Lesezirkel "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien

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Lesezirkel "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien

Beitragvon Demona » 24. Jun 2008 21:06

Hallo zusammen und herzlich willkommen zu unserem ersten gemeinsamen Lesezirkel. Ich hoffe doch, dass wir da viel Spass und Freude zusammen haben. :friends:

Als erstes mal eine kleine Zusammenfassung des Buches mit freundlicher Hilfe von Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_kleine_Hobbit)
Ich habe mir jedoch erlaubt, Teile des Textes zu ändern, was hinzuzufügen oder wegzulassen.

Im Anschluss daran würde ich gerne einige Textpassagen aus dem Buch einfügen und meine Anmerkungen hinzufügen. Falls ihr noch Änderungswünsche habt, könnt ihr dies entweder öffentlich tun oder mir per pm schreiben.

Hiermit erkläre ich den Lesezirkel für eröffnet! :flag_of_truce:


Zusammenfassung „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien



In einer idyllischen Gegend von Mittelerde wohnt ein kleines Volk von gemütlicher, friedfertiger Art, den Menschen recht ähnliche Wesen, welches die Hobbits genannt werden. Eines Tages taucht ein dort früher dort sehr bekannter und berüchtigter Zauberer namens Gandalf auf. Durch Zufall oder auch nicht erscheinen wenige Tage später 13 Zwerge vor der Wohnhöhle des Hobbits Bilbo Beutlin auf. Diese stellen sich die bisher wohlgeordnete Welt für Bilbo gehörig auf den Kopf. Plötzlich, auch weil ihn selbst kurz die Abenteuerlust packt, sieht er sich zum Meisterdieb ernannt, der den Zwergen helfen soll dem Drachen Smaug den ihnen gestohlenen Schatz wieder zu entwenden. Er soll eine Bezahlung von einem 14tel des Schatzes, die Reise- sowie die eventuell entstehenden Begräbniskosten erhalten. Bilbo findet diese Art von Abenteuer nicht sehr erbaulich, denn er ist sich noch nicht bewusst, dass er doch die abenteuerliche Ader der Tuks geerbt hat, auch leibt er die Bequemlichkeit viel zu sehr. Des weiteren stört ihn die beschwerliche Reise bis zum Ziel, denn sie führt durch unheimliche Landschaften, Gebirge und einen endlos erscheinenden Wald, die von seltsamen Wesen unsicher gemacht werden.

Nichts desto trotz bricht die Abenteurergruppe mit Bilbo auf und gerät schon bald in Schwierigkeiten. Aus der Gefahr, von den Trollen Bill, Bert und Tom verspeist zu werden, müssen sie alle von Gandalf mit einem Trick gerettet werden. Nach einer Rast bei gastfreundlichen Elben in Bruchtal geht es an die Überquerung eines Gebirgszugs.

Dort werden sie in einer Hölle, in der sie vor dem Unwetter Schutz suchten, von dort lebenden Orks gefangen genommen und aller Habseligkeiten entledigt. Wieder ist es der Zauberer, der ihnen zum Fluchtversuch verhilft, bei dem Bilbo verloren geht und sich allein in dem Höhlensystem wieder findet, in dem die Orks ihr Lager haben.

In einem der abgelegenen Gänge findet er einen Ring, der unsichtbar macht, und nimmt ihn an sich. Am Rande eines unterirdischen Sees trifft er auf Gollum, ein mysteriöses und listiges Geschöpf, das auf einer kleinen Insel in der Mitte des Sees lebt. Gollum, der den von Bilbo gefundenen Ring vor ihm besaß, ist sich zunächst über den Verlust des Ringes nicht bewusst. Bilbo schlägt ihm ein Rätselspiel vor, bei dem er sein Leben als Einsatz gegen die Hilfe Gollums nach außen zu gelangen, anbietet. Bilbo gewinnt, doch Gollum möchte seinen Einsatz nicht einlösen und Bilbo töten. Unter einem Vorwand fährt er zur Insel zurück um seinen Ring zur Hilfe zu holen. Er bemerkt den Verlust des Ringes, von dem er besessen ist, und ahnt den Fund durch Bilbo. In Wut paddelt er zurück ans Ufer, wo Bilbo vor Besorgnis flieht. Bilbo stürzt und streift durch Zufall den Ring über den Finger und erkennt so dessen Besonderheit. Er verfolgt Gollum, der an ihm vorbeiläuft, um ihn verzweifelt zu suchen und findet so einen Ausgang.

Draußen findet er nach kurzer Zeit auch zurück zu den Zwergen und Gandalf, die ebenfalls den Orks entkommen sind, aber die gesamte Ausrüstung zurücklassen mussten.
Gemeinsam ziehen sie weiter, nicht ohne vorher die Hilfe großer Adler in Anspruch genommen zu haben, von denen sie vor den Wargen und Orks gerettet werden. Es gelingt ihnen, von dem eigenwilligen, in Gemeinschaft mit zahmen Tieren lebenden Bärenmenschen Beorn als Gäste aufgenommen zu werden. Von diesem neu ausgestattet ziehen sie nun weiter in den finsteren Nachtwald (auch Düsterwald genannt), an dessen Rand Gandalf die Gruppe zu deren Schrecken verlässt, da er wichtige Aufgaben erledigen muss.

Ohne den Zauberer wandern sie den endlosen Waldweg entlang, bis ihnen schließlich die Vorräte ausgehen. Am Ende treffen sie auf Riesenspinnen und Waldelben. Von den Riesenspinnen werden sie fast gefressen und die Waldelben nehmen sie dann auch noch gefangen und stecken sie in den Kerker. Sie werden jedoch mit Nahrung versorgt und Bilbo kann sich mit Hilfe seines unsichtbar machenden Rings verstecken und befreit die Zwerge mit Hilfe der Fässer in denen die Lebensmittel gebracht werden, gelingt ihnen hier wieder die Flucht. In den Fässern auf einem Fluss aus dem Wald treibend kommen sie nun endlich dem Ziel ihrer Reise näher.

Nach einem Aufenthalt in der von Menschen bewohnten Stadt Esgaroth, die auf Pfählen über einem See errichtet worden ist, machen sie sich zum Berg Erebor auf, dessen ehemalige, unterirdisch liegende Zwergensiedlung von Smaug belagert wird. Durch die Geheimtür gelangen sie in das innere des Berges. Als es Bilbo gelingt, bei einer erstmaligen Erkundung mit Hilfe des Ringes dem Drachen einen goldenen Pokal zu entwenden, gerät dieser in Zorn und fliegt schließlich nach Esgaroth, um die Stadt zu verwüsten. Er wird von dem Bogenschützen Bard, einem Erbe der alten Könige von der Stadt Thal (auch Dal) erschossen.

Währenddessen erfreuen sich die Schatzjäger am wieder gewonnenen Schatz. Nach dem Tode Smaugs und der teilweisen Zerstörung Esgaroths erheben die Elben und die Bürger der Stadt Anspruch auf einen Teil des befreiten Schatzes und bald stehen sich zwei Heere, eines von Elben und Menschen und eines von Zwergen auf den Bergkämmen gegenüber. Durch die Weigerung der Zwerge teilen zu wollen und deren großen Abneigung gegen Elben kommt es nach einigen Tagen zur Eskalation. Doch nach dem Beginn erster Kampfhandlungen nähert sich unerwartet ein riesiges Heer von Orks, die auf Wölfen reiten, und macht aus den zuvor verfeindeten Parteien Verbündete in der Not, denen es gemeinsam mit dem zur Hilfe eilenden Beorn sowie plötzlich erscheinenden Adlern in der Schlacht der Fünf Heere gelingt, die Orks zu besiegen.

Bilbo kehrt nach einer langen Rückreise mit dem Zauberring und je einer Kiste Gold und Silber aus dem Schatz wieder ins Auenland zurück und muss feststellen, dass er dort inzwischen für tot erklärt wurde. Natürlich nimmt er, wenn auch zum Groll seiner habgierigen Verwandten, der Sackheim-Beutlins, seine komfortable Höhle wieder in Besitz. Von den Hobbits wegen seiner Eskapade fortan misstrauisch beäugt, versucht Bilbo zu seinem gemächlichen Leben zurückzukehren, also sechs ausgiebige Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen, seine Pfeife zu rauchen und nun außerdem seine Abenteuer nieder zuschreiben.
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Beitragvon Demona » 24. Jun 2008 22:18

Kapitel 1 - Eine unvorhergesehene Gesellschaft


Als erstes erfahren wir hier etwas über Hobbits, auf eine sehr lustige und humorvolle Weise. Dann taucht Gandalf der Zauberer auf und mit einem Mal steckt unser kleiner Bilbo mitten in einem Teekränzchen mit mehreren Zwergen, die behaupten, aufgrund seines Stellengesuches bei ihm erschienen zu sein.

Man stelle sich das nur mal vor... An einem wunderschönen Morgen sitzt man pfeiferauchend vor der Tür, führt ein merkwürdiges Gespräch mit einem alten Mann und am nächsten Nachmittag fallen 13 Zwerge uneingeladen bei einem auf und behaupten auch noch, du hättest sie eingeladen.
Zu guter letzt essen sie deine Vorräte auf und du hast einen Job den du gar nicht wolltest.

Der lachende Dritte dabei ist eindeutig Gandalf, der das ganze eingefädelt hat. :naenae:


Was mir vorallen am Hobbit aufgefallen ist, ist die total andere Erzählweise zu HdR. Hierbei kann man erkennen, dass das Buch für Kinder gedacht war.
Auch in HdR war eine liebenswerte und detailgenaue Beschreibung über die Hobbits zu lesen. Im Hobbit kommt jedoch noch so eine liebvolle - manchmal leicht ironische - Beschreibung von kleinen Dingen bzw. Anmerkungen hinzu, die einen zum Schmunzeln bringen. Manchmal hat man auch das Gefühl, dass er bewusst bei seiner Beschreibung vom Hundertstel ins Tausendstel kommt. :typo_081:

Hier ein paar kleine Ausschnitte:

Zitat aus "Der keine Hobbit"(später "DkH" genannt)


Die Mutter unseres Hobbits - was ist eigentlich ein Hobbit? Ich glaube dass die Hobbits heutzutag einer Beschreibung bedürfen...
... Sie sind (oder waren) ungefähr halb so groß wie wir und kleiner als die bärtigen Zwerge (sie tragen jedoch keine Bärte)...
... Schuhe kennen sie überhaupt nicht, .... an den Füßen... dickes, warmes, braunes Haar, ganz ähnlich wie das Zeug auf ihren Kopf (das überaus kraus ist). Die Hobbits haben... ein tiefes, saftiges Lachen (besonders nach den Mahlzeiten; Mittagessen halten sie zweimal am Tag, wenn sie es bekommen können).


Was ich mich immer gefragt habe... Ist Gandalf schon mit dem Vorsatz aus Bilbo den Meisterdieb zu machen nach Hobbingen gekommen oder hat erst Bilbos Verhalten ihn dazu veranlasst?
Hat er in Bilbo mehr gesehen, als dieser in sich selbst?
Bekanntlich tut ja Gandalf nichts ohne Grund und die Rettung des Schatzes und Bilbos Hilfe dabei, war ja auch nicht der eigentliche Grund für Gandalfs Handeln.
Eigentlich war das m.E. nur Mittel zum Zweck.

Wie seht ihr das? Oder sollen wir die Frage mal hintenan stellen?
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Beitragvon Cellmorbasg » 25. Jun 2008 10:07

Die Frage wird mehr oder weniger in "Nachrichten aus Mittelerde" [Teil drei (drittes Zeitalter): III. Die Fahrt zum Erebor] beantwortet. Es geht hervor, dass Gandalf gezielt Bilbo auf die Reise der Zwerge mitschicken wollte - jedoch nicht die Reise an sich geplant hat. Die Reise selbst war Produkt von Zufällen.
Ebenso ein Zufall war es, dass Gandalf aus Bilbo einen "Meisterdieb" machte. Das hatten ihm die Zwerge in den Mund gelegt und er hat für sich genutzt um sie überhaupt nach Beutelsend zu bringen.

Ansonsten ist zu diesem ersten Kapitel zu sagen, dass es sehr humorvoll geschrieben ist. Ein Humor der nicht nur an Kinder gerichtet ist. Ich jedenfalls konnte mich köstlich amüsieren
Obwohl, wie Demona bereits anmerkte, schon zu erkennen ist, dass diese Geschichte eine leichtere, für Kinder zu verarbeitende, Geschichte ist und auch so erzählt wird (wenn man es zum Vergleich mit HdR betrachtet).


Schön, dass die Lesereise nun begonnen hat! :-D
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Beitragvon seirex » 25. Jun 2008 10:19

Ich muss sagen, dass der kleine Hobbit bei mir vor allem eins verursacht: Hunger!
Dauernd wird gegessen, noch schlimmer wie bei HdR.
Mich amüsiert es vor allem, wie Bilbo überrumpelt wird.

LG

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Beitragvon nevermore » 25. Jun 2008 18:58

Ich schreibe einfach mal auf, was mir beim Lesen dieses Kapitels so auffiel und durch den Kopf gegangen ist. Zunächst mal fiel mir auf, dass Tolkien in diesem ersten Kapitel wirklich eine wunderbar bildreiche Erzählweise hat und viel mit Symbolik arbeitet. Erinnert mich in gewisser Weise an den erst kürzlich wieder gelesenen Krabat von Ottfried Preussler. Man kann sich Bilbos Höhlenwohnung wirklich bildhaft vorstellen, und auch Bilbo selber wird wie ich finde sehr schön als ein sehr geselliger und gemütlicher Hobbit eingeführt. Die Höhlenwohnung scheint hier für das "Sich Einigeln" in der altbekannten Umgebung zu stehen; bezeichnend auch, dass die Höhle nur auf einer Seite Fenster hat - die anderen Seiten der Welt sieht Bilbo nicht.

Nettes Detail, dass die Beutlins vorher noch nie in ein Abenteuer verwickelt waren. Anders seine Abstammungslinie mütterlicherseits, die Tuks, die sich öfter mal in Abenteuer stürzten und "nicht so geachtet" sind wie die Beutlins - Abenteuerlust scheint bei den Hobbits eher skeptisch gesehen zu werden. Auch wenn Bella Tuk nach ihrer Heirat nie in Abenteuer verwickelt war, Tolkien nutzt dies offenbar, um zu zeigen, trotz seiner Höhlenbewohnerschaft hat Bilbo wohl das Abenteuer doch irgendwo im Blut (darauf explizit nochmal hinzuweisen, fand ich nicht so glücklich von Tolkien, aber es ist eben wie schon von anderen bemerkt ein Kinderbuch).

Gandalfs Auftauchen und Bilbos widerwillige Zustimmung, aufzubrechen, ist der klassische Heldenreise-Start, wobei Gandalf hier natürlich in der Rolle des archetypischen Mentor ist. Mit seinen Fragen auf Bilbos schlichtes "Guten Morgen" hin wird er als eine Art Sokrates und mit der Erzählung über die vielen Abenteuer, die er zu verantworten hat, als der verrückte alte Zauberer eingeführt. Gandalf kratzt vor seinem Abschied ein "wunderliches Zeichen" an die Haustür, von dem wir später erfahren, dass es bedeutet, ein Meisterdieb bzw. Schatzjäger suche Arbeit. Und am nächsten Tag stehen der Reihe nach die dreizehn Zwerge und Gandalf vor der Tür - ein Nachmittag, der für Bilbo schon ein Abenteuer ist. Tolkien wählt hier die Zahl dreizehn, die im Christentum eine Unglückszahl ist. Später hören wir, dass die Zwerge einen vierzehnten Mann brauchen, damit sie nicht ins Unglück laufen. Immerhin sind die Zwerge so nett, nicht nur Chaos anzurichten, sondern es auch wieder wegzuräumen.

Die Musik der Zwerge scheint auf Bilbo eine verwandelnde Wirkung zu haben; plötzlich träumt er, wenn auch nur kurzfristig, von Abenteuern. Sie bereitet Bilbo auf den Aufbruch vor, wie ich finde, eine schöne Idee.

Das Ziel der Reise ist wiederum eine Höhle, eine verschlossene, in die man schwer hineinkommt, für die es aber einen Schlüssel gibt. JC Cooper schreibt in ihrem Symbollexikon, die Höhle stehe für den Ort verborgenen Wissen, den Ort der Initiation und für das weibliche Prinzip (hier könnte das im Zusammenhang mit Bilbos Mutter und ihrer Abenteurer-Abstammung stehen, die Bilbo dort wieder entdecken muss). Bilbo versucht die Reise ganz geschäftsmäßig zu planen und fragt nach dem möglichen Profit :happy: Ihm werden, wiederum ganz klassisch, große Schätze, die in einer gefährlichen Reise erreicht werden müssen, in Aussicht gestellt. Am Ende hat es den Anschein, dass Bilbos Teilnahme beschlossene Sache ist, auch wenn er sich selber darüber gar nicht so sicher ist.

Eine Frage zu den verschiedenen Ausgaben - in meiner Scherf-Ausgabe von 2007 endet das Kapitel hier und das zweite mit dem Titel "gebratenes Hammelfleisch" beginnt - aber in Demonas Buch scheint es noch weiterzugehen - was vllt auch unsere gestrige Verwirrung über die sehr unterschiedliche Seitenzahl des Kapitels 1 erklärt.
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Beitragvon Demona » 26. Jun 2008 18:51

Die Frage wird mehr oder weniger in "Nachrichten aus Mittelerde" [Teil drei (drittes Zeitalter): III. Die Fahrt zum Erebor] beantwortet. Es geht hervor, dass Gandalf gezielt Bilbo auf die Reise der Zwerge mitschicken wollte - jedoch nicht die Reise an sich geplant hat. Die Reise selbst war Produkt von Zufällen.
Ebenso ein Zufall war es, dass Gandalf aus Bilbo einen "Meisterdieb" machte. Das hatten ihm die Zwerge in den Mund gelegt und er hat für sich genutzt um sie überhaupt nach Beutelsend zu bringen.


Jetzt weiß ich das auch. :ja: Aber als ich das Buch damals zum ersten Mal las, war ich noch nicht so belesen über die Tolkien-Werke.
Heute weiß ich auch, dass die Reise der Zwerge für Gandalf noch einen ganz anderen Hintergrund hatte. Bekanntlich wäre der Ringkrieg nicht so einfach zu beenden gewesen, wenn

1. Bilbo nicht mit gewesen wäre, den Ring nicht gefunden oder sogar Gollom getötet hätte... und
2. Smaug nicht getötet worden wäre...



Mit seinen Fragen auf Bilbos schlichtes "Guten Morgen" hin wird er als eine Art Sokrates und mit der Erzählung über die vielen Abenteuer, die er zu verantworten hat, als der verrückte alte Zauberer eingeführt.


Ich denke auch, dass er Bilbo mit seinen Antworten auf einen "einfachen" Morgengruß auch irgendwie testen wollte. Gandalf hat für mich so etwas von "hinter die Fassade blicken" und "in die Seele schauen". M.e. ahnte er auch, dass Bilbo sich auf eine Art einsam fühlte und auch anders als seine "Sackheim-Beutlins"-Verwandschaft. Nicht ohne Grund hat er ja später Frodo bei sich aufgenommen.


Eine Frage zu den verschiedenen Ausgaben - in meiner Scherf-Ausgabe von 2007 endet das Kapitel hier und das zweite mit dem Titel "gebratenes Hammelfleisch" beginnt - aber in Demonas Buch scheint es noch weiterzugehen - was vllt auch unsere gestrige Verwirrung über die sehr unterschiedliche Seitenzahl des Kapitels 1 erklärt.


Ich glaube nicht, dass in meiner Ausgabe mehr steht. Hat wahrscheinlich mit den Zeichnungen und der Schriftgröße zu tun.
Bei mir endet das erste Kapitel damit, dass Bilbo schlecht schläft und unangenehme Träume hat.
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Beitragvon nevermore » 28. Jun 2008 17:09

Mal eine Frage an die Spezialisten: Diese Geschichte, die Thorin da erzäht, hat es mit der noch eine weitere Bewandtnis, oder bleibt die anekdotisch?

Was mir noch auffiel: Drachen, die Gold und Edelsteine bewachen, kennt man ja aus der Mythologie, aber Drachen, die Schätze stehlen - daran kann ich mich jetzt grade nicht erinnern. Drachen, die in irgendwelchen Verliesen Schätze bewachen, hatte man z.B. auch in Gringotts in HP.
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Beitragvon seirex » 28. Jun 2008 17:16

Hat man das nicht auch bei Beowolf?
Da habe ich aber nur den Film gesehen.


LG

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Beitragvon Kola » 28. Jun 2008 21:40

Du meinst die Geschichte von Smaugs Überfall? Die steckt ein wenig den Rahmen für spätere Begebenheiten ab. Interessant ist, was Gandalf vom 'Geisterbeschwörer' erzählt. Er lässt da eine wichtige Begebenheit aus.
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Beitragvon Cellmorbasg » 29. Jun 2008 12:12

Also Thorins Erzählung über die jüngere Geschichte vom Erebor und seiner Familie bleibt anekdotisch, soweit ich weiß.

Zu Gandalfs Geschichte, wie er an die Karte und den Schlüssel gekommen ist:
Der Geisterbeschwörer (bzw. in der neuen Übersetzung: der Nekromant) von dem Gandalf spricht, ist Sauron.
Gandalf dringt 2850 zum zweiten Mal in Dol Guldur ein und stellt fest, dass dort Sauron wieder sein Unwesen treibt - nebenbei erhält er Karte und Schlüssel ohne zu Wissen, dass es der Zwerg Thráin ist von dem er sie erhält.
Ein Jahr später verhindert Saruman im Weißen Rat ein Vorgehen gegen Dol Guldur.

Erst 2941 geht der Weiße Rat gegen Dol Guldur vor und Sauron (der vorbereitet ist) kehrt nach Mordor zurück - im gleichen Jahr findet Bilbo den Ring, Smaug wird getötet und die Schlacht der fünf Heere findet statt - aber dazu kommen wir ja noch...
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Beitragvon Kola » 29. Jun 2008 12:32

Cellmorbasg hat geschrieben: nebenbei erhält er Karte und Schlüssel ohne zu Wissen, dass es der Zwerg Thráin ist von dem er sie erhält.


Soweit ich informiert bin, weiß Gandalf, dass es Thrain ist. Thrain trägt ihm auf, die Karte und den Schlüssel Thorin zu übergeben. Vor allem erfährt Gandalf, dass Sauron Thrain bereits den Ring abgenommen hat, den mächtigsten der Zwergenringe. Das unterschlägt er hier wohlweislich.
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Beitragvon Cellmorbasg » 29. Jun 2008 12:57

Ja das mit dem Ring unterschlägt er, aber er wusste wirklich nicht, welchen Zwerg er vor sich hatte - das sagt er auch in Nachrichten aus Mittelerde - er hat das erst später herausbekommen oder sich zusammengereimt.
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Beitragvon Kola » 29. Jun 2008 13:45

Wo genau sagt er das?

An der Stelle, an die ich mich erinnere, redet er ganz normal davon, dass er Thrain in den Bergwerken gefunden hat und dass dieser ihm die Sachen für Thorin übergibt und von seinem Ring berichtet, den Sauron ihm abgenommen hat. leider habe ich das Buch im Moment nicht vorliegen.

»Es war neun Jahre nachdem Thráin sein Volk verlassen hatte, daß ich ihn fand, und er war damals mindestens fünf Jahre in den Bergwerken Dol Guldurs gewesen. Ich weiß nicht, wie er so lange durchhielt und wie er diese Dinge während all seiner Qualen versteckt halten konnte. Ich glaube, daß die Dunkle Macht von ihm nichts anderes begehrte als nur den Ring, und nachdem sie ihn bekommen hatte, den zugrunde gerichteten Gefangenen nicht weiter behelligte, sondern ihn in die Bergwerke warf, wo er toben konnte, bis er [2850 D. Z.] starb. Ein kleines Versehen; doch es erwies sich als verhängnisvoll [für Sauron], wie es mit kleinen Versehen des öfteren geschieht.« (ME 441)


Würde mich ernsthaft interessieren, wo Gandalf sagt, dass er ihn nicht erkannt hat. Würde eigentlich auch gut passen, da Gandalf ja generell gerade dabei ist, eine Art Puzzle zusammenzufügen in Bezug auf Sauron, Saruman und die ganze Ringgeschichte.
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Beitragvon Cellmorbasg » 29. Jun 2008 14:46

In meiner Ausgabe von "Nachrichten aus Mittelerde" (Oktober 2005 Verlag: dtv) sagt Gandalf auf Seite 425:

"Ich erinnerte mich an eine gefährliche Reise vor einundneunzig Jahren, als ich verkleidet nach Dol Guldur gekommen war und in den Berwerken einen unglücklichen sterbenden Zwerg gefunden hatte. Ich hatte keine Ahung, wer er war."



Aber natürlich ist es immer schwierig solche Texte zu deuten, da sie Tolkien nie veröffentlicht hat und man nie wissen kann, ob das seine wirkliche, letzte Vorstellung von der jeweiligen Sache war oder ob er schon wieder andere Alternative im Kopf hatte.
Zuletzt geändert von Cellmorbasg am 29. Jun 2008 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Kola » 29. Jun 2008 15:27

Danke für das Zitat, Cellmorbasq. Ich muss das mal in meiner Ausgabe nachlesen, sobald ich sie wieder bekomme. Trotzdem ist es komisch: Allein die Tatsache, dass ihm von Sauron persönlich ein Ring abgenommen wurde, legt ja nahe, wer der Zwerg ist.
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Beitragvon Cellmorbasg » 29. Jun 2008 15:45

Darauf gibt es auch eine Antwort, Gandalf sagt auf Seite 426 ("Nachrichten aus Mittelerde"):
"Doch all diese Dinge konnte er auf mancherlei Weise bekommen haben. Er konnte ein Bote gewesen sein, den man gefangen hatte, als er floh, oder einfach ein Dieb, den ein noch größerer Dieb ertappt hatte. [...]
Ich verwahrte die Sachen sicher [...] doch bald vergaß ich sie fast."


Gandalf hat dem ganzen zunächst keine Bedeutung gegeben und hatte zunächst auch keine Verwendung für die Karte und den Schlüssel - seine Hauptaugenmerk lag damals sicher auf Sauron und einen Zusammenhang sah er damals noch nicht.
Erst später wurde ihm bewusst, dass man Smaug ein Ende bereiten muss, damit Sauron ihn nicht für seine Zwecke einspannt.
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Beitragvon Demona » 29. Jun 2008 15:52

In der Hobbitausgabe steht wie folgt:

Zitat Seite 46-47:

Thorin.... "Doch jetzt möchte ich wissen, wie Gandalf sich ihrer bemächtigte und warum sie nicht auf mich, den rechtmäßigen Erben gekommen ist."
"Ich habe mich nicht ihrer bemächtigt2, sagte Gandalf...
... gut. Euer Vater gab mir für euch dies. Und wenn ich meine eigene Zeit und meine eigene Weise wählte, so könnt ihr mir kaum am Zaun flicken. Bedenkt die Schwierigkeiten, die ich hatte, um euch zu finden! Euer Vater konnte sich nicht einmal an seinen eigenen Namen erinnern, als er mir das Pergament übergab, und euren Namen konnte er mir auch nicht sagen. Richtig betrachtet denke ich, dass man mich loben und das man mir danken müsste!"


Also wusste er nicht gleich, wer er war...aber ich bin sicher, das Gandalf nicht lange brauchte, um es herauszufinden.

In den Anhängen steht wie folgt:

2845 Thráin wird in Dol Gildur eingekerkert; der letzte der Sieben Ringe der Zwerge wird ihm abgenommen.

2850 Gandalf dringt von neuem in DG ein und stellt fest, dass es tatsächlich Sauron ist, der dort herrscht, die Ringe einsammelt und nach Auskünften über den Einen und über Isildurs Erben sucht. Er findet Thráin und erhält von ihm den Schlüssel zum Erebor. Tráin stirbt in DG.
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Beitragvon Demona » 1. Jul 2008 20:25

Wie sieht es aus?

Wollen wir mit dem 2. Kapitel weiter machen? Wer noch mit einsteigen möchte, der kann ja trotz allem zu den vorhergehenden Kapiteln noch was schreiben.

Wenn ihr einverstanden seit, dann fange ich morgen mit dem 2. Kapitel an.
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Beitragvon Darth Destructo » 1. Jul 2008 20:46

Ich hoffe, dass diese ganze Geschichte um Dol Guldur im zweiten "Hobbit"-Flim behandelt wird, der inzwischen auf der Kippe zu stehen scheint ( http://www.herr-der-ringe-film.de/v2/de ... _23872.php )

Von Sauron in der Gestalt des Nekromanten gibt es in dem "Herr der Ringe" Tabletop-Spiel eine sehr interessante Darstellung (ich spiele es zwar nicht, aber ein Freund von mir).
Die Macher dieses Spiels stellen sich den Nekromanten wie folgt vor:

Bild

EDIT: Bin einverstanden.
Die Dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten.
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Beitragvon Demona » 2. Jul 2008 15:58

So, dann wollen wir mal zum zweiten Kapitel übergehen...


Kapitel 2 - Gebratenes Hammelfleisch



Der arme Bilbo stellt morgens nach dem Aufstehen fest, dass die Gesellschaft kein Alptraum war. Da keiner mehr da ist, geht er davon aus, dass sie ohne los gezogen sind. Er spürt ein bisschen Enttäuschung und ist gleichzeitig sauer, weil sie ohne ein Dankeschön für seine Gastfreundschaft gegangen sind.

Das zweite Kapitel beginnt wieder geruhsam - Bilbo, der erst einmal aufgeräumt und sein zweites Frühstück genießt (an das er sich in nächster Zeit sicher öfters erinnern wird) und muss dann - von Gandalf getrieben - ziemlich hastig sein Haus verlassen.

Zitat:

Bis ans Ende seiner Tage konnte Bilbo sich nicht erinnern, wie er hinausgekommen war, ohne Hut, ohne Spazierstock und ohne Geld, ohne irgendetwas, das er gewöhnlich mit sich nahm, wenn er ausging....


Anfangs ist die ganze Gesellschaft noch lustig unterwegs. Es wird gesungen und gut gegessen und das Wetter ist auch angenehm.
So richtig klar, auf was er sich da eingelassen hat, wird Bilbo erst klar, als das Wetter scheußlich wird, es nicht mehr ausreichend zu Essen gibt und die gute Laune auf der Strecke bleibt.
Wie oft wird sich der kleine Hobbit noch wünschen, dass er besser zu Hause geblieben wäre...

Dann scheint die Gesellschaft auch noch vom Pech verfolgt. Den Zwergen gelingt es nicht, Feuer zu machen und ausgerechnet das Pony, was den Proviant trägt gerät in Panik und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

Als sie endlich ein Feuer entdecken, schicken sie ausgerechnet den "Meisterdieb" vor. Bilbo macht natürlich alles falsch, was man falsch machen kann und wird von den Trollen - die dort wütend darüber streiten, was sie weiter machen sollen - gefangen genommen und verplappert sich auch noch.
Trotz allem, dass man den Trollen ja nicht gerade Intelligenz nachsagt, werden sie misstrauisch.

Die Zwerge - die ungeduldig auf Bilbos Rückkehr warten - handeln natürlich auch nicht sehr klug und werden einer nach dem anderen gefangen genommen. Thorin, der als letzter erscheint, hat natürlich - auch mit Bilbos Hilfe - keine Chance gegen 3 Trolle.

Es ist Gandalf, der sie am Ende rettet und durch List die Trolle daran hindert die Zwerge zu verspeisen, indem er sie in Streitereien verwickelt und sie dadurch nicht merken, dass die Sonne aufgeht. So werden Bilbo und die Zwerge gerettet und die Trolle zu Steinfiguren.

Sie haben noch mehr Glück und finden in der Trollhöhle nicht nur ein paar Lebensmittel, Töpfe und Goldstücke sondern auch zwei Schwerter, die sich später noch als äußerst hilfreich und wertvoll herausstellen.

So, dass war erst einmal meine kurze Zusammenfassung des zweiten Kapitels....
"Möge Gott sein zwischen Dir und dem Leid, an allen verlassenen Orten, die Du erreichen wirst." (ägyptischer Segensspruch "Babylon 5")

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Beitragvon Cellmorbasg » 2. Jul 2008 16:38

Die lange Fahrt zum Erebor hat nun für die Reisegruppe begonnen.
Ziemlich schnell wird die Reise eines ganzen Monats abgehandelt und lange (weilige?) Details und ausschweifende Erzählungen bleiben aus - es ist ein Kinderbuch.
Die Geschichte steuert schon auf den ersten Spannungspunkt, bei dem es um Leben und Tod geht, zu.
Hierbei entpuppen sich die Zwerge als treue und hilfsbereite Weggefährten (schließlich kommen sie Bilbo ohne - den vorher ausgemachten - Hilferuf zu Hilfe).
Gandalf hingegen zeigt sich als Führer der Gruppe und beweist, dass er nicht nur in der Lage ist kluge Reden zu schwingen, sondern auch ein tatkräftiger Retter in der Not ist.
Auch Bilbo schlägt sich nicht schlecht für seine erste Prüfung - und wurde nur durch die Unkenntnis, dass Trollbörsen lebendig sind, gestoppt.

Eines der beiden angesrochenen Schwerter ist Glamdring, welches aus Gondolin (einer Stadt des ersten Zeitalters) stammt, schon tausende Jahre alt ist und bei den Orks gefürchtet ist.
Das andere Schwert ist Orcrist (von Thorin) und zeigt ebenso wie der Dolch Stich (von Bilbo) und Glamdring ein bläuliches Schimmern, wenn Orks in der Nähe sind.
Siehe Artikel bei Ardapedia

@Destructo
Der Nekromant sieht klasse aus. Das Grün-Schwarz trifft es auch ganz gut, wenn man bedenkt das Dol Guldur im Düsterwald liegt.
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Beitragvon Darth Destructo » 2. Jul 2008 18:24

Auch hier ist, im Blick auf HdR, wieder eine Schlüsselszene vorhanden: Ohne Glamdring und Stich wäre die Reise der Gefährten gescheitert: Nur mit Glamdring war es möglich, den Balrog zu besiegen (das vermute ich jetzt einfach mal) und nur Stich war in der Lage, Kankra zu verletzen.

Was ich in diesem Kapitel ebenfalls interessant finde: Die Darstellung der Trolle, die sich doch sehr von der im Herr der Ringe unterscheidet. Wenn ich mich recht erinnere, können im Herrn der Ringe nur die Olog-hai (Uruk-Troll-Mischlinge) reden und das auch nur in der Schwarzen Sprache von Mordor.
Die Dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten.
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Beitragvon Demona » 2. Jul 2008 19:00

@ Darth

Stich war auch in anderer Hinsicht sehr nützlich. Es warnte die Hobbits vor den Orks. Nur so konnte Sam, nachdem Kankra Frodo in Schlaf versetzte, rechtzeitig verschwinden, ihnen folgen und Frodo anschließend wieder befreien.
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Beitragvon nevermore » 2. Jul 2008 19:12

Tolkien bleibt in diesem Kapitel weiter "klassisch"; hier geht es ganz klar ums Lernen und Erlangen von Werkzeugen, die später wichtig werden. Auch um das Überwinden von ersten Hindernnissen - Bilbo wird hier bereits alleine losgeschickt, um die Probleme zu lösen, und da er am Anfang seiner Lernphase ist, scheitert er zunächst. Interessant auch, dass Gandalf erst eingreift, als es wirklich unumgänglich ist.

Die Beschreibung der Reise und Bilbos Frustration fand ich sehr schön gemacht, und die Unterhaltung der Trolle war gruselig-amüsant. :happy:
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Beitragvon Demona » 8. Jul 2008 21:38

o.k. Kommen wir nun zu den nächsten beiden Kapiteln. Da das nächste Kapitel relativ kurz ist und in Anbetracht der Tatsache, dass wir bei einem Kapitel pro Woche in 5 Monaten noch beim Hobbit sind, denke ich mal, dass wir mindestens mit 2 Kapiteln pro Woche weiter machen, oder?

Kommen wir als erstes zum

Kapitel 3 - Eine kurze Rast



Hier führt Gandalf die wackere Truppe - die nach dem Erlebnis mit den Trollen doch leicht mit genommen ist - zu Elrond nach Bruchtal - hier im Buch Rivendell genannt -. Je näher sie der Heimstätte von Elrond kommen, desto angenehmer wird die Luft - Bilbo macht sie leicht schläfrig, das er fast von seinem Pony fällt - sie meinten, dass ihre Lebensgeister neu erwachten.
Die Elben - wie sollte es anders sein, sie sind ja ein lustiges Völkchen - machen sie mit ihrem Lied leicht über die Reisegruppe lustig und treiben mit ihnen Schabernack.

Durch Elrond erfahren sie, was die bei den Trollen gefundenen Schwerter bedeuten. Es sind sehr alten Elbenschwerter und welch Zufall - oder auch nicht - lüftet die Karte der Zwerge noch eines ihrer Geheimnisse und sie erfahren bis wann sie am Einsamen Berg sein müssen.

Sie bleiben eine Weile dort und an einem Mittsommermorgen brachen sie mit reichlichen Vorräten und den besten Wünschen auf.


Hier noch Hintergrundmaterial zu Elrond (Eigentlich könnte man ja sagen, dass Aragorn und Elrond entfernt verwandt sind - da Elrond ja der Bruder des ersten Königs der Numenorer war):

Elrond entschied sich - im Gegensatz zu seinem Bruder Elros - am Ende des ersten Zeitalters dafür, den Erstgeborenen anzugehören und blieb bis zum Ende des dritten Zeitalters in Mittelerde. Er ist der Herr von Imladris (Bruchtal) und Hüter von Vilya, dem Ring der Luft, welchen er von Gil-galad erhielt. Man nennt ihn unter anderem auch Halbelb. Er ist mit Celebrians verheiratet und somit der Schwiegersohn von Galadriel.


Das nächste Kapitel stelle ich morgen rein... Bis dahin könnt ihr eure Einträge zu diesen machen.
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Beitragvon Cellmorbasg » 9. Jul 2008 19:13

Einer der für mich interessantesten Charaktere Mittelerdes betritt die Bühne: Elrond.
Neben Gandalf meine Lieblingsfigur in HdR.
Leider hat er im Hobbit noch nicht den großen Auftritt.
Seine Gastfreundlichkeit und Weisheit werden jedoch schon herausgearbeitet.

Der Schalk der den ersten Elben die wir kennenlernen, im Nacken sitzt, lässt schon Rückschlüsse auf ihre leichte Arroganz gegenüber anderen Völkern Mittelerdes zu (was ja bei den Zwergen im ersten Kaitel nicht anders war).

Nochmal zu Elrond:
Seine Frau wurde von Orks angegriffen und verließ nach iher Heilung Mittelerde in Richtung Valinor.
So wie sich seine Eltern, sein Bruder und er selbst entscheiden mussten - so entscheidet auch seine Tochter Arwen, allerdings für die Sterblichkeit.
Neben der Abstammung von Elben und Menschen, zählt auch eine Maia zu seinen Vorfahren.
Für die vielen anderen Dinge, die es zu sagen gibt, wird es zu späterer Zeit sicher noch (bessere) Gelegenheiten geben.
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Beitragvon nevermore » 10. Jul 2008 17:46

In diesem Kapitel fiel mir wieder Tolkiens anschauliche Schreibweise angenehm auf. Er hat wirklich ein Talent, mit Worten Bilder zu malen.

Irgendwie erstaunlich, dass Gandalf Probleme haben sollte, Elronds Anwesen zu finden. Ich hatte auch die Elben aus HdR eigentlich gar nicht als ein so lustiges Völkchen in Erinnerung.

Bereits zum zweiten Mal weist uns Tolkien auf Bilbos Interesse an Karten, Runen und überhaupt zu entziffernden Schriften hin. Bin gespannt, was es damit noch für eine Bewandt nis haben wird. Interessant auch Elronds Antwort auf die Frage Gandalfs, ob sonst noch etwas auf der Karte zu lesen sei: „Nichts, was bei diesem Mond zu sehen wäre“.
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Beitragvon Cellmorbasg » 10. Jul 2008 19:40

Insgesamt gesehen ist das unterschiedliche Reisetempo in Hobbit und HdR ein wenig verwunderlich.
Bilbo und Gefährten brauchen von Beutelsend nach Bruchtal 38 Tage - mit Ponys!
Frode und Gefährten benötigen lediglich 28 Tage.

In "Historischer Atlas von Mittelerde" (von Karen Wynn Fonstad) steht dazu:
Tolkien war "sehr darum bemüht, Bilbos Reise mit dem Herrn der Ringe in Einklang zu bringen...aber er führte diese Aufgabe nie zu einer endgültigen Lösung" (HM [History of Middle-Earth] 6, 204).
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Beitragvon Demona » 10. Jul 2008 19:48

Bilbo und Gefährten brauchen von Beutelsend nach Bruchtal 38 Tage - mit Ponys!
Frode und Gefährten benötigen lediglich 28 Tage.


Hierzu sollte aber noch gesagt werden, dass ihnen Streicher aber auch ganz schön Beine machte.Ih glaube nicht, dass die Hobbits so schnell ohne ihn unterwegs gewesen wären. Das wäre alleine durch ihre Mahlzeiten, die sie abgehalten hätten nicht möglich gewesen. :wink:
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Beitragvon Demona » 13. Jul 2008 11:41

Dann kommen wir mal zum längst versprochenen nächsten:


4. Kapitel - Über dem Berg und unter dem Berg



Mit Hilfe von Gandalf und dem weisen Rat von Gandalf nehmen sie auch den richtigen Weg zum Pass. Immer höher führte dieser Weg und wurde auch immer beschwerlicher. sie sahen die Länder, die sie hinter sich gelassen hatten und der arme Bilbo konnte in der Ferne seine heimat erahnen, wo seine bequeme und warme Hobbithöhle lag.

Gandalf war der Einzige unter ihnen, der auch nur wusste, dass ie wohl kaum ohne Abenteuer und Schrecken über das riesige Gebirge gelangen konnten. Und er sollte damit recht behalten. Eines Tages gerieten sie in eine Gewitterschlacht. Die Riesen des Gebirges machten sich einen Spass daraus, die herunter fallenden Felsbrocken aufzufangen, mit ihnen zu spielen und sie dann in die Finsternis zu werfen, wo sie Bäume zerschmetterten oder einfach nur zersplitterten.
Kili und Fili, die beiden jüngsten Zwerge wurden los geschickt, um eine trockenere und sicherere Unterkunft zu finden. Diese fanden sie auch, jedoch ohne sie gründlich zu durchforsten, was sich im Nachhinein als Fehler erwies.

Auch legten sich alle schlafen ohne Wachen aufzustellen. Dieser Fehler sorgte dafür, dass sie anschließend keine Ponys, Vorräte und was diese sonst noch trugen besaßen.
In dieser Nacht erwies sich der kleine Hobbit als Glücksfall, da er nur sehr schlecht einschlief und dann scheußliche Träume hatte. Der Traum zeigte ihm, was die Höhle wirklich war, nämlich ein geheimer Eingang in den Berg zu den Orks. Er wachte mit Schrecken auf und ein Teil seines Traumes war in Erfüllung gegangen.
Vor Schreck stieß er einen Schrei aus, der zumindest Gandalf warnte. Dieser konnte ein paar der Orks mit Hilfe seines Zauberstabes töten, leider konnte er nichts tun, um die Zwerge und den armen Bilbo zu retten. Diese befanden sich auf einmal gefangen von Orks im weiterführenden geheimen Teil der Höhle.

Sie trieben die Zwerge und den Hobbit immer weiter in den Berg hinein und das in völliger Dunkelheit und zum Schluss holten sie auch noch ihre Peitschen hervor. Schließlich kamen sie in einem durch ein großes Feuer und Fackeln an den Wänden erleuchteten Gewölbe an, wo noch mehr Orks waren.Sie wurden in langer Reihe vor einem riesenhaften Ork geführt.
Dieser befragte Thorin nach seinen Absichten, die jedoch in den Hintergrund gerieten, als die Orks dessen Schwert Orkrist entdeckten.
Sie wurden furchtbar wütend, denn sie hatten das Schwert - welches sie Beißer nannten - in all den Jahrhunderten nie vergessen. Die Orks hassten das Schwert und noch mehr den, der es trug.
Die Zwerge und der Hobbit wären alle verloren gewesen, wenn nicht plötzlich Gandalf aufgetaucht wäre und mit Hilfe von Feuerfunken einige der Orks und Wölfe lebendig geröstet hätte und somit für Verwirrung sorgte.

Gandalf schlug dem großen Ork den Kopf ab und da dessen Soldaten nur das leuchtende Schwert sahen rannten sie erst einmal schreiend davon. Der Zauberer trieb die Zwerge an und sie folgten ihm. einer von ihnen, Dorin nahm den armen Hobbit, der nicht so schnell laufen konnte auf seine Schulter. nach einer Weile durchtrennte Gandalf die Ketten und gab Thorin dessen gerettetes Schwert zurück.
Allerdings verlor Dorin den armen Hobbit durch eine Hintertücke der Orks auch wieder und der arme Bilbo fand sich später, nachdem er aus seiner Ohnmacht erwachte, ganz allein unter dem Berg vor.


In dieser Geschichte erweisen sich die beiden - bei den Trollen gefundenen - Schwerter mehrfach als Retter in der Not bei der Flucht. Sie zeigen der Gruppen, wenn Orks in der Nähe sind und versetzt diese gleichzeitig in große Angst. Die Orks hassen und fürchten Orkrist und Glamdring gleichzeitig un somit gelingt den Zwergen die Flucht.
Hier zeigt sich auch erstmalig so richtig für Blbo, dass diese Reise kein Zuckerschlecken wird und auch die Zwerge erahnen, dass man nicht mal schnell zum Einsamen Berg kommt, denn Schatz findet und ihn dann mitnimmt.
Leider lernen sie aus dieser Sache auch nicht, in nächster Zeit mehr Vorsicht walten zu lassen oder sich mit manchen Äußerungen zurück zu halten.
"Möge Gott sein zwischen Dir und dem Leid, an allen verlassenen Orten, die Du erreichen wirst." (ägyptischer Segensspruch "Babylon 5")

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