen können. Aber anscheinend war sein Großvater in der Seestadt ja sehr beliebt. Oder der Elbenkönig ist es nicht ...

Haben die Elben eigentlich irgendeinen Grund, Anspruch auf den Schatz zu erheben?
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Beitragvon Demona » 11. Sep 2008 18:19

Seltsam, dass die Menschen nicht an den Drachen glauben, obwohl sie doch Elben und Zwerge und Hobbits gewöhnt sind.


Nun, die älteren glauben ja noch daran und erzählen ja auch immer, dass sie, als sie noch jung waren, einen Drachen haben fliegen sehen.
Aber ich denke mal, dass es typisch für die Menschen ist. Was man selber nicht gesehen hat, erklärt man halt zum Ammenmärchen.
Bei den Zwergen und den Elben gehören die Erzählungen und "Geschichten" aus der Vergangenheit wohl zur Grundausbildung und werden schon mit der Muttermilch eingesogen.

Haben die Elben eigentlich irgendeinen Grund, Anspruch auf den Schatz zu erheben?


Als Thorin dem Elbenkönig vorgeführt wurde, wurde erwähnt, dass es früher mal einen Krieg zwischen Elben und Zwergen gab (aber nicht mit Thorins Geschlecht).
Ging wohl darum, dass die Zwerge dem Elbenkönig sein Gold geklaut hätten, aber die widerum behaupteten, sie hätten sich nur die Bezahlung geholt. ein Teil des Goldes und der Edelsteine war wohl die Bezahlung für das Schmieden etc. gewesen.

Thorin ist wirklich ein Schussel, dermaßen lautstark in das Dorffest reinzuplatzen und nicht bloß herumzuposaunen, wer sie sind, sondern auch noch Besitzansprüche anzumelden. Das hätte auch anders ausgehen können.


Da hatte er in der Hinsicht Glück, dass der Meister der Stadt nicht sehr beliebt war und sich die Leute durchsetzten, die hofften, von den Zwergen profitieren zu können.
Einige wussten halt noch, dass Seestadt zu Zeiten der Zwerge sehr reich war und es gab ja auch immer noch das Gerücht von dem Schatz, den die Zwerge damals zurück lassen mussten.

Aber ist euch schon mal aufgefallen, dass die Menschen hier nicht gerade gut weg kommen? Wenn man es genauer betrachtet.
Ohne eigentlich genau zu hinterfragen, glauben sie den Aussagen Thorins, sie beköstigen sie, geben ihnen neue Kleidung und Unterkunft. Ja, sie werden fast zu Helden und Retter von Seestadt erkoren. Da gibt es keinen Zweifel und die Proteste der Elben, mit denen sie ja bisher auch gute Geschäfte gemacht haben, werden einfach übergangen.
Am Ende werden sie auch noch für ihre letzte Etappe ausstaffiert.

Ich finde das schon reichlich naiv von den Seestadtleuten. Sie kommen ja noch nicht mal auf die Idee, dass sie vllt. durch das Erscheinen der Zwerge und deren Besitzansprüche an den Einsamen Berg in Gefahr sein könnten.
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Beitragvon Cellmorbasg » 11. Sep 2008 18:50

Nun, die älteren glauben ja noch daran und erzählen ja auch immer, dass sie, als sie noch jung waren, einen Drachen haben fliegen sehen.
Aber ich denke mal, dass es typisch für die Menschen ist.


Ich denke, dass es genau Tolkiens Absicht war die Menschen hier ein bisschen klischeehaft darzustellen. Es sind, von der außergewöhnlichen Person Beorn einmal abgesehen, die ersten Menschen die wir näher kennenlernen.

Aber ist euch schon mal aufgefallen, dass die Menschen hier nicht gerade gut weg kommen? Wenn man es genauer betrachtet.
Ohne eigentlich genau zu hinterfragen, glauben sie den Aussagen Thorins, sie beköstigen sie, geben ihnen neue Kleidung und Unterkunft. Ja, sie werden fast zu Helden und Retter von Seestadt erkoren. Da gibt es keinen Zweifel und die Proteste der Elben, mit denen sie ja bisher auch gute Geschäfte gemacht haben, werden einfach übergangen.


Nun die Menschen, die eigentlich den Glauben an die alten Geschichten verloren haben - bekommen mit den Zwergen vor Augen geführt, dass sie vielleicht doch wahr sein könnten.
Im Handel scheinen die Menschen der Seestadt ja recht tüchtig zu sein - da sind sie sicher gegenüber den Elben darauf bedacht so viel wie möglich für sich herauszuholen.
In den Zwergen sehen sie sicher auch den möglichen Gewinn. Das es um den geht, sieht man ja am Verhalten des Bürgermeisters.


Thorin ist wirklich ein Schussel, dermaßen lautstark in das Dorffest reinzuplatzen und nicht bloß herumzuposaunen, wer sie sind, sondern auch noch Besitzansprüche anzumelden.

Die Selbstverständlichkeit mit der der Gang in die Stadt als einzige Alternative angeboten wurde, hat auch mich überrascht. Zwei mögliche Gründe sehe ich dafür:
1. Das Buch neigt sich langsam dem Ende entgegen - das Erzähltempo soll vielleicht erhöht werden.
2. Der Adressat des Buches (Kinder) würde sicher auch nicht lange überlegen und abwegen, sondern eher unbekümmert handeln.
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Beitragvon Demona » 15. Sep 2008 15:37

Dann werden wir mal weiter machen... :wink:


11. Kapitel - Auf der Türschwelle



Zwei Tage waren sie auf dem See unterwegs und dabei sahen sie den Einsamen Berg vor sich aufragen. Am Ende des dritten Tages erreichten sie das Ufer und trafen auf ihre Ponys und den Rest der Verpflegung. Die Menschen, die sie bis hierher begleitet hatten, wollten jedoch nicht bleiben. Sie hatten mehr Angst vor dem Drachen und glaubten noch nicht ganz an Thorin und machten sich somit lieber auf den Heimweg.
Am nächsten Morgen brachen sie in Richtung des Berges auf. Es war eine mühsame Reise und die Stimmung wurde immer bedrückter, je näher sie dem Berg kamen. Sie wussten, dass sie sich dem Ende der Reise näherten und das es auch gleichzeitig ihr Ende sein konnte.
Das Land wurde immer öder und einsamer und weit und breit erblickte man nichts als verbrannte Erde und verkohlte Baumstümpfe. Keiner konnte sich mehr vorstellen, wie das grün und fruchtbar das land laut Thorins Erzählungen einmal gewesen sein sollte.

Am Fuß des Berges konnten sie kein Anzeichen von Smaug entdecken. An einer Anhöhe namens Rabenberg errichteten sie ihr erstes Lager. Sie wagten jedoch noch nicht, den Berg herauf zuklettern. Thorin plante Späher auszusenden, um zu erfahren, was südlich der sogenannten Vordertür zu gange war. Der erste Trupp bestand aus Balin, Fili, Kili und Bilbo entschloss sich, sie zu begleiten.
Zum Haupttor wagten sich die Zwerge nicht, jedoch rührte sich nichts, außer Qualm und Wasser und hin- und wieder eine schwarze Krähe, die über die Ödnis flog.

Düster und geknickt kam der Trupp wieder zum Lager zurück. Sie waren am Ende ihrer Reise angekommen, aber es kam ihnen vor, als wären sie weiter vom ziel entfernt wie zu Beginn ihrer Reise. Der einzige, der noch über einen kleinen Rest von Unternehmungsgeist verfügte, war erstaunlicherweise unser kleiner Hobbit. Bilbo studierte immer wieder gründlich über Thorins Karte und grübelte über die Runen und Zeichen nach. Er war es auch, der die Zwerge dazu zwang, endlich die gefährliche Suche nach Tür an den Westhängen zu beginnen.
Sie verlegten ihr lager in ein anderes Tal, wo die Verwüstungen des Drachen nicht so schlimm waren und ihre Ponys sogar grasen konnten.
Tagelang suchten sie ohne Erfolg und auf einen ihrer Rückweg zum Lager fanden sie durch Zufall, was sie die ganze Zeit gesucht hatten. Als Bilbo beim Klettern über Geröll hinter einen großen Stein kroch, sah er etwas, was wie roh gehauene Stufen aussah, die nach oben führten. Der Weg führte bis hinauf auf einen schmalen Felssims. Beim Hinuntersehen bemerkten sie, dass sich ihr Lager direkt unten ihnen befand. Sie folgten dem Sims und als sich die Wand öffnete befanden sie sich auf einen kleinen Steilkessel, auf dessen Boden sogar Gras wuchs. Den Eingang hatten sie von unten nicht bemerkt, da die überhängenden Klippen ihn von unten verborgen hatten.
Am hinteren Ende war nur eine Wand, die sehr glatt war und über keine Fugen und Risse verfügte. Obwohl kein Riegel, Schlüsselloch oder sonst etwas zu sehen war, wussten sie mit ziemlicher Sicherheit, dass sie die Geheimtür gefunden hatten.
Nachdem sie vergeblich versucht hatten, sie mit Beschwörungen und Zauberformeln zu öffnen, begannen sie den schweren Abstieg.
Im Lager herrschte nach ihrer Ankunft große Aufregung. Sie beschlossen, bis auf Bofur und Bombur, die als Wache für die Ponys und Lebensmittel zurück bleiben sollten. Durch den engen und steilen Aufstieg konnten die anderen keine Bündel und Lasten tragen. Sie trugen nur jeder eine Rolle Tauwerk um die Hüfte gewickelt und so erreichten sie ohne Zwischenfälle den Kessel.
Sie errichteten ihr neues Lager und hievten mit Hilfe der Taue die benötigten Sachen aus der Tiefe herauf. Hin und wieder ließen sie auf diese Weise auch einen der unternehmungslustigsten Zwerge herab, um Neuigkeiten auszutauschen.

Während dessen versuchten die anderen mit allen Mitteln die Tür zu öffnen. Keiner dachte mehr an die Runen oder die Mondschrift, sie waren viel zu bemüht irgend eine Öffnung an der glatten Oberfläche zu finden. sie gingen dann dazu über, mit dem mitgebrachten Werkzeug auf den Stein einzuhacken. Die Spitzhacken zerbrachen jedoch am Stein, außerdem verursachte die Hackerei einen Riesenlärm und machte ihnen Angst.
Bilbo saß unterdessen auf der sogenannten Türschwelle und langweilte sich sehr. Er erinnerte sich an die Zeit in seiner Hobbithöhle und daran, wie er sagte, dass sie sich nur auf die Türschwelle zu setzten brauchten und ihnen würde schon etwas einfallen.
Von Tag zu Tag wurden die Zwerge mürrischer und ihr Unternehmungsgeist, der beim Anblick des Pfades wieder erwacht war, verblasste allmählich wieder.

Eines Tages erwähnte Thorin, dass am nächsten Tag die letzte Herbstwoche begann. Das machte die Zwerge nicht glücklicher und einige begannen zu fragen, warum der Hobbit nicht auch mal langsam wieder was tat und den Ring nutzte und die Gegend ausspähte.
Dies machte Bilbo nicht glücklicher und er fragte sich, warum er immer den Zwergen aus der Klemme helfen musste.
In der kommenden Nacht schlief Bilbo sehr schlecht und fühlte sich sehr elend am kommenden Tag. Er starrte nur auf einen großen grauen Stein, auf dem große Schnecken ihre Schleimspur zogen oder blickte auf durch die enge Öffnung des Talkessels hinaus. Bilbo hatte das sonderbare Gefühl, auf etwas zu warten.
In dem Moment hörte Bilbo ein lautes Geräusch hinter sich. Eine große schwarze Drossel hatte eine der Schnecken auf dem großen grauen Stein gegriffen und schmetterte sie dagegen. In diesem Augenblick begriff es Bilbo und er rief nach den Zwergen. Bis auf Bombur, der mal wieder schlief, kamen alle angerannt. Er erklärte es ihnen und alle standen wartend mit zitternden Bärten da.
Die Sonne ging unter und ihre Hoffnungen schwanden langsam wieder. Nur Bilbo stand bewegungslos da und wartete.
Der Mond ging auf und der Abend brach an. Als sie ihre Hoffnung schon aufgegeben hatten, stieß ein roter Sonnenstrahl durch einen Wolkenriß und fiel auf die glatte Felswand.
Die Drossel, die hoch oben gewartet hatte ließ einen lauten Pfiff ertönen und ein lautes Krachen erfolgte. Ein flaches Stück splitterte vom Fels ab und ein kleines Loch erschien kurz über dem Boden.
Als wollten sie die Gelegenheit nicht ungenützt lassen, stürzten die Zwerge zur Wand und stemmten sich dagegen, aber nichts passierte.
Es war wieder einmal Bilbo, der den rettenden Einfall hatte und nach Thorin rief und ihn nach dem Schlüssel fragte, der bei der Karte war.
Thorin nahm den Schlüssel und steckte ihn in das Loch - er passte und ließ sich drehen. Genau in dem Augenblick erlosch das Licht, die Sonne sank und der Mond verschwand!
Alle stemmten sich gegen die Wand und nach und nach gab ein Stück nach. Es war die Tür und sie öffnete sich langsam nach innen. Tiefe Finsternis empfing sie, sie konnten nichts erkennen außer einen gähnenden Rachen, der abwärts in den Berg führte.


Diesmal war es ja ein kurzes, aber auch sehr aufschlussreiches Kapitel. Sie waren am Ziel ihrer Reise angekommen und aus den Erzählungen von Thorin und Balin erfuhren die anderen, wie wunderschön die Gegend einmal gewesen war.
Hinter dem Berg gab es die Stadt Dal, die aber wie die komplette Gegend um den Einsamen Berg von Smaug fast zerstört worden war.
In den Anhängen wir Dal Thal genannt, warum habe ich leider nicht herausgefunden.
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Beitragvon Darth Destructo » 15. Sep 2008 16:28

In den Anhängen wir Dal Thal genannt, warum habe ich leider nicht herausgefunden.


Das hängt mit den Übersetzungen zusammen. Auf Englisch heißt die Stadt "Dale". Ich glaube, Thal ist die Übersetzung, die in HdR verwendet wird.
Die Dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten.
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Beitragvon Cellmorbasg » 15. Sep 2008 19:22

Interessant vielleicht nochmal die Worte der Karte die in Mondrunen verfasst waren, in Erinnerung zu rufen:
Stellt euch an den grauen Stein, wenn die Drossel schlägt und der letzte Sonnenstrahl am Durinstag auf das Schlüsselloch fällt


Zu Dal/Thal:
In meiner Kreege-Übersetzung vom Hobbit heißt es auch schon Thal.
Offensichtlich hat nur Scherf in seiner Übersetzung den Namen Dal verwendet.

Übrigens stehen in der Herr der Ringe die Gefährten auch vor einer verschlossenen Tür und wie in diesem Fall so trägt auch dort ein Hobbit zur Öffnung der Tür bei.

Was ich mich frage: Hat es eine tiefere Bedeutung, dass es ausgerechnet eine Drossel ist? Oder spielt das keine Rolle und jeder Vogel wäre recht gewesen? Zuvor tauchen ja auch schon Vögel in dem Kapitel auf (u.a. eine Krähe), allerdings werden sie von der Reisegruppe als Späher angesehen.
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Beitragvon Demona » 16. Sep 2008 13:41

Was ich mich frage: Hat es eine tiefere Bedeutung, dass es ausgerechnet eine Drossel ist? Oder spielt das keine Rolle und jeder Vogel wäre recht gewesen? Zuvor tauchen ja auch schon Vögel in dem Kapitel auf (u.a. eine Krähe), allerdings werden sie von der Reisegruppe als Späher angesehen.


Warum es eine Drossel war, kann ich auch nicht sagen. Die Krähen kamen doch auch bei HdR nicht gut weg, oder? Allerdings werden in dem Kapitel auch die Raben genannt, auch wenn sie da noch nicht auftauchen. M.E. hat es aber schon eine Bedeutung, wenn ein Berg nach einer Vogelart benannt wird. Aber die Drossel ist ja mit dem nach dem Berg benannten Vögeln befreundet, wenn ich mich recht erinnere.

Zu Dal/Thal:
In meiner Kreege-Übersetzung vom Hobbit heißt es auch schon Thal.
Offensichtlich hat nur Scherf in seiner Übersetzung den Namen Dal verwendet.


Mit Bard ist es offensichtlich ähnlich, da er in den Anhängen Brand genannt wird.

Übrigens stehen in der Herr der Ringe die Gefährten auch vor einer verschlossenen Tür und wie in diesem Fall so trägt auch dort ein Hobbit zur Öffnung der Tür bei.


Du meinst im Film, da ist es eindeutig Frodo, der das Wort "Mellon" sagt, aber im Buch kommt Gandalf auf des Rätsels Lösung. Merry hatte ihn zwar mit seiner Frage: "Was soll das bedeuten, sprich, Freund und tritt ein?" einen indirekten Hinweis gegeben, aber Gandalf sagt selbst, dass des Rätsels Lösung für einen Gelehrten in diesen Zeiten zu einfach war.
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Beitragvon Cellmorbasg » 16. Sep 2008 14:51

Ich meinte auch Merry damit - ich hab extra die Stelle nochmal gelesen, da ich wusste das sie anders war als im Film.
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Beitragvon Demona » 16. Sep 2008 18:43

Dann haben wir aneinander vorbei geredet, kann ja auch mal passieren. :wink:
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Beitragvon nevermore » 16. Sep 2008 20:54

Wo kommen die Pferde und Ponies her, die sie auf der anderen Seite des Sees treffen? Hatte Gandalf angekündigt, dass er die schickt oder hab ich da was überlesen?

Und wie lange saßen die eigentlich vor der Türschwelle, das liest sich ja, als wäre das Monate gewesen? Soviele Vorräte konnten sie ja nicht haben.

Raben und Krähen sind in der westlichen Mythologie oft Todes- oder Teufelsvögel (siehe Krabat), über Drosseln gibt mein Symbollexikon nichts her. Auch wenn sie schwarz ist, passt sie nicht zu Rabe und Krähe, weil sie ein Singvogel ist. Klingt eher nach Hoffnungssymbol für mich.
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Beitragvon Alsionna » 17. Sep 2008 08:20

Ich misch mich hier mal ungefragt ein, die meisten Drosseln sind braun, nicht schwarz. Schwarz ist nur die Amsel (Singdrossel). Das Lied der Drossel als Zeichen hat ganz praktische Gründe, jeder kennt es und sie singt auch lange genug, daß jeder es mibekommt. Sie trällert auch nicht den ganzen Tag vor sich hin, sondern singt morgens und abends bei einem ganz bestimmten Sonnenstand. Das Lied der Drossel an einem bestimmten Tag ist eine ziemlich exakte Zeitangabe und darum geht es ja.
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Beitragvon Cellmorbasg » 17. Sep 2008 09:44

Wo kommen die Pferde und Ponies her, die sie auf der anderen Seite des Sees treffen? Hatte Gandalf angekündigt, dass er die schickt oder hab ich da was überlesen?

Da hast du im Kapitel davor tatsächlich was überlesen, dort heißt es: "Pferde und Ponys waren um den See herumgeschickt worden und sollten am verabredeten Landeplatz zu ihnen stoßen."

Und wie lange saßen die eigentlich vor der Türschwelle, das liest sich ja, als wäre das Monate gewesen? Soviele Vorräte konnten sie ja nicht haben.

Am 19. Oktober entdeckt Bilbo den geheimen Pfad zur Tür und am 30. Oktober wird die Tür geöffnet.

über Drosseln gibt mein Symbollexikon nichts her.

Schade, darauf hatte ich eigentlich spekuliert.

Ich misch mich hier mal ungefragt ein, die meisten Drosseln sind braun, nicht schwarz. Schwarz ist nur die Amsel (Singdrossel).

Und genau das ist sehr merkwürdig, da die Drossel ja in diesem Fall als "fast kohlschwarz, die blaßgelbe Brust dunkel gefleckt" beschrieben wird.
Aber durch das "fast" ist natürlich auch Spielraum vorhanden.

Sie trällert auch nicht den ganzen Tag vor sich hin, sondern singt morgens und abends bei einem ganz bestimmten Sonnenstand. Das Lied der Drossel an einem bestimmten Tag ist eine ziemlich exakte Zeitangabe und darum geht es ja.

Ja, dann hat sich Tolkien wohl deshalb für die Drossel entschieden.
Zudem habe ich gestern gelesen, dass es typisch ist für Singdrosseln das sie Schnecken an einem Stein (Drosselschmiede genannt) aufschlagen.
http://www.tierenzyklopaedie.de/tiere/singdrossel.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Singdrossel
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Beitragvon nevermore » 17. Sep 2008 10:54

Also über Amseln schreibt Frau Cooper: "Chrstl.: Versuchungen des Fleisches (ihr lockender Gesang und schwarzes Geflieder). Bei der Versuchung des hl. Benedikt erschien der Teufel als Amsel." (Das große Lexikon traditioneller Symbole, S. 13).

Dann habe ich noch im www gefunden:
CAIM ist ein Dämon der Wahrheit. Caim oder Caym, erscheint zuerst als Drossel und nimmt dann die Gestalt eines Mannes an. Er lehrt die Vogelsprache und weiß somit, um das Geschehen in der Welt. Er hat Kenntnis über jeden, indem er sich als Drossel in deren Nähe aufhält. http://darcness.beepworld.de/daemon.htm ... daemon.htm)

Drossel – Wandel des Lebensabschnittes, Einläuten ( http://www.scriptum-oraculum.de/html/kr ... taten.html )
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Beitragvon Demona » 17. Sep 2008 12:13

Und wie lange saßen die eigentlich vor der Türschwelle, das liest sich ja, als wäre das Monate gewesen? Soviele Vorräte konnten sie ja nicht haben.


Es waren wirklich nur ein paar Tage. Seit ihrem Aufenthalt bei Elrond wissen sie ja auch, dass sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, dem Durintag, am Ziel sein mussten.

Zitat:
Durinstag - "Der erste Tag vom neuen Zwergenjahr", erklärte Thorin, "ist, wie jedermann weiß, der erste Tag des letzten Herbstmondes am Beginn des Winters. Noch immer nennen wir ihn den Durinstag, wenn der letzte Herbstvollmond und die Sonne zugleich am Himmel stehen..."


Auf Thorins Aussage, dass aber keiner mehr genau wisse, welcher Tag es genau ist, antwortete Gandalf nur "Das bleibt abzuwarten."

Und genau das ist sehr merkwürdig, da die Drossel ja in diesem Fall als "fast kohlschwarz, die blaßgelbe Brust dunkel gefleckt" beschrieben wird.
Aber durch das "fast" ist natürlich auch Spielraum vorhanden.


Später erfahren wir ja noch mehr über diese Drossel. Ich denke mal, dass man sich dann denken kann, warum sie gerade diese Farbe im Gefieder hat.

Was nun Raben und Krähen betrifft. Die Raben kommen eindeutig besser weg, als die Krähen. Wie man unter Wikipedia anchlesen kann, haben die Krähen vor allem bei den nordamerikanischen Indianern eine positive Rolle inne.

Der Rabe symbolisiert in der nordischen Mythologie z.B. Weisheit und Odin, der Göttervater der Asen wurde meisten von zwei Raben begleitet. Auch in der griechischen Mythologie sind sie vorhanden. Für den Gott Apollo waren die Raben heilig.

Edit: Und ich kann mich erinnern, dass der Nachbar meiner Oma einen zahmen Raben hatte, der sogar sprechen konnte. Der war für uns interessanter als ein Wellensittich, war aber total auf den alten Herrn fixiert und wollte morgens als erstes immer mit ihm "reden". Und schimpfen konnte der wie ein Rohrspatz, dem entging auch kein Mist, dem wir da im Garten z.T. veranstaltet hatten und bekam von uns den Namen "Petze". :mrgreen:
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Beitragvon Demona » 24. Sep 2008 16:36

Gut, dann fahren wir mal fort. Leider muss ich noch mal fast von vorne anfangen, Text weg... :evil:


12. Kapitel - Erkundungen in der Tiefe



Wie immer waren sich die Zwerge mal wieder uneinig, wer als erster von ihnen den geheimen Gang erforschte. Thorins salbungsvolle Rede, die Bilbo nur wieder Honig in den nicht vorhandenen Bart schmieren sollte, machte klar, dass die Sache mal wieder beim Hobbit liegen blieb.
Als Begleitung bot sich auch nur Balin auf seine Nachfrage an, ihn ein Stück zu begleiten, falls er Hilfe bräuchte. So wirklich enttäuschte es den Hobbit nicht, mittlerweile hatte er die Zwerge ja ganz gut kennen gelernt.
Da zeigte sich mal wieder, dass Zwerge eigentlich eher Geschäftsleute als Helden und legen auf Geld mehr wert wie auf Heldentum.
Bilbo hatte mit diesem Gang auch mehr Glück, da dieser von den Zwergen angelegt worden war. Er führte also gleichmäßig und fast gerade abfallend in den Berg hinein. Nach einer Weile, man konnte gerade noch schwach den Eingang erkennen und Geräusche der zurück gebliebenen Gefährten hören, als sie auch Balin von Bilbo verabschiedete. Das Echo warnte ihn, dass er ab hier vorsichtiger zu Gange sein musste und somit steckte sich Bilbo den Ring an.

Ganz glücklich war Bilbo über seinen Alleingang nicht und im Stillen machte er sich selber Vorwürfe über seine eigene Dummheit, sich zu diesem Abenteuer überredet zu haben. Er hoffte irgendwie, dass er gleich aufwachen würde und der Gang zu seiner Eingangshalle daheim führen würde. Was jedoch nicht passierte. Nach einer Weile drang kein Schimmer mehr den Gang hinein, aber er spürte, dass es auf einmal wärmer wurde. Ihm war, als glühte etwas vor ihm.
Und er hatte Recht, ein roter Lichtschein wurde heller und es wurde richtig heiß im Stollen. Bilbo fing an zu Schwitzen und er hörte mehrere Geräusche, eins davon klang verdächtig nach dem Schnurren eines riesigen Katers, das zum Schnarchen eines Riesentieres ausartete.
Hier in diesem heißem Tunnel vor dem rotem Licht vollbrachte der kleine Hobbit seine größte Heldentat, die alle voran- und nachfolgenden Taten von Bilbo Beutlin in den Schatten stellten. Er bezwang seine Angst und ging weiter, obwohl er nicht wusste, was da vorne auf ihn wartete.
Und dann war er am Ziel: Als der Hobbit vorsichtig seine Nase durch die Öffnung am Ende des Tunnels steckte, sah er den untersten Keller, das Schatzverlies der Zwerge. Der Raum lag fast im Dunkeln und vom Boden stieg das rötliche Glühen auf, es kam von Smaug. Bilbo hatte den Drachen gefunden!

Smaug lag tief schlafend vor ihm. Unter seinen Gliedern und dem mächtigen aufgeringelten Schwanz, neben ihm und überall auf dem Boden verteilt, lag ein ein Haufen kostbarer Sachen, ob verarbeitet oder unverarbeitet, Gold oder Silber und Juwelen.
Durch das lange Liegen auf dem Schatz waren viele Schmuckstücke fest mit der Brust und dem Bauch des Drachen verkrustet. Sie schützten ihn wie einen extra angefertigten Panzer. Hinter dem Drachen an der Wand konnte man Kettenhemden, Äxte, Schwerter und Speere hängen sehen. Davor standen riesige Krüge und andere Gefäße, die mit Kostbarkeiten gefüllt waren, die man nicht zählen konnte.
Völlig fassungslos stand Bilbo da, es hatte ihm einfach die Sprache verschlagen. Er hatte zwar schon davon gehört, welch riesige Schätze Drachen anhäufen konnte, aber was er das sah verschlug ihm die Sprache und dem Atem.

Es dauerte lange, bis der Hobbit sich von dem Anblick losreißen konnte. Flink eilte er zum nächst gelegenen Schatzhügel und ergriff einen großen Pokal mit Henkeln. Dieser war so schwer, dass er ihn gerade so tragen konnte. Er schielte schnell zu dem Drachen hinauf, der kurz mit einer Schwinge zuckte. Bilbo floh. Diesmal jedoch sollte der Drache nicht erwachen.
Er rannte den Gang entlang und dachte nur, dass er es geschafft hatte und er jetzt wirklich ein Meisterdieb war.
Balin war überglücklich über den Anblick von Bilbo und trug ihn hinaus an die frische Luft. Bilbo bekam von der Freude der Zwerge fast nichts mit, er war nur froh, wieder frische Luft zu spüren und atmen zu können.

Während die Zwerge vor Begeisterung ganz außer sich waren und nur über den wiedergefundenen Schatz reden konnten, kamen aus der Tiefe des Berges plötzlich schreckliche Geräusche. Nur ein Stein verhinderte, dass die geheime Tür zugeschlagen wurde, aber dadurch drang auch fürchterliches Gebrüll und Getrampel aus dem Berg zu ihnen hinauf.
In ihrer Freude hatten sie doch glatt vergessen, dass sie direkt neben einem lebenden Drachen waren. Mit lautem Gebrüll brachte sich Smaug ihnen wieder in Erinnerung.
Der Drache war aus einen Traum aufgewacht, in dem ein kleiner Krieger ihm seinen Schatz klauen wollte und was musste er beim Erwachen feststellen! Er roch etwas Fremdes und von oben kam wieder ein Lufthauch. Hatte er nicht auch kürzlich von diesem kleinen Loch her ein Klopfen gehört? Smaug ärgerte sich darüber, dass er das kleine Loch nicht zugestopft hatte und schaute sich misstrauisch in seiner Höhle um. Mit einem Mal bemerkte er das Fehlen des Pokals und er wurde furchtbar wütend. Seit er den Berg erobert hatte und ihm der Schatz gehörte, war ihm so etwas noch nie passiert. Man hatte ihn beklaut!
Er spie Feuer, er schlug gegen die Wände und gegen das Loch, er brüllte wütend auf und raste durch das große Tor bis zum Hauptgang hinauf. Er musste den Dieb erwischen. Wasser stieg als Dampf empor, als der Drache aus dem Tor stürzte, die Zwerge hörten das Rauschen der Schwingen und pressten sich gegen die Felswände.
Sie wären wohl alle umgekommen, wenn sie Bilbo nicht gehabt hätten. Er rief ihnen zu, dass sie in den Tunnel müssten, aber ihnen viel ein, dass zwei von ihnen noch unten im Lager waren und wenn ihnen keiner zu Hilfe kam, würden sie Opfer des Drachens werden.
Gerade noch rechtzeitig konnten sie Bofur, den schnaufenden Bobur, Handwerkszeug und Verpflegung nach oben schaffen. Dann brauste der Drache aus dem Norden heran. Seine Flammengeschosse fegten über die Berghänge, seine Schwingen brausten und von seinem heißen Atem wurde das Gras verbrannt. Die Ponys schrien ängstlich auf und rannten davon, verfolgt vom wütenden Smaug.
Sie krochen noch tiefer in den Gang hinein und blieben bis die Dämmerung hereinbrach.
Zu diesem Zeitpunkt verrauchte auch etwas der Zorn des Drachen, aber Smaug würde den Diebstahl nie vergessen. Leise kroch er in seine Höhle zurück, um neue Kräfte zu sammeln und zu warten.

Da die Ponys fort waren und die Zwerge nicht wussten, wo genau Smaug nun war, blieb ihnen nichts anderes übrig als zu warten. Sie hatten genügend Vorräte und sie stimmten überein, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war, um die Unternehmung zu beenden. Dies war immer der Schwachpunkt in ihrem Plan gewesen und ihnen fiel leider nichts ein, wie sie den Drachen loswerden konnten.
Da sie nicht weiter wussten, fingen sie an zu murren und machten auf einmal Bilbo für ihr Unglück verantwortlich. Sie warfen ihm vor, viel zu zeitig den Pokal gestohlen zu haben und damit den Zorn des Drachen geweckt zu haben.
Der war natürlich über den Vorwurf verärgert und war den Zwergen vor, das Ganze nicht richtig geplant zu haben. Er hätte es ja nie alleine geschafft, den Schatz vom Drachen wegzubringen.
Auf Thorins Nachfrage entgegnete Bilbo, dass er momentan auch keinen anderen Rat hätte, als erst einmal abzuwarten. Tagsüber könnten sie ja vorsichtig frische Luft schnappen und die Gegend sondieren.
Des weiteren bot er an, mit Hilfe des Ringes gegen die Mittagszeit nochmals hinunter zu schleichen, da der davon ausging, dass um diese Zeit Smaug ein Mittagsschläfchen halte würde. Eventuell könnte der dabei eine Schwachstelle beim Drachen entdecken.
Dieses Angebot ließen die Zwerge sich natürlich nicht entgehen. Gegen die Mittagszeit machte sich Bilbo auf den Weg und hätte er mehr über Drachen gewusst, dann wäre er wohl vorsichtiger gewesen und nicht davon ausgegangen, dass Smaug wirklich ein Schläfchen machte.
Am Ziel angekommen, hätte der Hobbit beinahe einen großen Fehler begangen und die Halle betreten. Gerade noch rechtzeitig gewahrte er einen dünnen durchdringenden roten Strahl unter dem linken Augenlid des Drachen.
Auch wenn der Drache ihn nicht sehen konnte, so hatte er den Hobbit doch gerochen. Gott sei dank war Bilbo nicht ganz unerfahren in Drachenkunde und ließ sich von Smaug nicht so leicht überlisten und fing an, Smaug zu schmeicheln und gleichtzeitig herauszufordern, ohne das dieser es bemerkte.
Gegenseitig versuchten sie sich mit Worten zu überlisten. Smaug wollte unbedingt erfahren, wer Bilbo war, da er mit dessen Geruch nichts anfangen konnte und Bilbo wollte gleichzeitig eine Schwachstelle beim Drachen finden und nichts über seine Gefährten und die Mission verraten.
Bilbo machte es mittlerweile eine Riesenspaß mit dem Drachen Rätselspiele zu veranstalten. Dem alten Smaug jedoch nicht minder und der war sich mittlerweile ziemlich sicher, dass die Menschen von Seestadt etwas mit dem Unbekannten zu tun hatten. Gleichzeitig hatte er Zwergengeruch bei den von ihm verspeisten Ponys wahrgenommen. Was ihn jedoch mächtig verwirrte, war der Geruch des Hobbits.

Bilbo machte die ganze Sache zwar Spaß, aber ihm wurde es auch langsam ungemütlich. Er ahnte es zwar nicht, aber so langsam fing er an, dem Drachenzauber zu erliegen.
Mit der Feststellung, dass Bilbo und seine Gefährten nicht wussten, wie sie den Drachenschatz von hier weg bekommen wollten, hatte er ihn überrumpelt.
Bilbo erlag immer mehr dem Zauber und verriet ihm, dass sie vor allem aus Rache gekommen waren. Smaug fing an zu lachen und machte dem Hobbit klar, dass er jetzt viel mächtiger und stärker ist, als damals, als er die früheren Herrscher vor und im Berge vertrieb.
Mit einem letzten Rest von Mut, entgegnete er Smaug, dass er immer dachte, dass Drachen um die Brust etwas empfindlich wären. Smaug war leicht eingeschnappt und verreit dem Hobbit, dass er dank der Diamanten und Schmuckstücke sich einen guten Unterpanzer angelegt hatte. Daraufhin schmeichelte ihm Bilbo erneut und Smaug, der nicht wusste, dass Bilbo schon vorher einen Blick auf seinen Brustpanzer geworfen hatte und nur auf eine Gelegenheit wartete, sich das ganze genauer anzusehen, rollte sich herum und zeigte seine Vorderfront.
Bilbo huldigte seiner fehlerfreien Schutzschicht und schmunzelte innerlich. Er hatte auf Smaugs linker Brustseite einen leeren Fleck entdeckt, wie bei einer Nacktschnecke.
Nachdem Bilbo gesehen hatte, was er sehen wollte, machte er sich schnell vom Acker. Leider ließ er sich noch zu einer unbedachten Äußerung über schwer zu fangende Meisterdiebe hinreißen, während er den Gang zurück rannte.
Smaug spie Feuer hinter ihm hinterher und Bilbo verlor fast das Bewusstsein vor Schmerz und Angst. Im Stillen schimpfte er sich selber einen Narren und rief sich ins Gedächtnis, dass er noch längst nicht alle Abenteuer hinter sich hätte. Womit der mal wieder Recht haben sollte.

Der Abend war fast hereingebrochen, als Bilbo aus dem Gang stolperte und in Ohnmacht fiel. Die Zwerge kümmerten sich um ihn und seine Brandblasen.
Nachdem Bilbo wieder zu sich gekommen war, wollten sie natürlich wissen, was darin vorgefallen war, aber Bilbo machte sich Sorgen und fühlte sich unbehaglich. Nach einigen Überdenken bedauerte er einiges, was er zu dem Drachen gesagt hatte und war nicht besonders glücklich darüber, dies den Zwergen zu erzählen.
Die alte Drossel war wieder da und lauschte jedem Wort, das gesprochen wurde. Hier zeigte sich auch die schlechte Laune des Hobbits, denn er warf einen Stein nach ihr. Diese ließ sich jedoch nicht vertreiben, sie flatterte kurz auf und setzte sich wieder.
Thorin sagte ihm, dass der die Drossel in Ruhe lassen sollte, da dies freundliche und gutmütige Vögel seien. Außerdem wäre dies ein sehr alter Vogel und es könnte ein alter Abkömmling der zahmen Vögel sein, die zu Lebzeiten seines Vaters und Großvaters hier lebten. Er erwähnte weiterhin, dass die Menschen von Dal die Sprache verstehen konnten und diese als Boten benutzten.
Nach einigen Zögern verriet er, dass er ziemlich sicher war, dass Smaug aus seinen vielen Rätseln sicher erraten hatte, dass sie aus Richtung von Seestadt gekommen waren und von dort auch Hilfe erhalten hatten. Bilbo hatte Angst, dass der nächste Ausflug des Drachen nach Seestadt führen würde.
Die Zwerge versuchten ihn zu trösten und verreiten, dass es sehr schwer wäre, den Fragen eines Drachen auszuweichen.
Sie erinnerten ihn daran, dass ihm mehr geglückt war, als manch anderen, der Smaug und seiner Sippschaft zu nahe kam und dann hatte er auch noch eine Schwachstelle bei ihm herausgefunden.
Die Zwerge überlegten hin und her, wie sie den Drachen töten könnten und diskutierten bis in die Nacht. Die Drossel lauschte ihnen die ganze Zeit und flog erst weg, als die Sterne herauskamen.
In Bilbo wuchsen immer mehr die dunklen Vorahnungen und irgendwann unterbrach er die Zwerge und mahnte an, diesen Ort zu verlassen, da Smaug jetzt wüsste, wo er sie finden könnte.
Die Zwerge nannten ihn einen Schwarzseher, aber da Bilbo die Sache so ernst nahm, dass die Zwerge schließlich taten, was Bilbo vorgeschlagen hatte.
Drinnen im Gang beratschlagten sie das weitere Vorgehen. Keinem war wohl bei dem Gedanken, dass, wenn der geheime Eingang nicht mehr zu nutzen war, ihnen nur der Weg über das Drachenlager führte. Die Zwerge waren Bilbo so dankbar, dass Thorin ihm sogar anbot, dass er sich seinen vierzehntel Anteil selber aussuchen konnte.
Damit wandte sich das Gespräch dem Schatz selber zu und sie überlegten, was noch alles da war und sie hofften, dass der große weiße Edelstein, den die Zwerge im Herz des Berges gefunden hatten, der Arkenjuwel von Thrain noch vorhanden war.
Bilbo lauschte jedoch nicht den Gesprächen über den Zwergenschatz. Er saß am nächsten an der Tür und horchte auf Laute und Geräusche von draußen. Es wurde dunkler und der Hobbit immer unruhiger.
Auf sein Drängen hin schlossen die Zwerge die geheime Tür und sie waren somit im Berg eingeschlossen.
Dies war ihr Glück. Sie waren kaum ein Stück den Tunnel hinab gekrochen, als die Bergflanke von einem riesigen Rammbock getroffen wurde. Es war, als ob Riesen einen Mauerbrecher dagegen geschleudert hätten. Die Wände krachten, Steine brachen von der Decke auf sie herab. Sie flohen noch tiefer den Gang hinein und waren froh, dass die Tür geschlossen gewesen war.
Draußen zerschlug der wütende Drache mit den gewaltigen Schlägen seines Schwanzes den kleinen Felsvorsprung, bis der Drosselstein, der luftige Lagerplatz und sogar das verbrannte Gras zerstört war und eine Steinlawine über die Klippe hinab ins Tal stürzte.
Smaug hatte, wie Bilbo es geahnt hatte, in aller Stille sein Lager verlassen und hatte sich lautlos in die Luft erhoben. Er hatte gehofft, unerwartet auf etwas oder irgendwen zu treffen und zu fangen oder den Tunneleingang zu erspähen.
Als er nichts fand, wo er den Eingang vermutete, war er furchtbar wütend geworden. Nachdem er alles zerstört hatte machte er sich, immer noch wütend, auf den Weg in Richtung zum Eiligen Wasser und Seestadt und schwor den Menschen dort Rache, weil sie den Dieben geholfen hatten.


So, dies wäre erst einmal die Zusammenfassung meinerseits und nun noch einige Anmerkungen.

Diesmal ist es auch wieder mal der Hobbit, der die Zwerge rettet und sich dem Drachen gegenüber stellt. Obwohl die Zwerge über den "Drachenzauber" Bescheid wissen, fühlt sich keiner von ihnen gemüssigt, Bilbo darüber zu informieren.
Beim ersten Gang in die Tiefe ist nur Balin bereit, den Hobbit ein Stück zu begleiten.
Es zeigt sich, dass auch ein Hobbit sich dem "Goldrausch" nicht so ganz entziehen kann.
Die alte Drossel taucht wieder auf und wir erfahren durch Thorin ein bisschen mehr über sie.
Auch Drachen stehen auf Rätsel und Bilbo - ob aus Übermut oder Spaß - verrät mehr als er möchte.
"Möge Gott sein zwischen Dir und dem Leid, an allen verlassenen Orten, die Du erreichen wirst." (ägyptischer Segensspruch "Babylon 5")

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Beitragvon Cellmorbasg » 24. Sep 2008 20:23

Zunächst einmal sei gesagt, dass das Gespräch zwischen Bilbo und dem Drachen für mich einer der Höhepunkte des Buches ist - neben dem Einsatz Bilbos als Friedensstifter.
Denn ganz im Gegensatz zu ihm selbst finde ich, dass er sich gut geschlagen hat - der Schlag des Drachen wäre gekommen ob mit oder ohne abschließender spitzfindiger Bemerkung von Bilbo.

Interessant vielleicht folgende Links
Über die Drachen von Mittelerde: http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/index.php/Drachen
Über Drachen im allgemeinen: http://de.wikipedia.org/wiki/Drache_(Mythologie)

Die letzten Seiten dieses Kapitels sind wegweisend für die nahe Zukunft:
Die Geschichte der Drosseln und ihrer Beziehung zu den Menschen.
Die Aussage Thorins Bilbo könne sich seinen Anteil des Schatzes aussuchen.
Und in diesem Zusammenhang die Herrlichkeit des Arkensteins, die Thorin beschreibt.

Für mich ein sehr gelungenes Kapitel und der Auftakt zu einem furiosen Finale.
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Beitragvon Demona » 24. Sep 2008 20:40

@ Cellmo

Ja, das Gespräch zwischen Bilbo und Smaug ist sehr aufschlussreich und wenn man bedenkt, dass Bilbo nichts über Drachenzauber weiß, hat er sich sehr gut geschlagen.
Und mal ehrlich, Smaug hat sich bei der Unterhaltung auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Und was du über das Kapitel sagst ist richtig, hier gibt es einige Hinweise in die richtige Richtung.
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